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Pressemitteilung - Energiewende. Warum gehen die Lichter nicht aus? energiewende-rocken.org, 21.März 2016

Wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint gehen die Lichter aus.

Das ist das bekannteste Argument gegen die Energiewende. Die Lichter sind bisher aber nicht ausgegangen. Es gibt Tage, da werden sogar fast schon 70% Strom aus Sonne und Wind produziert. Aber es gibt auch die Tage an denen die Erneuerbaren sehr wenig saubere Energie ins Netz schicken. Im Jahresschnitt produzieren Sonne und Wind bereits 1/3 unseres Stroms. An den Tagen wo wir aber sehr wenig saubere Energie erzeugen, gibt es große Bedenken vor allem von Seiten der Energiewende-Kritiker. Dann heißt es: Mit dem Flatterstrom, der aus den Solar- und Windanlagen erzeugt wird, kann Deutschland als Industrienation niemals zuverlässig versorgt werden. Jetzt schon müsse Deutschland in diesen Situationen dreckigen Strom aus Kohle und Atom aus dem Ausland zukaufen damit die Lichter nicht ausgehen.

Das Gegenteil ist der Fall und warum gehen die Lichter denn nicht aus? Thorsten Zoerner, ein Energieblogger, der sich seit Jahren mit den Erneuerbaren Energien beschäftigt, hat die relevanten Daten aus erster Quelle von den Netzbetreibern, Erzeugern und von der Strombörse analysiert. Zoerner: “Wir haben in diesem Beitrag in einem Zeitraum von mehr als einem Jahr, genau an 410 Tagen, alle wichtigen Daten des Strommarktes erfasst und ausgewertet und den 17.10.2015 als Referenztag ausgewählt, weil es der Tag war, an dem Sonne und Wind den wenigsten Strom lieferten…” und er kommt zu einem ganz anderen Ergebnis. An diesem Tag hatten wir einen Stromexport und was noch wichtiger ist: Die Auslastung aller an diesem Tage laufenden Kraftwerke (Atom, Kohle und Gas) betrug zwischen 12% und 70%. “Selbst wenn man die 63.231MWh Strom aus Windkraft und Solarstrom vollständig ignorieren würde, also die Erzeugung am 17.10.15 mit dem Wert von “0” annimmt, dann gibt es in Deutschland zurzeit eine Überkapazität bei der Stromerzeugung…”, so Zoerner. Von daher, ist es falsch, dass wir schmutzigen Strom von unseren Nachbarn importieren oder fehlender Sonnen/Windstrom zu extrem hohen Preisen an der Börse führt und konventionelle Kraftwerke am Limit gefahren werden müssen, wenn es keinen Sonnen/Windstrom gibt. Auch die Annahme, dass mit langen Zeiträumen ohne Erzeugung aus Erneuerbaren zu rechnen sei (sogenannte Dunkelflauten), ist völlig abwegig.
Das bedeutet aus technischer Sicht, wir können  die Energiewende ohne Einbußen beschleunigen und dass müssen wir auch wenn wir den Klimawandel ernst nehmen, denn die jetzige Ausbaugeschwindigkeit, die die Bundesregierung für die Energiewende vorgibt, reicht bei weitem nicht aus das 1,5°-Ziel beim Klimaschutz zu erreichen.

Hier der Blog-Artikel von Thorsten Zoerner
Wenn die Sonne nicht

Auslastung konventioneller Kraftwerke 17.10.2015

Bei Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar, gern auch als digitalen Beleg oder onlinelink.

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