Deutschland Vorreiter der Energiewende?

Europäische Länder im VergleichVon wegen. Was gar nicht ins Bild passt, ist der tatsächliche Fortschritt in der Energiewende im Vergleich zu anderen Ländern. Darüber herrscht derzeit weitgehendes Stillschweigen in den Medien und anscheinend auch Unwissenheit bei den Redakteuren und damit auch in der Bevölkerung. Die ist der Meinung, wir sind Weltmeister in der Energiewende. Damit implementiert sich dann auch die Meinung: Die Anderen sollen uns das erst einmal nachmachen. Wir können uns auf dieser Leistung auch zwischendurch ruhig etwas ausruhen. Viele denken berechtigterweise auch, wir haben ja genug dafür ausgegeben müssen. Das stimmt tatsächlich aber die Dinge sind viel anders als man sie uns „verkauft“.

Deutschland ist längst kein Vorreiter der Energiewende mehr. Die weltweite Entwicklung und die in Europa sehen ganz anders aus. Deutschland liegt in Europa gerade einmal im hinteren mittleren Feld – von wegen Vorreiter. Hier in der Grafik sehen wir die Europäischen Länder geordnet nach ihrem Anteil an Erneuerbaren Energien beim Bruttoenergieverbrauch. Zugegeben, einige Länder hatten von vorn herein besonders gute Startbedingungen z.B. durch einen hohen Anteil an Wasserkraft, andere haben einen sehr geringen Anteil an Industrie verglichen mit Deutschland.
Trotzdem aber gibt Deutschland da ein ausgesprochen schlechtes Bild ab. Vor allem wenn man die Lobeshymnen unserer Regierung samt Klimakanzlerin Merkel und Sigmar Gabriel, dem Energie und Kohleminister hört.

Auch in anderen Bereichen sieht es mit der Berichterstattung eher schlecht aus. Während Deutschland den Ausbau von Photovoltaik ab 2012 drastisch PV - jährlicher Zubau 2000 bis 2016zurückgefahren hat, mit der Begründung, die würde sich nicht mehr lohnen und PV müsse nun eine Atempause einlegen, so unsere Kanzlerin, boomt weltweit der Zubau von Photovoltaik um jährlich mindestens 30%. „PV müsse nun eine Atempause einlegen“ ist eine Formulierung, die sich an Dreistigkeit kaum noch überbieten lässt, denn mit dieser Pause hat man 80% der Photovoltaikindustrie in die Pleite getrieben und aus dem Land gejagt und ca. 80.000 Arbeitsplätze wurden innerhalb zwei Jahren vernichtet

Danach hat Deutschland in drei aufeinander folgenden Jahren ein Negativwachstum bei der Photovoltaik hingelegt und das wird sich vermutlich für 2016 nicht ändern. Auf jeden Fall hört man von der Bundesregierung nicht, dass sie etwas dagegen unternehmen will. Länder die sich bisher kaum um um den Einsatz von Photovoltaik gekümmert haben, setzen sich dagegen jetzt innerhalb kürzester Zeit an der Spitze. China, Indien und USA sind die Kandidaten. Dort hat der Ausbau zwar erst begonnen aber man hat hier sehr ambitionierte Ziele und legt ein gewaltiges Tempo hin. Vor allem befeuert der inzwischen so günstige Preis von PV-Anlagen , die ständig wachsende Nachfrage, trotz des inzwischen sehr billigen Ölpreises.
Das genau ist es was einen dann schon sehr ärgerlich stimmt, wenn man weiß, dass Deutschland durchaus in der Lage wäre am weltweiten Solarboom teilzuhaben und daran mit eigener Technik zu partizipieren. Hätten wir nicht eine Politik, die von  den alten Energien bestimmt wird und die weiterhin mit unnötigen Subventionen diese klimafeindliche Technik stützt, dann wäre eine neue Chance sich den neuen Techniken zuzuwenden, die uns eine Vielzahl von Arbeitsplätzen bescheren und uns im Export voran bringen, überhaupt erst gegeben.

Negative Berichterstattung

Heutige Berichte über die Energiewende sehen eher negativ aus. Die immer gleiche „Sau“ wird durchs Dorf getrieben. Berichte wie dieser „Düstere Prognose: Energiewende kostet Stromkunden mehr als gedacht“, gehören zum Alltag und sie werden ständig wiederholt und mit neuen Schauermärchen unterlegt.

Hier weitere Links wo dieser aktuelle Artikel(Aug. 2015) auch noch erschienen ist, teilweise unter dem Titel: „Energiewende teurer als gedacht – Stromkunden zahlen 28 Mrd. Euro pro Jahr.“

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/iw-studie-energiewende-kostet-stromkunden-28-milliarden-euro/12224228.html
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Stromkunden-zahlen-28-Mrd-Euro-pro-Jahr-article15778966.html
http://www.pro-lausitz.de/index.php/News-leser_o/items/stromkunden-zahlen-28-milliarden-fuer-energiewende-pro-jahr.html
http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2015-08/34745329-iw-energiewende-kostet-stromkunden-28-milliarden-euro-pro-jahr-003.htm

Übrigens häufen sich die Fälle in denen Artikel und Formulierungen  von großen Medienagenturen wortwörtlich und selbstverständlich ungeprüft übernommen werden.
Die Liste solcher Artikel kann man beliebig erweitern und es finden sich aus den letzten Jahren hunderte solcher im Netz. Die Botschaft lautet immer, Sonne und Wind machen den Strompreis teuer. Wenn man es oft genug wiederholt wird es auch geglaubt. Was diese Artikel in Bezug auf die Kosten für die Energiewende wert sind, sieht man z.B. in diesem Monitorbericht hier oder in diesem Kurzbeitrag von Prof. Eicke Weber hier.

Es gibt aber eine weitere Richtigstellung zu den  Behauptungen in den obigen Meldungen, die auf einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) basieren.  Das hatte sich bereits 2013 mit recht abstrusen Äußerungen zu den Strompreissteigerungen gemeldet. Im Klima- Lügendedektor  finden wir die notwendige Aufklärung. Die Berechnung des IW weist einen folgenschweren Berechnungsfehler und weitere 3 Ungenauigkeiten auf.

Im Handelsblatt finden wir die obige Berichterstattung auch am 23.08.2015. Erstaunlicherweise berichtet das Blatt eine Woche später das genaue Gegenteil.

Es titelt: Die Strompreis-Wende – „Strom ist erstmals seit 15 Jahren im Durchschnitt wieder etwas günstiger für private Endverbraucher. Der Preissturz auf dem am Großhandelsmarkt kommt allerdings nicht bei den Kunden an. Die Einsparungen sind minimal.“

Das stimmt dann ausnahmsweise einmal, aber auch hier ist eine sehr unsaubere Recherche zu beobachten und man kann den Zahlen in der Berichterstattung wieder wenig Glauben schenken. Wer tiefer in das Thema einsteigt, findet dann auch heraus, dass natürlich nicht die Strompreisbremse diese leichte Strompreissenkung ermöglicht hat. Fazit: Seriöse Berichterstattung geht anders.

Und hätte man es sich nicht gedacht: Natürlich findet nun diese Meldung viel weniger Resonanz in den Medien als die eine Woche zuvor. Bad news are good news – frei übersetzt: nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten oder nur mit schlechten Nachrichten lässt sich Geld verdienen, positive werden nicht gedruckt.