Temperaturen der Arktis derzeit etwa 20°C über dem Schnitt

Wissenschaftler schlagen Alarm aber in den Medien finden wir darüber sehr wenig. Statt dass unsere Medien nun auch endlich Klartext schreiben und über die Notwendigkeit einer beschleunigten Energiewende berichten würden halten sie ruhig und zeigen Verständnis für die derzeitige ausgebremste Energiewendepolitik. Es ist eigentlich kaum noch verständlich. Man hat das Gefühl als wenn Deutschland nichts von der Gefahr des Klimawandels hören will/soll. Nur in den Fachmedien werden diese Meldungen in ihrer ganzen Bedeutung wiedergegeben. Hier ein aktueller Bericht, der Agentur Zukunft – Büro für Nachhaltigkeitsfragen vom Max-Planck-Institut für chemische Energiekonversion. Sie finden diesen Bericht auch unter diesem Link

Arktische Eisschmelze droht mit weltweit unkontrollierbarem Klimawandel

19 Kippschalter in der Region

arctic-council-sei-stockholm-resilience-centre-logos Arktiswissenschaftler warnen immer eindringlicher davor, dass eine zunehmend schnelle arktische Eisschmelze polare „Kippschalter“ (Tipping Points) mit katastrophalen Folgen auslösen könne, weithin spürbar bis zum Indischen Ozean. Das immer schnellere Abschmelzen der Eiskappe in der Arktis führe dazu, dass 19 „Kipppunkte“ in der Region ausgelöst würden, mit katastrophalen Konsequenzen auf der ganzen Welt, schreibt u.a. der Londoner Guardian.

Der am 25.11.2016 vom Stockholm Environment Institute veröffentlichte Arktic Resilience Report stellt verbunden mit einer eindringlichen Warnung fest, dass die Auswirkungen der Arktischen Erwärmung bis in den Indischen Ozean spürbar wären, dass Veränderungen in der Region einen nicht mehr kontrollierbaren Klimawandel auf globaler Ebene verursachen könnten.

auswirkungen-der-arktiseis-schmelze-bild-the-arctic-resilience-reportDerzeit liegen die Temperaturen in der Arktis etwa 20° C über dem, was für diese Jahreszeit zu erwarten wäre, was die Wissenschaftler als „off the Charts“ (jenseits von Gut und Böse) bezeichnen. Das Meereis ist auf dem niedrigsten Stand, der je für diese Jahreszeit gemessen wurde. „Die Warnsignale werden immer lauter“, sagt Marcus Carson vom Stockholm Environment Institute, einer der Leitautoren des Berichts. „Diese Entwicklungen verstärken das Potenzial, Kipppunkte und viel größere Rückkopplungsschleifen auszulösen.“

Seminar zur Präsentation des Arktic Resilience Report in Stockholm am 25.11.2016 (Dauer: knapp 3 Stunden)

 

Die sogenannten Tipping Points allgemeiner Art identifizierten Hans-Joachim Schellnhuber und Ottmar Edenhofer vom PIK-Potsdam (siehe: solarify.eu/kipp-elementekipp-schalter) Neun potentielle Kipp-Elemente, die aus ihrer Sicht besondere Berücksichtigung bei der internationalen Klimapolitik finden sollten. Die Phänomene sind mit unterschiedlichsten Wahrscheinlichkeiten behaftet, was deren Eintreffen und die Wirkweise betrifft:

  • Arktisches Meereis
  • Grönländischer Eisschild
  • Westantarktischer Eisschild
  • Boreale Wälder
  • Amazonas Regenwald
  • El Niño und Südliche Oszillation (ENSO)
  • Sahara/Sahel- und Westafrikanischer Monsun
  • Indischer Sommermonsun
  • Thermohaline Atlantikzirkulation

Wenn ein solcher Tipping Point umgekippt ist, ist es sehr wahrscheinlich, dass dadurch das ein anderes wichtiges Element des Klimasystems negativ beeinflusst wird. Einige Kippelemente können einen sich selbst beschleunigenden irreversiblen Klimawandel in Gang setzen. Wegen der vielschichtigen Abhängigkeiten sind Prognosen über die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die äußert komplexen Zusammenhänge des Klimas schwer vorauszusehen.

Dazu passt das neue Video von Prof. Harald Lesch, der mittlerweile immer härtere Töne anschlägt wozu wir ihm ausdrücklich danken (ca. 14 min.).


https://www.youtube.com/watch?v=mfALmgAwPKQ

Lassen wir uns nicht unterkriegen.
Ihr Klaus Müller

Veröffentlicht in Energiewende, Klima, Medien, Politik

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