eAuto – Deutschland hinkt hinterher

eAuto – Deutschland hinkt hinterher

Deutschland hinkt bei der Entwicklung der eAutos eindeutig hinterher. Das spricht sich immer mehr herum, anscheinend aber nicht in den Manager-Etagen der einzelnen Konzerne. Da verpasst man einen richtig guten Großauftrag und philosophiert weiter über die Zukunft der sauberen Dieseltechnik. Doch die Zeiten ändern sich, auch wenn die Uhren in den Konzernzentralen anscheinend nach gehen. Dass Deutschland auf seine KFZ-Industrie stolz ist, ist nur eine Momentaufnahme, es kann sich sehr schnell ändern.

Den folgenden Artikel zitieren wir von der Seite eMOBILITÄT von Marvin Eichsteller  vom 30.01.2017

Wer hat die Vorreiterrolle in der eMobilität – eindeutig China!

Der Markt für Elektroautos ist weltweit noch klein. Doch China trumpft weiter auf und zeigt beeindruckend, wie eMobilität erfolgreich möglich ist. Über eine halbe Millionen Autos wurden im vergangenen Jahr in China zugelassen. In Deutschland nur knapp über 25.000 Autos.

Die Rolle der Elektromobilität

Für die Chinesen hat die eMobilität eine entscheidende Rolle auf den Märkten eingenommen. Während das Wachstum nur langsam voran schreitet ist China auf der Überholspur. Die Studie des Center of Automotive Management (CAM) beweist die internationale Vorreiterrolle von China. 507.000 zugelassene Autos, der Anstieg des Marktanteils von 1,3 auf 1,8 Prozent der Neuzulassungen.

Quotensystem in China

Besonders die Einführung des Quotensystems, welches bald wirksam werden wird, treibt die eMobilität an. Hersteller müssen dann eine Elektromobilitäts-Quote von 8 Prozent im Jahr 2018 und 12 Prozent ab 2020 erreichen. Errechnet wird die Quote anhand der Reichweiten und der Art der Fahrzeuge. Derzeit kalkulieren Hersteller mit der Faustformel, dass es vier Punkte für ein reines Elektroauto gibt und zwei Punkte für ein Plug-In Hybrid.

Und was ist mit Norwegen?

Die norwegische Regierung fördert Besitzer bereits seit Jahren intensiv. Das ergibt eine Quote von fast 30% Elektroautos bei der Zahl der Neuzulassungen. In Norwegen wurden 45.000 neue Elektroautos zugelassen. Im Verhältnis liegt Norwegen als vor China.

EU und USA

In Großbritannien wurde die Anzahl der verkauften E Fahrzeuge erneut gesteigert. Rund 37.000 KFZ wurden verkauft, welches ein Plus von 29 Prozent für die Briten bedeutet. In Frankreich sind die Neuzulassungen von eFahrzeugen um 28 Prozent auf 29.179 Einheiten gestiegen, davon sind nur 33% Plugin Hybride.

In den USA sind die Neuzulassungen ebenfalls um starke 38 Prozent angestiegen. Dies entspricht 157.000 eFahrzeugen, davon rund 84.000 rein batterieelektrische KFZ.

Deutschland hinkt hinterher

Die Quote in Deutschland liegt bei einem Plus von knapp 7%. Die Quote von reinen Elektroautos ist sogar rückläufig und hat sich um fast 8 % verschlechtert.

„Das Jahr 2016 markiert den mentalen Tipping Point für die Durchsetzung der E-Mobilität“, so Studienleiter Stefan Bratzel.

Fazit

Es bleibt nur zu hoffen, dass die eMobilität Fuß in Deutschland fast und die Fördersysteme ihre Wirkung entfalten, ähnlich wie vor einigen Jahren in Norwegen. Im Automobil Land Deutschland scheint es schwierig zu sein, die Leute von den Vorteilen der eMobilität langfristig zu überzeugen, auch wenn die Preise immer moderater werden. Denn der BMW i3 fängt ab 34.950 € an und ist damit vergleichbar mit dem Einstiegspreis eines BMW 3er Gran Turismo. Der Renault Zoe ist momentan für knapp 22.000€ zu haben, Einstiegspreise die es jedem möglich machen, sich elektrisch fort zu bewegen. Hoffen wir, dass sich Deutschland an den positiv Beispielen China und Norwegen orientiert.

Mein Fazit

Das Exportland Deutschland verschläft die Entwicklung in diesem wichtigen Bereich. Zwar ist der Markt der eMobilität noch sehr klein, aber die Probleme sind hausgemacht und eher psychologischer Natur, was die Nachfrage betrifft. eAutos sind ein Fahrerlebnis und die Angst vorm Stehenbleiben wegen leerem Akku wurde von der Automobillobby geradezu herbei geredet. Untersuchungen ergaben, Haushalte die sich einen Stromer als Zweitwagen zulegten nutzen den mittlerweile mehr als den Erstwagen.

Die Automagazine wenden sich dem Thema nur zaghaft und haben noch im letzten Jahr eher gegen das eAuto polemisiert. Es steht also mehr auf dem Spiel als wir uns zugestehen wenn wir die Abhängigkeit Deutschlands vom Autoexport ernst nehmen. Wenn ein Wandel bei den Autos hin zum Stromer kommt, dann wird das sehr schnell gehen. Siehe dazu Tony Sebas Vortrag, den wir auf der Seite eAuto auch in übersetzter Form anbieten. Gut wenn ein Land darauf vorbereitet ist.  Deutschland ist es nicht und hinkt bereits mehrere Jahre hinterher.

Wie stiefmütterlich die deutsche Autobauer das Thema eAuto behandeln zeit auch folgende Meldung die wir am 08.02.2016 hier veröffentlichten.

Deutsche Post stellt ihre eigenen eAutos her:

StreetScooter-PostWas ist von KFZ-Herstellern zu halten, die sich zu den weltweit führenden zählen, es aber nicht für nötig halten auf die Anfrage eines Großkunden (deutsche Post) nach einem Lieferfahrzeug einzugehen?
Selbstverständlich hatte die Post diese Frage an die deutschen Autohersteller gerichtet und erst nach dem die alle abgewunken haben, hat sie sich zu diesem wichtigen und einmaligen Schritt in ihrer Firmengeschichte entschieden. Und dieser Entschluss war richtig. Heute wird dieses Auto bereits von Handwerkern nachgefragt.

Die Wirtschaftswoche schrieb dazu bereits im April letzten Jahres:

Die Post baut eigene E-Autos für die Zusteller

Schon bald sollen die Pakete und Briefe von der Post mit Elektroautos zugestellt werden. Und diese E-Autos will der Logistikkonzern nun selbst bauen. Dafür hat die Post extra ein Startup übernommen.

Die Deutsche Post geht unter die Autobauer und lässt den selbst entwickelten Elektro-Transporter „Streetscooter“ nun in Serie produzieren. Die ersten 2000 Fahrzeuge sollen noch 2016 vom Band rollen, sagte ein Postsprecher am Samstag und bestätigte einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“. Nach und nach werde das Unternehmen bis zu 30 000 Fahrzeuge durch den Streetscooter ersetzen.

Ergänzung/Nachtrag vom 01.02.2017 – China ist Vorreiter bei der E-Mobilität – Deutschland schläft vom 17.11.2016 :

In China wurden in den ersten acht Monaten in 2016 rund 240.000 eAutos, und Kleinbusse verkauft worden. In der gleichen Zeit waren es in Deutschland 14.000 Stück. Na, Bundesregierung, dämmerst?
In China fahren übrigens auch 200 Millionen Elektroroller. Und für die die jetzt sagen, “ja, China hat ja aber auch sehr viele Einwohner” noch ein weiterer Hinweis. Das ist ein Spitzenergebniss für China wenn man die pro KopfCO2-Emmissionen der beiden Länder vergleicht. Die lagen in Deutschland in 2014 bei 8,93 Tonnen und in China bei 6,66 Tonnen.
Siehe Link: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167877/umfrage/co-emissionen-nach-laendern-je-einwohner/

Sonnige Grüße, ihr Klaus Müller

2 Kommentare zu “eAuto – Deutschland hinkt hinterher
  1. Avatar Rüdiger sagt:

    Dass die Klimaerwärmung vom Menschen verursacht wird ist seit Jahrzehnten bekannt – wer das leugnet, will es einfach nicht wahrhaben oder wird dafür bezahlt! Nun ist (wie ich finde zu Unrecht) der Verbrennungsmotor zum Sündenbock erklärt worden. Und im Batterie-betriebenen Auto soll die Lösung bestehen. Etliche Millionen an Förder-Geldern fließen bereits in die sog. „E-Mobilität“, währenddessen redet kaum noch jemand über die Brennstoffzelle (Wasserstoff).
    Ich bezweifle Ihre Äußerung dass es genug Lithium gibt, um auch nur annähernd ausreichend Batterien zu produzieren. Und ich glaube nicht, dass das deutsche Stromnetz ausreichend vorbereitet ist, wenn 40 Mio. Autofahrer ihren Tesla (oder anderes Modell) an die Steckdose hängen. Und der Strom kommt nun mal aus der Steckdose; wie er da hineinkommt ist eine andere Sache – ohne Atomstrom fast unmöglich, es sei denn wir kaufen weiter schmutzigen Strom aus dem Ausland dazu. Ich erinnere an das Problem der Grundwasserabsenkung in den Förder-Regionen (z.B. Chile), weiterhin Oberflächenversalzung, usw. Wieso urteilen Sie (an anderer Stelle) so hart über Professor Lesch? Dass zur Förderung des Lithiums (sehr wohl eine „seltene Erde“) kein „Mineralwasser“ im Sinne von „Sprudel“ benutzt wird, sollte doch klar sein.
    Meiner Meinung nach sollten sinnlose Flugreisen (5 Tage Mallorca für 99 Euro) und Luxus-Seereisen viel stärker besteuert werden. Außerdem sollte weiter am „Drei-Liter-Auto“ geforscht werden und als Königsweg sehe ich die Brennstoffzelle (Wasserstoff). „Aber die Brensstoffzelle ist doch unsicher, grade letztens ist wieder ein Auto in Flammen aufgegangen!“. Richtig. So wie bei den Batterie-betriebenen Autos auch gelegentlich eine Batterie explodiert! Sicherlich wird es zukünftig eine technische Lösung für dieses Problem geben. Eine einseitige Förderung der E-Mobilität auf Kosten der Brennstoffzelle halte ich für, tja, ich suche nach dem richtigen Wort… „kriminell“ klingt zwar hart, kommt der Sache aber am nächsten.
    Ich lese auf ihrer Seite oft, wie toll die Elektromobilität ist, aber ich frage Sie, wer kann sich am Schluss so ein Auto leisten? Ich wollte für meinen Betrieb ein Elektroauto kaufen und habe über die Kosten gestaunt. Neu war für mich, dass man für die Batterie auch noch eine „Miete“ zahlen muss. Ich habe die letzten Jahre einige Artikel zu dem Thema gelesen und für mich steht fest: E-Mobilität, alles nur Lug und Trug. Wir kaufen uns ein gutes Gewissen in dem wir unsere Probleme (wie bisher auch) auf die südliche Hemisphäre verlagern! Die neue deutsche Mentalität? Einen Tesla in der Garage und die Nase hoch in die Luft, das ärgert mich! All denen die jetzt von staatlichen Kaufanreizen und Prämien reden sei gesagt, Gewinner ist am Schluss nur die Automobilindustrie, Verlierer ist der Kunde (und der Steuerzahler). Und man kann nachdem jahrzehntelang auf den individuellen Nahverkehr (PKW) gesetzt wurde auch nicht wieder innerhalb von wenigen Jahren zurück auf Bus und (Deutsche) Bahn. Nicht nur weil die Dt. Bahn so unzuverlässig ist, sondern weil Oma Lieschen zum Einkaufen eben ihr Auto braucht.
    Merken Sie denn nicht, dass wir alle von der „Energielobby“ manipuliert werden? Mit der E-Mobilität machen die Autohersteller zukünftig einen Riesen-Reibach, während mit der Wasserstoffzelle kaum was zu verdienen wäre, weil der „Rohstoff“ quasi umsonst ist (Wasserstoff & Sauerstoff). Erinnern wir uns an den Chemie-Unterricht, das Knallgas-Experiment – BUMM richtig, genau das. Merken Sie denn nicht woher der Wind weht? Da gibt es für die Großen nichts zu verdienen…
    Ich sage nein zur E-Mobilität! Und bitte: Tesla, Ha, ein Witz, der Mann (Elon M.) ist kein Visionär sondern leidet an einer Profilneurose. Tut mir leid, anfangs dachte ich auch, er ist der große Heilsbringer, aber nur warme Luft (meine Meinung).
    Ich ernähre mich seit einem Jahr versuchsweise vegetarisch, zum Teil auch vegan. Wenn wir Menschen auf Fleisch und billige Sojaprodukte verzichten würden, wäre damit auch schon ein Beitrag geleistet; Es ist eine bekannte Tatsache dass durch Rinderzucht der Klimawandel verschärft wird (z.B. durch Abholzung von CO2-Senken, Urwäldern, usw). Auf der gleichen Fläche auf der Vieh gehalten wird, können ca. sieben Mal so viele Menschen durch Obst und Gemüse ernährt werden. Dazu kommt noch, dass man eine über 10.000 Liter Trinkwasser benötigt um 1 Kilo Fleisch zu produzieren.
    Bitte machen Sie weiter mit Ihrer Seite, es ist gut was Sie machen, aufklären, Augen-öffnen, wachrütteln, aber bitte setzen Sie nicht nur auf die sog. „E-Mobilität“
    Ich bin „nur“ ein interessierter Laie, eventuelle Fehler bitte ich zu entschuldigen.
    Freundliche Grüße, Rüdiger

    • Klaus Müller Klaus Müller sagt:

      Hallo Rüdiger,
      Ich habe seit mind. einem Jahr vor einen Artikel über Wasserstoff und die Verwendung der Brennstoffzelle im PKW zu schreiben. Es kamen immer andere Dinge dazwischen.
      Aber hier mal eine kurze Darstellung die ich auch auf Facebook veröffentlicht habe mit einer recht sarkastischen Einleitung:

      Ich bin definitiv für die Brennstoffzelle. Ich möchte auch zu dem erlesenen Kreis gehören, die sich so ein Stück als Sammlerstück in die Garage stellen. Leisten können sich das nur wenige und das wird auch so bleiben.
      Brennstoffzelle Tankkosten
      jeder bekommt seine Alternative…
      Ein eAuto (Golfklasse) verbraucht ca. 15 kWh auf 100 km.
      Mit einer eigenen Solaranlage betragen die Ladekosten
      Ladekosten Solaranlage ———————für 100 km =1,50 €
      Ladekosten Haushaltsstrom —————-für 100 km = 3,92 €
      Tankkosten Golf Diesel ———————- für 100 km = 8,25 €
      Tankkosten Toyota Mirai Wasserstoff — für 100 km = 11,40 €
      Wasserstoff kostet bundesweit einheitlich pro kg 9,50 € und wird stark subventioniert. Normalerweise ist Wasserstoff teurer.
      Wasserstoff wird auch nicht günstiger werden, denn das was jetzt getankt wird ist Industrie-Wasserstoff, hergestellt aus Erdgas. Aus der Elektrolyse ist das ganze noch teurer. Damit ist ein Steueraufschlag dann kaum noch denkbar.
      Wir reden aber hier noch nicht vom Vergleich der Wartungskosten, die beim eAuto vermutlich 1/20 betragen werden. Systeme mit 700 bar Druck werden jedes Jahr zu Tüv müssen.
      —————————
      Zulassungszahlen Brennstoffzellenfahrzeuge weltweit 6.475 Stck (Febr. 2018)
      Die Brennstoffzelle für den PKW ist eine sehr große Fehlinvestition. Offensichtlich haben aber einige Hersteller noch genug Geld auch diesen Weg in die miesen zu gehen. VW macht das nicht, weil sie kapiert haben wo der Hase läuft und es schwer genug sein wird drei weitere Varianten am Leben zu halten, bzw. die sinkende Nachfrage zu kompensieren. Immerhin wird der Diesel, der Benziner und Hybrid weiterhin angeboten werden müssen und kein Mensch weiß wann die Nachfrage nach eAutos anfangen wird schlagartig zu wachsen.
      In Deutschland hat man ja alles dafür getan die Nachfrage nach e mit Mythen auszubremsen. Diese Mythen wirken nachhaltig, während anderswo bereits die Post etwas lockerer abgeht. 50% aller Zulassungen in Norwegen sind e.

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