Scheer(en)-Schnippsel #001 produktive Alleingänge

Scheer(en)-Schnippsel

Mit der Serie, „Scheer(en)-Schnippsel #001 produktive Alleingänge“, möchten wir immer mal wieder auf die Analysen von Hermann Scheer, dem Begründer der Energiewende, hinweisen. Dafür soll einen Ausschnitt aus dem Buch Hermann Scheer – Der Energethische Imperativ dienen, mit dem wir die Sicht zu einem bestimmten Thema erweitern wollen, indem wir den Fokus auf die wirklichen Ziele des damaligen EEG (Erneuerbare-Energie-Gesetz) richten. Weil dieses Gesetz bis jetzt in vielen Veränderungen derart umgestaltet, dass es sich ins Gegenteil verkehrt hat, müsste man es heute das Energiewende-Verhinderungsgesetz nennen.

Eingeweihten ist klar, wer für die Veränderungen verantwortlich ist und Hermann Scheer, der bereits im Jahr 2010, viel zu früh, im Alter von 64 Jahren verstarb, beschrieb das genau. Das Zitat stammt aus seinem Buch, Der Energethische Imperativ. Bisher sind seine glasklaren Analysen nicht zu widerlegen. Dasselbe gilt für seine Weitsicht, denn die hat auch das jetzige, inzwischen schon Jahre andauernde, Bremsmanöver der Energiekonzerne gekannt. Das kurze Kapitel heißt:

Die produktive Funktion von Alleingängen

Der Energiewechsel kann sich nur über eine energietechnologische Revolution vollziehen. Dafür sind die technologischen Revolutionen in der modernen Wirtschaftsgeschichte das eigentliche Vorbild. Keine war von einem internationalen Vertrag abhängig –  und einige vollzogen sich sogar relativ unabhängig von der Politik. Das politische oder auch unternehmerische Motto war stets: schneller sein als andere, um für die eigene Volkswirtschaft oder das eigene Unternehmen einen Vorsprung zu erkämpfen. Dass diese Erfahrungen nicht für die Energie technologische Revolution zu Rate gezogen werden, hat einen tieferen Grund: Es ist die Bereitschaft von Regierungen, die konventionelle Energiewirtschaft zu stützen, und deren unverhohlene Erwartung und Forderung, von ihren Regierungen geschützt zu werden. Die konventionelle Energiewirtschaft ist durch politischen Protektionismus entstanden und will damit ihr Dasein verlängern, auch und nicht zuletzt durch Weltklimaverhandlungen. Mit Warnungen vor “Alleingängen” sind jegliche Änderungen des konventionellen Energiesystems gemeint, insbesondere nationale Initiativen zur Umorientierung auf erneuerbare Energien.

Scheinargument

Immer wieder kommt das Scheinargument, es nützt nichts, wenn ein Land anderen vorauseile. Dies ist durch die praktische Entwicklung längst widerlegt. Das deutsche EEG war der Mutmacher für eine halbe Hundertschaft von Staaten, die erneuerbaren Energien auf gleichem Weg voranzutreiben. Es hat eine dynamische Entwicklung im weltweiten Maßstab ausgelöst. Es ist kein Instrument des Kyoto-Protokolls und besteht unabhängig davon. Seine Ziele sind nicht allein der Klimaschutz, sondern ebenso –  wie in Paragraph 1 des Gesetzes nachzulesen – der Umweltschutz, die Verringerung der volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung durch die Einbeziehung langfristiger externer Effekte, die Schonung fossiler Energieressourcen und die Weiterentwicklung von Technologien der erneuerbaren Energien. Das EEG lediglich an seinen aktuellen CO2-Minderungs Effekt und den dafür aufzubringenden Kosten zu messen, heißt, dem Gesetz nachträglich eine einschränkende Prämisse zu unterschieben und es mit entsprechend eingeschränktem Blick zu bewerten. Dies ist typisch für die alleinige Fixierung auf das CO2-Problem.

Hermann Scheer weist hiermit auch sehr eindeutig auf disruptiv dynamische Veränderungen hin. Wir kennen das aus den “technologischen Revolutionen in der modernen Wirtschaftsgeschichte”. Es gibt tausende von Beispielen, der Maschinenwebstuhl, Dampfmaschine, Auto, die Reihe kann beliebig fortgeführt werden. Nur anscheinend soll sie möglichst nicht auf die Solartechnik oder die Windenergie Anwendung finden. Bürgerenergie soll möglichst außen vor bleiben. So wie es uns die Bundesregierung derzeit wieder eindrucksvoll beweist, wie man einem aktuellen Artikel entnehmen kann:

Berlin wehrt sich gegen Erleichterungen für Eigenverbraucher

Die Bundesregierung blockiert in Brüssel Verhandlungen über eine Vereinfachung der Regelungen für den Eigenverbrauch von Solarstrom. Berlin hat Angst, dass dann die Sonnensteuer wegfallen muss. Nachzulesen hier.

 

Disruptive Entwicklungen werden sich trotzdem durchsetzen, so wie man es z.B. in „Saubere Revolution 2030 – Tony Seba“ lesen kann. Wer mehr über und von Hermann Scheer lesen möchte sollte sich Hermann Scheer – Power to the people nicht entgehen lassen, als Videovortrag oder als Transkription. 

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Wer kam eigentlich auf die Idee Sonne zu besteuern? Ich wünsche uns allen die Kraft, die Energiewende gemeinsam zu Rocken.

Sonnige Grüße

Klaus Müller

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