VORSICHT Anti-E-Kampagnen

In den letzten Monaten haben die Medien wirklich kein gutes Haar am Diesel gelassen. Aber man sollte auch fragen, war denn jemals ein gutes Haar dran? Der Stolz auf die deutsche Motorbauer- und Ingenieurskunst besteht ja nicht zu Unrecht. Wir haben aber eine merkwürdige Sicht der Dinge, denn wir glauben aus dem Erfolg der Vergangenheit die Rezepte für die Zukunft ableiten zu können. Fakt ist, die Konzerne haben "geschummelt", so sagt man das heute. Im rechtlichen Sinne haben sie betrogen und sich z.B. in den USA sehr hohe Strafzahlungen in Milliarden-Höhe eingehandelt. Die Manager die in der Schusslinie standen, werden und wurden bereits mit hohen Geld- und Gefängnisstrafen bedeckt. Fünf von sechs Managern werden von den USA international gesucht und können die USA nie mehr betreten.

VORSICHT Anti-E-Kampagnen

eAuto-ÖlfässerNun wird verkündet man arbeite an der Verbesserung der Dieseltechnik. Allerdings sind hier kaum noch Verbesserungen möglich, man ist bereits am Ende der physikalischen Möglichkeiten angelangt. Das was noch möglich wäre sind minimale Verbesserungen. Die befinden sich allerdings auf einer Skala, die sich bei Verbrennungsmotoren grundsätzlich sehr weit unterhalb der eines vergleichbaren Elektromotors angesiedelt ist. Es nutzt auch nichts, dass der Diesel etwas besser als der Benziner abschneidet. Rechnerisch müsste man eine Verdreifachung des Wirkungsgrades erzielen um an den E-Motor heran zureichen. Der Brennstoff, Benzin oder Diesel werden nur, je nachdem wie man es rechnet zu 20 bis 30 Prozent in Fortbewegung umgesetzt, der größere Anteil wird als Wärme über den Kühler abgeführt. Bei unseren heutigen Autos handelt es sich also, wenn man so will, um fahrende Heizkörper. Der Treibstoff wird mit zu hohen Verlusten in Bewegung umgesetzt.

Der schlechte Wirkungsgrad

Dieser schlechte Wirkungsgrad findet sich auch bei unseren Kraftwerken wieder. Die meisten Kohle- oder Atomkraftwerke verwenden ihren Brennstoff auch nur zu einem Drittel um Strom herzustellen. Zwei Drittel verschwindet über die hohen Kühltürme als Abwärme. Die gleiche Dilemma wie bei unseren heutigen Autos.

100.000km Verschleiß eAuto vs VerbrennerBeim Auto gibt es aber eine Alternative, die kaum Abwärme erzeugt. Deshalb sollten wir sie dringend nutzen, denn sie bietet viele weitere Vorteile. Angefangen von der großen Wartungsfreiheit, weil wesentlich weniger Bauteile benötigt werden, über die sehr lange Haltbarkeit der Akkus, bis hin zur Unabhängigkeit von fremder Treibstofflieferung.

Das Elektroauto, kommt im Zuge der Dieseldebatte immer öfter in die Diskussion. Gleichzeitig aber begleitet uns eine Medienkampagne, die ausschließlich vermeintliche Nachteile des eAutos thematisiert um heftig gegen das eAuto zu schießen. Dabei wird keinesfalls vor Falschbehauptungen, Verdrehungen und Lügen zurückgeschreckt. Das ist etwas, was Energiewende-Befürworter auch seit langem kennen: Falschbehauptungen, Verdrehungen, Halbwahrheiten und Lügen.

eAuto-weniger WartungDie Regierung bzw. die KFZ-Industrie geht ganz ergebnisoffen an Alternativen heran und bietet uns gleich drei davon an: Den Hybrid-Antrieb, das reine Elekro-Auto und das Brennstoffzellenauto, also die Wasserstofftechnik.
Ich werde in einem der nächsten Blogs ganz genau darauf eingehen, warum nur das reine Elektro-Auto die wirkliche Alternative ist. Ich weiß, das klingt provokativ, das soll es auch sein. Aber das Thema ist zu wichtig, als dass man es nur mit ein paar Sätzen abtut.

Viele versprechen sich ja vom Plug-in-Hybrid, also dem Elektroauto, dass die ersten Kilometer rein elektrisch fahren kann sehr viel und andere wünschen sich das Brennstoffzellenauto. Hie bedarf es einer ausführlichen Erklärung. Heute muss eine einzige Grafik und zwei Videos als als Erklärung genügen. Bein nächsten mal mehr.

Die größter Reichweite hat das eAuto pro kWh

Das eigentliche Thema

ist das Fehlverhalten der Medien und zwar in zwei Fällen.

Fall 1: Die aktuelle ANTI-ELEKTROAUTO-KAMPAGNE. Für mich kam sie nicht unerwartet und wie oben angedeutet, musste auf das monatelange (zurecht erfolgte) Diesel-Bashing nun der Gegenschlag der Industrie folgen. Und der kam in kurzen Abständen gleich mehrere Male über Nachrichtenportale und Zeitungen. Viele bezogen sich auf eine schwedische Studie in der behauptet wurde, das eAuto sei in Wirklichkeit unökologisch und man müsse es acht Jahre fahren, damit es in der Summe gerechnet, gegenüber einem Verbrennungsauto, seinen ökologischen Vorteile erzielen könne. Das ist, so wie es sich jetzt herausstellte, in Teilen sogar falsch wiedergeben bzw. falsch übersetzt worden.

"Die SHZ-Gruppe hat vergangene Woche über eine Studie aus Schweden berichtet, die angeblich belegt, dass Elektroautos pure CO2-Schleudern seien. Focus Online hat darauf ebenfalls über die Studie berichtet. Leider haben wohl weder die SHZ noch Focus Online die Studie gelesen. Entsprechend großer Unsinn steht in den jeweiligen Artikeln. Umso mehr Menschen fühlen sich in ihren Vorurteilen gegenüber Elektroautos bestätigt."
Andere Meldungen haben unterschiedlichste Behauptungen zusammengefasst und zu einem Bild verwoben, dass das E-Auto als völlig unausgereift und untauglich darstellt.

Fall 2: Die Kampagnen gegen die Energiewende. Hier auf unseren Seiten habe ich ja bereits sehr häufig darauf hingewiesen, dass sehr viele Kampagnen, aber auch andere Dinge hinter den Kulissen gelaufen sind, um die Energiewende auszubremsen und möglichst zu behindert und zu stoppen.

ANTI-ELEKTROAUTO

Die Behauptungen sind fast überall die gleichen und sie sind von vielen aktiven aufmerksamen Menschen und Institutionen inzwischen als Mythen entlarvt worden. Es bedarf allerdings einer genauen und verständlichen Darstellung. In vielen Internetforen, wie z.B. in der Facebook-Gruppe Europäische Energiewende, hat es sehr gute Debatten und Ansätze dafür gegeben. Eine Seite mit einer sehr guten Zusammenstellung und Übersicht möchte ich heute komplett zitieren. Sie kommt von der FB-Seite Politik und Zeitgeschehen. Vielen Dank an die Leute von "Politik und Zeitgeschehen" für die freundliche Genehmigung.

Was es aber auch dringend notwendig ist, wäre eine Untersuchung. Wer hat diese Kampagnen auf den Weg geschickt? Meist sind sie sehr neutral geschrieben, sodass man nicht auf den ersten Blick die Autoindustrie dahinter vermuten wird.

Behauptungen

  • Begrenzte, zu geringe Reichweite
  • giftige brennbare Akkus, dazu auch noch aus seltenen Erden, deshalb schlechte(re) Umweltbilanz für das E-Auto
  • zu teure Elektroautos wegen der teuren Akkus
  • kaum Aufladestationen
  • sehr lange Ladezeiten
  • und vor allem, wo soll denn der viele Strom herkommen Kohle/Atom? Die Autos würden für einen Mehrbedarf sorgen der durch Erneuerbare dann schon gar nicht gedeckt werden kann.
  • Netze brechen zusammen wenn alle Autos laden.

Hier nun der Beitrag von "Politik und Zeitgeschehen" eine Facebookgruppe

Quelle: FB Politik und Zeitgeschehen
** VORSICHT ANTI-ELEKTROAUTO-KAMPAGNE! **

In den letzten Wochen startete eine massive von der Autolobby gestartete Kampagne zur Diffamierung des Elektroautos. Das Kernargument ist, dass das Elektroauto bei genauerem Hinsehen ein "Klimakiller" sei, denn a) benötigt der Akku bei der Herstellung ja Energie und b) muss der Strom ja auch irgendwo herkommen, und momentan sind das u.a. CO2-erzeugende Gas-, Öl- und Kohlekraftwerke. Und das, so die Logik, wäre ja dasselbe wie wenn man den Sprit im Auto verbrennen würde.

Fakt ist allerdings, dass das einfach nicht stimmt. Die Grafik* schlüsselt das schön auf: SELBST WENN man den Sprit im Kraftwerk verbrennt, steht das Elektroauto besser da. Warum ist das so? Weil ein Motor (und ein Kraftwerk ist nichts anderes als ein sehr großer Motor) in seiner Effizienz zunimmt je größer er ist, da fixe Verlust-Faktoren wie Reibung, Getriebe, Wärme etc. sich bei großen Motoren weniger stark auswirken. Zusätzlich kann man jede erdenkliche Maßnahme ergreifen um die Effizienz zu steigern, was beim Automotor zumeist an Größen- und Gewichtslimits scheitert. D.h. ein Kraftwerk (64% Wirkungsgrad) verbrennt nicht nur mindestens doppelt so effizient wie ein Automotor (im Idealfall 27% Wirkungsgrad, in der Realität eher 16%), es stößt auch deutlich weniger Schadstoffe und CO2 aus, da die Verbrennung effizienter ist und hochwirksame Filteranlagen installiert werden können, die fürs Auto viel zu schwer und aufwendig sind. Darüberhinaus kann das Kraftwerk die entstehende Abwärme für Fernwärme nutzen, während diese beim Auto -bis auf die Heizung im Winter- nur zur globalen Erwärmung beiträgt.

Doch nun zum "Argument", dass der Strom ja aus CO2-erzeugenden Kraftwerken kommen würde: Ja, das ist JETZT MOMENTAN noch der Großteil, aber a) es wird immer weniger und b) kann jeder wenn möglich Solarzellen selbst auf dem Dach installieren, sich an einer Windkraftanlage beteiligen - oder einfach zu einem Ökostromanbieter wechseln. Und wenn die Nachfrage nach Ökostrom mal das Angebot übersteigt, werden von den Ökostromanbietern halt Solar- oder Windparks oder Unterseekabel nach Norwegen gebaut (die haben grundlastfähigen Wasser-Ökostrom und wissen nicht wohin damit***!)

Eines DER Kernargumente des Elektroautos (und Strom als Energieträger), neben dem sensationellen 97%-Wirkungsgrad des Elektromotors, der Möglichkeit beim Bremsen Strom und damit "Sprit" zu erzeugen und der dramatisch verbesserten Verschleißfreiheit**, ist die UNABHÄNGIGKEIT. Nur Strom ermöglicht uns eine Flexibilität, die wir beim Auto nie gekannt haben. Es gibt heute schon zig Möglichkeiten Strom zu erzeugen, und es kommen immer wieder neue dazu (wusstet ihr z.B., dass es stromerzeugende Bakterien gibt?****). Auch bei den Stromspeichern gibt es zig verschiedene Ansätze, und es kommen ständig neue dazu. Momentan ist Lithium-Ionen die Akkutechnik der Wahl, die übrigens kein "Sondermüll" sind, da keine Schwermetalle enthalten sind, und die übrigens fast vollständig recycled werden können, sobald sie mal das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben (was bei Elektroautos scheinbar deutlich länger auf sich warten lässt als gedacht, es gibt Toyota Priusse, die schon fast 1 Mio KM und Teslas, die schon 320.000 KM mit demselben Akku fahren!**). Aber wenn morgen jemand einen neuen Akkutyp erfindet oder ein neuartiges Kraftwerk, können die Autohersteller und damit die Menschheit SOFORT darauf umstellen und das nutzen! Sogar alte Autos können gegebenenfalls mit neuen Akkutechnologien nachgerüstet werden! Bei Öl sind wir als Quelle auf erdölexportierende Länder angewiesen, man muss Krieg um den Zugang zu Öl führen, zu terrorunterstützenden Ölscheichs nett sein, Pipelines durch politisch instabile Länder legen, Öltanker fahren lassen, Tiefseebohrungen machen, Ölsand waschen, Raffinerien betreiben, Tanklaster durchs Land fahren lassen - all das muss auch berücksichtigt werden in der Ökobilanz! Oder man schraubt sich einfach Solarzellen aufs Dach und erzeugt seinen eigenen "Sprit"! Welche der beiden Varianten hört sich sinnvoller und ökofreundlicher an?

Die Frage, die sich einige sicher stellen ist: Warum sollte die Autoindustrie etwas gegen das Elektroauto haben, wenn sie dadurch doch jedem ein neues Auto verkaufen könnten? Die Antwort darauf lautet, dass die weiter denken: Denn erstens halten Elektroautos nicht nur 3-4x so lange (ja, inklusive Akku!) wie Verbrennungsautos**, sondern es bedarf auch keines großen Knowhows oder der Lizensierung von Patenten der Autoindustrie, um eines herzustellen (Tesla hat seine Patente für alle freigegeben!). D.h. die Exklusivität der großen Autohersteller wird durch das Elektroauto gefährdet. Darüber hinaus verdient ein Hersteller im Laufe eines Auto-Lebens nochmal soviel an Ersatzteilen wie am Kauf des Neuwagens, und der Ersatzteilbedarf bei Elektroautos ist *dramatisch* geringer, da aufgrund der deutlich simpleren Konstruktionsweise einfach viel weniger mechanischer Verschleiß stattfindet**.

P.S: Und bevor uns irgendjemand unterstellt, dass wir für die "Elektroautolobby" tätig seien: Was genau soll das sein? Tesla? Ernsthaft? Überlegt euch mal eher, wer hier die Lobbyisten in den Ministerien sitzen hat und Milliarden für PR und Kampagnen ausgibt! 

Quellen:

*) Kraftwerksverbrennung vs Autoverbrennung: http://www.nie-mehr-benzin.de/.../elektro.../comment-page-1/
Über die schwedische CO2-Studie und effizientere Kraftwerksverbrennung: https://www.youtube.com/watch?v=WDXqSwomn1c

**) Verschleiß bei Elektroautos, 1-Mio-KM-Prius usw:
https://shift.newco.co/this-is-how-big-oil-will-die...

***) Ökostrom aus Norwegen:https://www.youtube.com/watch?v=sxC9iGmYexc

****) Stromerzeugende Bakterien: http://www.n-tv.de/.../Bakterien-erzeugen-Strom...

Fakten und Zahlen zu CO2-Emissionen der unterschiedlichen Autotypen: bit.do/co2-emissionen

Weitere gute Videos zum Thema Elektroautos vs Verbrennerautos:

Über Verbrennung im Kraftwerk vs Auto:https://www.youtube.com/watch?v=8HdSwAS2VT4
Wirkungsgrad-Rechnung Tesla vs Passat:https://www.youtube.com/watch?v=5V7DvFFBLJg
Über Entwicklungen bei der Akkutechnologie:https://www.youtube.com/watch?v=BCloYybApC8

VORSICHT ANTI-ENERGEIWENDE-KAMPAGNEN

Die Erneuerbaren Energien sahen sich immer schon Kampagnen, Meinungsmache und Unterstellungen ausgesetzt. Man konnte das von Anfang beobachten. Fast immer wurde es über die Medien transportiert um dann an Stammtischen die Runde zu machen. Angefangen von der Behauptung, "EE können niemals mehr als 4 % des elektrischen Strom in diesem Land zur Verfügung stellen", bis hin zu den jetzigen Kampagnen, z.B. "wegen der Erneuerbaren Energien drohe uns ständig der Strom-Blackout". Man kann sich fragen: wissen und wussten es die Medien nicht besser oder was trug dazu bei, dass Medien zu willfährigen Übermittlern solch dummer Botschaften wurden? Meine Antwort dazu: Die Medien waren (mit wenigen Ausnahmen) aus den unterschiedlichen Gründe nie wirklich in der Lage und bereit, dieses Geschehen auch als gezielte Kampagnen der Energiekonzerne zu entlarven und zu enttarnen. Es gibt aber auch aufrichtige Journalisten und Redakteure die sehr kritisch versucht haben dagegen zu halten. Eine dieser Ausnahmen ist z.B. der großartige Redakteur Jürgen Döschner, der in einem Fall, der sehr lesenswert ist, auch aufzeigt wo manchmal die Grenzen des Machbaren sind.

Behauptungen der ANTI-ENERGEIWENDE-KAMPAGNEN

Merkel 4 Prozent ErneuerbareViele Parolen und getürkte Argumente gegen die Energiewende findet man hier auf unserer Seite. Die ganz alten Argumente die die Konzerne aufführten lassen einen aus heutiger Sicht nur schmunzeln.  Aber es ging ja immer so weiter bis dann die Energiekonzerne einen Gewaltigen massiven Block einzogen, denn nun war es soweit gekommen, das die Erneuerbaren zu eine gewaltigen Konkurrenz herangewachsen waren. Dann kam als Antwort die eine Kampagne der INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft).

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ist eine im Jahr 2000 vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall gegründete und von Arbeitgeberverbänden getragene advokatorische Denkfabrik und Lobbyorganisation (Wikipedia). Wie fast alle aktiven Kampagnen werden diese mit sehr hohem finanziellen Aufwand in PR-Agenturen entworfen und das wichtige dabei ist, die eigentlichen Auftraggeber dürfen und sollen nicht entdeckt werden. Das ist ein Mittel, das man in der PR-Welt Leise-PR nennt. Würden die Auftraggeber bekannt, dann wäre von Anfang an klar, welche Intentionen hinter den Kampagnen stecken und sie würden verpuffen, trotz der Tarnung die man ihnen inhaltlich verpasst hat. Diese Propaganda kommt für den Leser immer sehr neutral rüber und deshalb erst wirken sie.

Zu diesem Thema übernehme ich den ganzen Blog-Beitrag von Hans-Josef-Fell

Die Kampagnen der Initiative neue soziale Marktwirtschaft gegen das EEG

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Die Kampagnen der Initiative neue soziale Marktwirtschaft gegen das EEG

In der letzten Zeit gibt es im Vorfeld der Bundestagswahl wieder auffällig viele Berichte in verschiedenen Leitmedien wie Bild, Bild am Sonntag, FAZ, Handelsblatt, Wirtschaftswoche, Welt u.a., die die Erneuerbaren Energien in ein schlechtes Licht als Preistreiber und Problem für die deutsche Wirtschaft rücken. Eine ausgewogene Darstellung unter Berücksichtigung der positiven Effekte der Erneuerbaren Energien oder gar deren zwingende Notwendigkeit für den Klimaschutz findet dort so gut wie nicht statt. Solche Berichte haben seit vielen Jahren Konjunktur und können nur mit einer gezielten Diffamierungskampagne gegen Erneuerbare Energien erklärt werden, die dahinter steckt.

So veröffentlichte Mitte August das Institut für Wirtschaft in Köln ein Policy Paper mit dem Titel „Energiepolitische Unsicherheit verzögert Investitionen in Deutschland“ in dem es darlegt, dass Unternehmen Investitionen zurückhielten, da die energiepolitischen Rahmenbedingungen nicht genug Sicherheiten bieten würde. Dabei bezieht sich das Papier zu einem großen Teil auf energieintensive Unternehmen, die ohnehin von der gesamten oder auch teilweise von Umlagen und Entgelten befreit ist. Gleichzeitig wird kritisiert, dass durch die steigende EEG-Umlage die Kosten für Unternehmen, die nicht von diesen Ausnahmen profitieren, steigen und damit deren Wettbewerbssituation verschlechtern. Keinen Platz in der Diskussion findet, dass die Umlage unter anderem in den letzten Jahren gestiegen ist, weil die Ausnahmeregelungen zugenommen haben und somit die Belastung für die anderen Verbraucher zunimmt.

Journalistisch top aufbereitet und unterlegt mit scheinbar erdrückenden Faktendarstellungen blenden sie den Laien und halbinformierten Fachmann. Sie sollen offensichtlich den Boden für weitere Verschlechterungen der politischen Rahmenbedingungen für die Erneuerbaren Energien schaffen, wie es schon in der Vergangenheit geschehen ist, um damit dem Fortbestand der fossilen Wirtschaft und womöglich sogar der erneuten Laufzeitverlängerung der noch nicht abgeschalteten Atomkraftwerke den Weg bereiten.

Begonnen hat diese neue Kampagne gegen die Erneuerbaren Energien Ende Januar dieses Jahres. Die Initiative neue soziale Marktwirtschaft (INSM) hat eine „Faktensammlung – Die Fehler der Energiewende“ veröffentlicht, in der sie Fake News über die Erneuerbaren Energien verbreiten wollte. Darin versuchte die INSM „Fakten“ zu verbreiten, warum die Energiewende zu teuer und zum Scheitern verurteil sei.

Es war nicht die erste Kampagne gegen die Energiewende dieser Lobbyorganisation, die von den Arbeitgeberverbänden der Metall-und Elektroindustrie gegründet worden ist.

So zum Beispiel 2012, nach der Katastrophe von Fukushima. Als der Ausstieg vom Atomausstieg beschlossen worden ist und die Erneuerbaren Energien einen erneuerten Boom erlebt haben. Hier malte die INSM den Teufel an die Wand (und das nicht nur bildlich gesprochen), indem sie vor den Erneuerbaren Energien warnten und ein Ende der Ökostromförderung in Form des EEG forderten. Die INSM ist Ursprung der Kampagne „Hilfe die Energiewende wird unbezahlbar“. (Print Anzeigen)

Als Heilmittel gegen die „Kostenexplosion“ sieht die INSM das Quotenmodell. (Werbung für das Quotenmodell) Seit Jahren macht sie Werbung für dieses ungeeignete Instrument. Erst letzten Oktober veröffentlichte die INSM ein Gutachten, das sie beim Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomik (DICE) in Auftrag gegeben hatte. Laut des Gutachtens wirke das Quotenmodell den „explodierenden Kosten“ von 520 Milliarden Euro bis 2025 entgegen. Dass dieses aber gänzlich ungeeignet ist für die Energiewende und im Endeffekt wahrscheinlich sogar teurer für den Verbraucher werden dürfte, lässt die INSM außer Acht.

Des Weiteren versucht die INSM individuelle Ängste vor der Energiewende zu schüren: Mit dem „EEG-Milchmädchenrechner“ von 2012 soll sich jeder selber ausrechnen können, wie viel ihn die Energiewende kostet. So wird gezielt an der Angst der Bevölkerung vor finanzieller Schlechterstellung angesetzt.

Von den Interessen des alten fossil atomaren Wirtschaftskomplexes getrieben, nimmt die INSM mit ihren plakativen Kampagnen gegen das EEG Einfluss auf den Bundestagswahlkampf. Mit Printanzeigen „Rettet die Energiewende“ machte sie Werbung für das Ausschreibungsmodell, „droht“ der Politik gar mit Stimmverlust, wenn sie die Stromkosten nicht begrenze. Gleichzeitig gibt sie den Wählern das Gefühl, dass sie nicht ernst genommen werden („Wenn das Volk günstigen Strom will, soll es doch Batterien kaufen“ in Anlehnung an Marie-Antoinette).

Durch Rosinenpickerei versucht die INSM, die Stimmung in der Bevölkerung gegen die Erneuerbaren Energien zu wenden und so die Interessen ihrer Mitglieder zu schützen.

Um die Hintergrunde der INSM besser zu verstehen, habe ich eine Serie vorbereitet, die in loser Folge einiges beleuchten will. Im nächsten Beitrag folgt mehr zu dem Thema: „Wer ist die INSM?“

Einen sonnigen Herbst wünscht
Ihr Klaus Müller

Veröffentlicht in eAuto, Energiewende, Lobby, Medien, Politik
Ein Kommentar zu “VORSICHT Anti-E-Kampagnen
  1. Hier steht auch so ein Beitrag, der ins Bild passt:
    https://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/DEUTSCHLAND/thema-einspruch/Was-wirklich-zum-Himmel-stinkt-artikel9997026.php
    Der Herr Prof. Klingner steht sowohl der AfD als auch der Autoindustrie nahe, wird er doch von ihr bezahlt. Kein Wunder wenn dann solche Ergüsse raus kommen.

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