Wenn kein Wind weht kommt Atomstrom aus Frankreich

Wenn kein Wind weht importieren wir Atomstrom aus Frankreich. Das ist ein bekanntes Argument. Gleich vorweg:

DAS IST FALSCH und es ist ein Mythos – Seit Jahren benötigen wir keinen Atomstrom mehr aus Frankreich – Andersherum wird ein Schuh draus.

Es ist genauso falsch wie die meisten Behauptungen der Atomindustrie! Deutschland hat seit Jahren einen sehr hohen Strom-Exportüberschuss. Das liegt vor allem daran, dass immer wenn der Wind weht und Sonne scheint, die Kohle- und Atomkraftwerke nicht abgeschaltet werden können. Dann haben wir zu viel Strom, den wir exportieren. Was aber wenn Sonne und Wind wenig leisten? Ganz klar, dann versorgen wir uns mit den vorhandenen Kraftwerken. Dumm nur, dass dazu immer weniger Gaskraftwerke gehören, die können nämlich ganz abgeschaltet werden, wenn Sonne und Wind viel leisten.

Woher kommt dann der Mythos: „Wir importieren Atomstrom aus Frankreich“? Frankreich ist das Land mit den meisten Atomkraftwerken in Europa. Derzeit laufen dort 58 Reaktoren, 12 sind aber aufgrund von Wartungs- und Überholungsarbeiten abgeschaltet. Mindestens die Hälfte der Meiler sind aber bereits ins Alter gekommen, ….

…. daher auch die 12 abgeschalteten Reaktoren. Verbessern wird sich das nicht, denn nur ein neuer Reaktor ist im Bau.
Jetzt aber finden wir eine Meldung in der Tagesschau vom 13.01.2017 20:06 Uhr, die passt so gar nicht zu der Behauptung: Wenn kein Wind weht importieren wir Atomstrom aus Frankreich.

Frankreich droht der Blackout

Frankreich droht eine Kältewelle – und ein Stromkollaps. Schuld sind mangelhafte Atomkraftwerke. Die Energieministerin berief eine Krisensitzung ein. Im Notfall müssen ganze Regionen stundenweise im Dunkeln sitzen.

Frankreich droht Blackout vs Wenn kein Wind nicht weht importieren wir Atomstrom aus Frankreich

Wenn kein Wind weht importieren wir Atomstrom aus Frankreich. Das ist so falsch wie die meisten Behauptungen der Atomindustrie die wir so kennen

Dazu muss man wissen, dass die Franzosen mit ihrem Atomstrom natürlich auch heizen, der sogar illegal unter Gestehungspreis verkauft wurde, wie wir der Meldung aus TELEPOLIS entnehmen. Dort heißt es gleich in der Überschrift: Atom-Frankreich hängt am europäischen Strom-Tropf

Wenn nun die selbst erzeugte Strommenge nicht ausreicht, dann muss Frankreich Strom importieren. `Und ganz klar werden die Nachbarländer einspringen, allen voran Deutschland. Würde aber auch in den Nachbarländern sehr viel Strom gebraucht, dann hat Frankreich ein Problem. Diejenigen die dem Mythos des nach Deutschland exportierten Atomstromes huldigen allerdings auch.

Aufhören mit den Mythen

Es wird Zeit, dass sich die Medien den energiepolitischen Realitäten stellen, denn wer weiß denn schon, dass die Leistung aller Atomkraftwerke weltweit recht gering ist. Knapp 5 % der Primärenergie werden von 439 Atomkraftwerken weltweit hergestellt. Dazu finden wir in Wikipedia folgende Aussage:
„Derzeit nutzen 31 von 195 Staaten (inklusive Taiwan) weltweit Kernenergie. Knapp die Hälfte der 439 in Betrieb befindlichen Reaktoren steht in den USA (99), Frankreich (58) und Japan (43).[14] Fast alle Prognosen aus der Vergangenheit für den Ausbau der Kernenergie traten später nicht ein; sie erwiesen sich als überhöht. So erwartete die IAEO 1976 einen weltweiten Ausbau der installierten Leistung von Atomkraftwerken bis zum Jahr 2000 auf 2300 Gigawatt. Diese Zahl wurde in den folgenden Jahren immer weiter reduziert. Tatsächlich waren 2000 dann nur 350 GW installiert.[15].
Hier finden wir also auch einen Mythos der sich über Jahrzehnte gehalten hat. Die Medien waren bisher nicht in der Lage die absurden Allmachts-Vorstellungen der Atomindustrie zu berichtigen.

Vielleicht ist der Tagesschaubericht (übrigens von Jürgen Döschner – wem sonst) ein Anfang die Mythen der Atomenergie dahin zu befördern wo sie hingehören – auf den Müllhaufen der Geschichte.

Wenn kein Wind weht importieren wir Atomstrom aus Frankreich – von wegen!

Hier noch ein paar Auszüge aus Jürgen Döschners Bericht:
„Heute, am Freitag den 13., trafen sich Vertreter von 13 Energieunternehmen in Paris zu einem geheimen Krisentreffen. Energieministerin Segolène Royal hatte sie einbestellt. Es ging um nichts Geringeres, als den Zusammenbruch der Stromversorgung zu verhindern.

Wie ernst das Problem nicht nur für Frankreich selbst ist, beschreibt Andreas Preuß, Sprecher des deutschen Übertragungsnetzbetreibers Amprion. Man beobachte die Lage in Frankreich sehr genau. „Wir sind mit den anderen Übertragungsnetzbetreibern in Kontakt, um geeignete Maßnahmen zu ergreifen“, sagte er. Wie die Lage in der kommenden Woche genau sein werde, wisse er nicht. Aber im gesamten Europa sei die Situation im Netz angespannt.

Bereits seit Wochen importiert Frankreich Strom

Das Problem: Seit Dezember sind in Frankreich rund zehn große Atomkraftwerke vom Netz gegangen. So viele gleichzeitig wie seit zehn Jahren nicht. Die meisten liegen still, weil fehlerhafter Stahl verbaut wurde und nun neue Sicherheitsprüfungen nötig sind. Bereits seit Wochen importiert Frankreich deshalb zusätzlich große Mengen Strom – vor allem aus Deutschland, Belgien, Großbritannien und Spanien. Doch in der kommenden Woche droht eine Kältewelle. Da in Frankreich überwiegend mit Strom geheizt wird, könnte es ab Mittwoch zu Engpässen kommen.“

Dank an Jürgen Döschner

 

Veröffentlicht in Atom, Energiewende, Energiewirtschaft, Lobby

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