Ziele der Energiewende

sind, neben der Bekämpfung des Klimawandels, dem Ausstieg aus der Atom- und konventioneller fossiler Energie eine komplette Unabhängigkeit von Energierohstoffen herbeizuführen. Deutschland muss jedes Jahr knapp 80 Milliarden Euro für den Import von Kohle, Gas und Öl an russische Gasbarone und Ölscheichs überweisen (Zahlen aus 2013). Das wären 2.4 Billionen Euro in 30 Jahren. der damalige Umweltminister Altmaier hatte in der FAZ vorgerechnet, dass die Energiewende in den nächsten dreißig Jahren etwa 1.000 Milliarden Euro also 1 Billion Euro kosten könnte. Wie also kann man wirtschaftlich günstiger clever handeln? Allein diese Rechnung besagt alles. Das aber verschwieg Altmaier und auch die Medien konnten sich so schnell die Dreisatzrechnung nicht mehr erinnern, die ausgereicht hätte, Altmaiers vorsätzliche Halbwahrheit zu entlarven!

Das unbekanntere Ziel – Technik billiger machen

Um Erneuerbare Energien zur Marktreife zuführen muss die Technik günstiger werden (das ist bereits in einem Bereich schon gelungen – wie sie im Weiteren erfahren werden). Das war von Anfang an der Plan der damaligen Rot/Grünen Regierung, die die Energiewende eingeleitet hatte. Die Energiewende beinhaltet die Bereiche Strom, Wärme und Mobilität. Für den Bereich Strom wurde das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) beschlossen, mit dem der Ausbau der Erneuerbaren gefördert wurde und wird. In Dänemark gibt es übrigens einen viel schöneren und treffenderen Begriff für Erneuerbare Energie: Bleibende Energie.

Die Wirkungsweise des EEG ist in der Öffentlichkeit nie richtig verstanden worden und damit war es auch leicht diese Förderung zu diffamieren. Aber genau diese Förderung brachte die Technik, die am häufigsten als unwirtschaftlich beschimpft wurde,  als erste ans Ziel, die Photovoltaik! PV ist heute so billig, dass sie sich wirklich jeder leisten kann und sie bereits (fast) ganz ohne Förderung auskommt.  Sie kann damit erfolgreich gegen herkömmlichen Strom konkurrieren!

Das Kuriose an diesem Förderinstrument war:  Selbst die Erfinder des EEG konnten sich damals nicht vorstellen wie schnell dieses Förderinstrument die einzelnen Techniken voran bringen würde.

Bei den einzelnen Techniken, Wind, Sonne, Biogas, gab es aber von Anfang an unterschiedliche preisliche Einsparpotentiale, wobei die Solartechnik die größten besaß und vermutlich weiterhin besitzt.

Das EEG war und ist ein geniales Förderinstrument und wurde deshalb von ca. 45 Ländern auf der Welt kopiert. Seit einigen Jahren fürchten und bekämpfen es die konventionellen Stromerzeuger wie der Teufel das Weihwasser.

Wie funktioniert(e) die Solarstromförderung?         hier klicken
Anfangs waren PV-Anlagen exorbitant teurer. Die Module wurden damals von Hand gelötet und zusammengebaut, die Herstellung der eigentlichen Zellen ein hoch komplizierter Prozess. Niemand hätte sich in den 90er Jahren eine solche Technik gekauft um damit Strom für seinen Eigenverbrauch zu erzeugen, denn der aus diesen Anlagen erzeugte Strom kostete damals umgerechnet auf den Kaufpreis ca. 0,80 EUR pro Kilowattstunde. Damit diese Solarstromanlagen billiger würden, musste eine Nachfrage erzeugt werden und vor allem ständig erhöht werden. Am Anfang gab es das 1.000-Dächer-Programm, dann das 100.000-Dächer-Programm. Eine fortlaufende direkte Subvention über den Bundeshaushalt war für dieses langfristige Vorhaben aber eher ungeeignet, denn sie würde ständig der Gefahr ausgesetzt sein, wegen wichtigerer Ausgaben im Bundeshaushalt unterbrochen zu werden. So erfand man die kostendeckende Vergütung. Damit interessierte Bürger sich so teure Solaranlagen anschaffen konnten, sollte der erzeugte Strom ins elektrische Netz eingespeist werden und die Anlagenbetreiber bekamen pro Kilowattstunde eine hohe Vergütung vom E-Werk über 20 Jahre garantiert. Damit sollte das Risiko, das die Anlagenbetreiber hatten, abgesichert werden. Diese Vergütung wurde von den E-Werken auf die Bürger über die Stromrechnung umgelegt. Im Jahr 2000 z.B., dem ersten Jahr der Förderung, bekamen die Anlagenbetreiber 99 Pfg. pro kWh (Einspeisevergütung). Das klingt sehr hoch, war aber in der Summe ein verschwindend kleiner Betrag den man auf seiner Stromrechnung kaum merkten konnte. 99 Pfg/kWh reichten den Anlagenbetreibern, um für ihre Investition eine hinreichende Sicherheit zu erhalten um mit einem positiven Ergebnis (ein realer Gewinn von ca. 6% – 8% Rendite / Problem in Süddeutschland war die Rendite auch höher wegen der höheren Sonneneinstrahlung) über 20 Jahre heraus zu kommen.

Immerhin blieb anfangs die Unsicherheit: Würde die Anlage so lange halten und welche Reparaturkosten würden noch auftreten? Diese Art der Förderung kam so gut bei den Interessenten für diese neue Technik an, dass in den ersten Jahren aufgrund der hohen Nachfrage die Hersteller mit ihrem bis dahin kleinen Produktionsvolumen nicht nach kamen. Die Gesamt-Jahresproduktion war oft schon im ersten oder zweiten Jahres-Quartal ausverkauft. Die deutschen Hersteller bekamen dadurch die notwendige Investitionssicherheit für den Bau weiterer Produktionsstätten, was dazu führte, dass die Fertigung rationalisiert werden konnte und die Preise auch zu sinken begannen.

Entwicklung Vergütung PV-Anlagen

Photovoltaikpreise sanken Jahr für Jahr
Jährlich kamen Produktionssteigerungen von 30 bis teilweise 60% und mehr zusammen, was den Preis der Solarmodule jedes Jahr deutlich fallen ließ. Jedes weitere Jahr konnte die Produktion verbessert und rationalisiert werden. Die relativ hohe Anzahl deutscher und europäischer Hersteller sorgte für einen ständigen Preiskampf und gesunde Konkurrenz. Dementsprechend konnte die Einspeisevergütung jährlich abgesenkt werden. Damit stieg jedes Jahr die Anzahl der neu zugebauten Anlagen, mit der Folge, dass mit der gleichen (Förder)-Geldmenge im nächsten Jahr noch mehr Anlagen gefördert werden konnten. In der Summe aber stiegen die Ausgaben in den ersten Jahren so, dass die Bürger sehr gut mit der EEG-Umlage auf ihren Stromrechnungen leben konnten. Inzwischen wuchs auch die Nachfrage im Ausland, denn das Erfolgsmodell EEG sprach sich herum und wurde von vielen Ländern kopiert (heute 45 Länder). So konnten deutsche Produzenten auch ins Ausland exportieren, was die Produktionsmengen noch weiter ansteigen und die Preise noch weiter fallen ließ. Weil gerade bei der Photovoltaik durch Massenproduktion erhebliche Kostensenkungspotentiale gegeben sind und sich die Leistungsfähigkeit immer weiter steigern ließ, war bereits in 2007 absehbar, dass in wenigen Jahren die Anlagen so billig sein würden, dass die Kilowattstunde aus Solarstrom den Preis des Haushaltsstroms unterschreiten würde.

Entwicklung Haushaltsstrompreise

Wenn Photovoltaikstrom billiger wird als Haushaltsstrom - Ziel erreicht
Wenn der Strompreis aus der eigenen PV-Anlage unter den von konventionellen Haushaltsstrom sinken würde, wäre die Investition in so eine Anlage ein Bombengeschäft für jeden. Es käme einem Langzeitstromliefervertrag gleich, der neben dem günstigeren Strompreis auch noch eine der ungewöhnlichsten Klauseln enthält, die man je gelesen hat. Sie lautet: Dieser Strompreis wird über die Lebenszeit der Solaranlage nicht steigen! Ziel erreicht – ab jetzt lohnt Photovoltaik für jeden! In 2011/2012 passierte es dann. Der Herstellungspreis für eine PV-Anlage auf der Scheune oder dem Hausdach und der sich daraus ergebende Preis für die kWh aus Solarstrom erzielten Gleichstand mit dem Preis (grid-parity), den der Privathaushalt im Durchschnitt für die kWh beim E-Werk bezahlte! Damit war klar: Bei weiter sinkenden Preisen ist eine PV-Anlage für den Privathaushalt die beste Investition die denkbar ist. Eine weitere Förderung für diese Technik ist dann in großen Bereichen nicht mehr nötig und einem massenhaften Ausbau steht nichts mehr im Wege. Es würde unweigerlich zu einer massenhaften Nachfrage kommen!

Entwicklung Haushaltsstrompreise - Vergütung PV-Anlagen1

Und es ist eingetreten: Die PV-Anlagenpreise liegen nun dauerhaft weit unter dem Haushaltsstrompreis! Aber eines ist nicht eingetreten: Es gibt keine Nachfrage nach diesen Anlagen und auch kaum noch deutsche Hersteller! Was ist also los? Warum haben die Medien nicht darüber berichtet? Warum feiert man keine Feste? Warum stehen die meisten deutschen Photovoltaikfabriken leer?

Heutige (deutsche) Photovoltaikanlagen können auf Hausdächern Strom für ca. 15 Ct die kWh herstellen. Man sollte also soviel wie möglich davon selbst verbrauchen. Wenn Strom über ist bekommt man eine Einspeisevergütung von 12 ct. pro kWh.

Olympische Spiele:
Sensationeller Marathonsieg – Aber niemand hat es gesehen – Eine Allegorie

Solar-MarathonMan stelle sich vor, im Olympiastadion erwartet man ca. in einer Stunde den Zieleinlauf der Marathonläufer. Noch bis zur Hälfte der Strecke berichtete der Stadionsprecher ganz enthusiastisch von einem unglaublich spannenden Rennverlauf. Dann aber werden seine Ansagen komischerweise immer seltener und knapper und auch bringt er keine Spannung mehr rüber, bis sie dann bald ganz aufhören. Die Marathonläufer aber kämpfen, auf den restlichen 20 Kilometern und wachsen über sich hinaus. Der Kampf wird noch spannender, weil sich eine kleine  Gruppe vom Feld absetzt und dann aber immer größer wird weil etliche Läufer wieder aufschließen. Die putschen sich gegenseitig auf. Es wird ein grandioses Rennen mit sensationellen Zwischenzeiten und man kommt bald zum Stadion. Aber der Sprecher im Stadion berichtet darüber nichts. Die Gruppe bleibt fast geschlossen und unglaublich, sie beschleunigt ihren Lauf noch weiter. Kurz vorm Stadtion sind die Läufer nahezu euphorisch in ihrem Lauf und rennen dem zu erwartenden tosenden Applaus, der sie beim Einlauf ins Stadion erwarten würde entgegen. Dann der Einlauf ins Stadion, aber das Publikum bemerkt sie überhaupt nicht. Nun nur noch eine letzte Runde vor dem großen Sieg mit der besten Zeit die jemals gelaufen wurde. Aber was ist mit dem Applaus? Im Stadion ist es still. Niemand im Publikum bemerkt den Lauf. Was ist los mit den Sportfans? Niemand klatscht, niemand nimmt die Läufer überhaupt war.

Unglaublich diese Situation. Noch nicht einmal die Fernsehmoderatoren bemerken den Schlussspurt. Keiner nimmt die Läufer wahr und völlig verwundert und nun ganz geschlossen aber mit letzter Kraft rennen sie durchs Ziel. Alle Läufer sind völlig abgekämpft. Sie können es nicht fassen, niemand hat sie bemerkt. Ihr grandioser Sieg endete in einer riesigen Frustration.

Genau so ist es in Deutschland mit der Photovoltaik geschehen. Die Nachfrage ist plötzlich zusammengebrochen. Niemand hat über den Solar-Marathon berichtet und sich gefreut, dass diese Technik nun so billig geworden ist und nun jeder davon profitieren kann. Die Folge: Die meisten glauben immer noch, dass was die Medien verbreitet wurde. Photovoltaik lohnt nicht mehr weil die Einspeisevergütung so weit abgesenkt ist! Das grenzt an Gehirnwäsche! Einige denken sogar, weil die Photovoltaik die Strompreise so teuer gemacht hat (was nachweislich nicht stimmt), sollte man sich auf gar keinen Fall so eine Anlage bauen, um die Strompreise nicht noch weiter steigen zu lassen. Dabei kann ein weiterer Ausbau der Photovoltaik die EEG-Umlage nicht mehr erhöhen. Weltweit dagegen boomt die Nachfrage nach PV-Anlagen und das zum Teil in Ländern auch ganz ohne Einspeisevergütung.
 
Es ist eine ungeheure Schmierenkomödie, die uns da aufgetischt wurde. Denn eigentlich ist alles ganz anders. Tatsache ist: Solaranlagen lohnen sich besser denn je! Die meinungsmachenden Medien haben es aber anderes berichtet und sie wollen anscheinend über die Hintergründe auch gar nicht aufklären.

 

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