Die Energiewende wird zum ökonomischen Desaster

Daniel Wetzel

Daniel Wetzel schreibt seit Jahren gegen die Energiewende. Die Energiewende wird zum ökonomischen Desaster.

Daniel Wetzel hat in der WELT wieder gegen die Energiewende ein neues Machwerk losgelassen: Unter dem Stichpunk Wirtschaft – Teuer und unrealistisch lesen wir: Die Energiewende droht zum ökonomischen Desaster zu werden„. Diese und ähnliche Artikel reihen sich wie ein roter Faden in sein Wirken. Beängstigend – Er schreckt vor keiner Verdrehung, Auslassung und Leugnung wesentlicher Tatsachen zurück, obwohl er in den sozialen Netzwerken seit Jahren ständig auf seine Fehler hingewiesen wird. Inzwischen wird es aber skurril. Das was er jahrelang herbeigeschrieben hat, bejammert er nun in seinem neuen Artikel vom 06.03.2017 und beruft sich dabei auf die Ergebnisse einer McKinsey-Studie:

„Während die Kosten für die Energiewende weiter steigen, sinkt laut einer eine McKinsey-Langzeit-Studie die Zahl der Ökostrom-Jobs. Und auch das wichtigste Ziel der Umstellung verfehlt die Politik.“

Kosten

Dabei sind das Muster von McKinsey und von Wetzel allerdings auch schon über Jahre bekannt. Und leider haben sie es sogar sehr leicht dem unbedarften Leser mit ihren Einsichten zu beglücken. Die Kosten der fossil-atomaren Energien tauchen im Gegensatz zu denen der Energiewende nicht auf der Stromrechnung auf und das wird dann natürlich auch nie zum Anlass genommen

eine Vergleichsrechnung aufzustellen. Dann nämlich würden die Studien und Artikel wie eine Seifenblase zerplatzen.

Hans-Josef Fell schreibt dazu:

Dabei nennen McKinsey und Die Welt, die darüber berichtete, die eigentlichen Gründe dafür nicht. Es sind die verfehlten Gesetzgebungen im EEG, die seit Jahren von Medien wie Die Welt und Analysten wie McKinsey vorgeschlagen und von den Bundesparlamenten seit dem Regierungswechsel 2005 durchgesetzt wurden.

Es ist nicht akzeptabel, dass die Energiewende als finanzielles Desaster dargestellt wird, ohne sie in den Kontext der finanziellen, ökologischen und sozialen Desaster der fossil/atomaren Energien zu setzen. So werden externe Schadenskosten, hohe historische und aktuelle Subventionen für Atomkraft, Kohle, Erdöl und Erdgas ignoriert. In der Summe sind diese viel höher als die angeblich hohen Kosten für die Erneuerbaren Energien.

Tatsächlich ist infolge verfehlter deutscher und europäischer Gesetzgebung in den letzten Jahren der Ausbau von Erneuerbaren Energien gebremst worden. Fast in allen Bereichen, wie z.B. Wärmeerzeugung, Ausbau der Solarenergie, Wasserkraft, Bioenergie und Geothermie sind die Investitionen massiv zurückgegangen. Einzig die Windkraft im Stromsektor blieb davon bisher unberührt, wird jedoch mit dem EEG 2017 ab 2018 das gleiche Schicksal erleiden. Im Verkehrssektor ist der Anteil Erneuerbarer Energien seit 2010 sogar zurückgegangen.

Und weiter schreibt Fell:

Mit dem massiven Ausbremsen des Ausbaus der Erneuerbaren Energien ist es natürlich klar, dass die Beschäftigungszahlen zurückgegangen sind und auch die CO2-Emissionen nicht im angestrebten und notwendigen Maße gesenkt werden konnten. Inzwischen sind Erneuerbare Energien jedoch die günstigste Art der weltweiten Stromerzeugung. Ein weiterer Ausbau würde die teure fossile und atomare Energieerzeugung und -nutzung ablösen, mit samt ihren Milliarden schweren externen Schadenskosten. Von einem Kostendesaster der Energiewende, sogar für die Zukunft, zu reden ist unredlich und unerträglich. Alle Welt, insbesondere China, die USA und Lateinamerika sehen Erneuerbare Energien als gewinnbringende Investitionen, aber Die Welt und McKinsey sehen darin ein Kostendesaster. Wie absurd.

An dem zu recht kritisierten Anstieg der EEG-Umlage sind allerdings auch nicht die Erneuerbaren Energien schuld, sondern die verfehlte Gesetzgebung bezüglich Novellierung des EEG aus dem Jahre 2009. Diese hat den sog. Wälzungsmechanismus verändert, sowie viele unnötige Industriebefreiungen geschaffen. U.a. deshalb ist die EEG-Umlage um etwa das sechsfache gestiegen, wobei sich die Vergütungszahlen nicht einmal verdreifacht haben. Der resultierende Effekt war eine gestiegene EEG-Umlage bei gleichzeitig gesunkenen Börsenstrompreisen. Im Durchschnitt sind – über alle Strombezieher hinweg – die Stromkosten eher gesunken und nicht gestiegen. Es handelt sich hierbei lediglich um ein Verteilungsproblem.

Eine politisch korrekt organisierte Energiewende würde in der Tat die von McKinsey & Company beschriebenen Missstände beseitigen: Kostensenkung für Haushaltsstromkunden (EEG-Umlage), Reduktion der CO2-Emissionen (Abschalten der Kohlekraftwerke), sowie steigende Beschäftigungszahlen für Handwerk und Industrie.

Fazit

Dem ist hinzu zufügen, dass Daniel Wetzel seinen Job sicher nicht selbstlos aber doch sehr erfolgreich macht. Dass der Großteil der Arbeitsplätze in der Solarindustrie „aufgegeben“ wurde, ist ihm kein Wort der Erwähnung wert. Dabei boomt diese Branche gerade weltweit und hier gäbe es sehr große Exportchancen für Deutschland. Lieder befeuert er die Politik (vor allem die Konservativen) als auch die Gegenwindgruppen und die AfD regelmäßig mit seinen Schein-Argumentationen.

Faktisch sind Erneuerbare ja bereits günstiger als die fossile Erzeugung. Macht man eine Rechnung mit den Folgekosten für das Klima auf, dann brauch es keine weiteren Argumente. Soll man Daniel Wetzel nun als dumm oder als Hetzer bezeichnen? Das überlasse ich Ihnen. Solange andere Leitmedien nicht in der Lage sind für eine gehörige Aufklärung zu sorgen haben Leute wie Wetzel es sehr leicht. Zur Materie Energiewende gehört sehr viel Fachwissen und inzwischen auch ein historischer Blick. Es fehlen auch die Fachjournalisten die in der Lage sind z.B. die Fehler in der o.a. Studie aufdecken können. Deshalb ist die Energiewende bisher von den Medien sträflich vernachlässigt und nicht aufgearbeitet worden. So jedenfalls, werden wir immer wieder von Wetzel und seinen schrägen Ansichten hören.

Weitere Lobbygruppen wie die INSM Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft untergraben ja bereits seit langem mit immer neuen Aktivitäten die Energiewende. 

Aufklärung tut Not.

Sonnige Grüße
Ihr Klaus Müller

 

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