Prof. Lesch, Elektrotechnik und die Ladesäulen

Prof. Lesch, Elektrotechnik und die Ladesäulen
Prof. Lesch und das Laden von E-Autos

Last Updated 27. November 2020

20.11.2019 – Gastbeitrag von Axel Evers
Axel Evers

Derzeit geistert ein Video von Prof. Dr. Harald Lesch durch die sozialen Medien, in dem er behauptet, dass für die von der Bundesregierung geplanten 1 Mio Ladesäulen (die jede mit 350kW laden sollen) eine horrende elektrische Leistung von 350 GW notwendig wäre. Diese könnten wir ja gar nicht liefern.

Nun, Herr Lesch – so sehr ich Sie auch schätze und achte – damit haben Sie zur Verunsicherung der Bevölkerung beigetragen und dem fortschreitenden Umweltbewusstsein einen Bärendienst erwiesen!

Es ist richtig, dass wir diese 350 GW nicht zur Verfügung stellen können. Wollen und müssen wir aber doch gar nicht!

Hintergrund ist das bereits recht gut erforschte Ladeverhalten von Elektrofahrzeugen. Diese E-Fahrzeuge müssen in den seltensten Fällen schnell geladen werden. In der Praxis reicht im Alltag eine Ladeleistung von 11 bis 22kW, um die benötigte Reichweiten in adäquater Zeit wieder nachladen zu können. Nur auf Reisen bzw. auf längeren Strecken ist tatsächlich eine Schnellladung erforderlich. Die avisierte Ladeleistung von 350kW ist technisch bei den heute erhältlichen Fahrzeugen noch gar nicht möglich. Ein durchschnittliches E-Auto kann maximal mit 120-150kW geladen werden. Aber sei es drum, für unsere erste Bedarfsrechnung nehmen wir mal die 350KW an.

Die Bundesregierung plant also, bis 2030 einen Zielkorridor von 1 Mio Ladesäulen aufzustellen. Davon werden etwa 990.000 Stück Geräte sein, die wahlweise mit 11kW oder 22kW Ladeleistungen aufwarten. In der Praxis werden sich diese beiden Typen vermutlich die Waage halten. Somit ist der Durchschnitt der Langsamlader 16,5 kW. Vergessen haben wir bei den Langsamladern die zig-Millionen Schuko- und CEE-Steckdosen, an denen ebenfalls Fahrzeuge mit 3,4 bis 6,4 kW ohne Probleme geladen werden können.

Diese lassen wir bei unserer Betrachtung einmal außen vor, denn da können wir die Leistung heute schon problemlos zur Verfügung stellen.

Wenn man nun 990.000 Säulen mit je 16,5kW und 10.000 Säulen je 350kW installiert, haben wir einen maximalen Höchstbedarf von genau 19,835 GW, gerundet 20 GW!
17 einhalb mal weniger als Herr Lesch prognostiziert! In der Praxis ist der Bedarf nochmals geringer, da es derzeit keine Autos gibt, die derartig schnell laden können.

Somit wird der realistische Leistungsbedarf sich etwa bei 17-18 GW einpendeln.

Stop! Was sagt uns diese Zahl? Diese Leistung müssten wir zur Verfügung stellen, wenn ALLE Ladesäulen gleichzeitig benutzt werden! Das ist schon einmal sehr unwahrscheinlich!

An dieser Stelle einmal ein kleiner Exkurs:

Im gesamten Jahr 2018 produzierten wir in Deutschland brutto etwa 541,88 TWh Strom. Also benötigten wir dafür eine gesamte Kraftwerksleistung von durchschnittlich 0,0619 TW, also 61,9 GW. Wenn man aber weiß, dass Deutschland heute eine gesicherte (Kraftwerks)Leistung von ca. 90 GW hat, die jeden Moment zur Verfügung stehen könnte, so ist rein mathematisch der Betrieb von der gesamten geplanten Infrastruktur mit dem heutigen Strommix bereits möglich!

Es geht noch weiter: Wo stehen die Säulen überhaupt?

Widmen wir uns zunächst mal den Schnelladesäulen.
Entlang den Autobahnen und Schnellstraßen gibt es derzeit knapp 600 Autobahnraststätten und Autohöfe. Wenn dort nun 80% der Schnellader (=8000 Lader) installiert werden würden, so bekäme jede Liegenschaft etwa 13,3 Schnellader ab!

Bei den Standard-Ladesäulen ist die Situation noch entspannter. Laut statistischem Bundesamt gibt es in Deutschland etwa 413.000 km Gemeindestraßen. Wollten wir nur 75% der geplanten Standardladesäulen (=742.500) an diesen Straßen installieren, so würden alle 556 Meter eine Säule stehen! Die restlichen 248.000 Säulen stehen in Wohngebieten oder an Einkaufszentren, bei Arbeitgebern usw…

Jetzt wird‘s spannend: Wieviele Elektroautos können wir erwarten?

In diesem Punkt sind sich viele Experten einig: Es macht keinen Sinn, den Verbrenner 1:1 gegen Elektroautos zu ersetzen. Geographen, Mobilitätsforscher und Städteplaner glauben, dass ab dem Jahre 2035 bis 2040 die
PKW-Quote sich bei etwa 150-200 Fahrzeugen pro 1000 Einwohner einpendeln wird. Dabei ist das autonome Fahren noch gar nicht mit berücksichtigt. Langfristig steigert diese Art der Mobilität die Effizienz noch zusätzlich. So wird sich ab 2060 bis 2070 die PKW-Dichte unter 120 Autos pro 1000 Einwohner senken können.

Derzeit legt jedes der ca. 47,1 Millionen Autos etwa 14.200 km im Jahr zurück. Wenn diese Fahrzeuge alles Elektroautos wären und pro 100km etwa durchschnittlich 19 kWh benötigten, so würde diese gesamte Flotte etwa 127 TWh Strom benötigen.

Heruntergebrochen auf den Leistungsbedarf würde man mit ca. 14,5 GW Kraftwerksleistung die derzeitige Flotte elektrisch betreiben können.

Gehen wir nun für die Zukunft von einer Quote von 200 PKW pro 1000 Einwohner aus. Gleichzeitig wird jedoch die Fahrleistung des einzelnen Autos bis 2040 um ca. 20% zunehmen, da die Nutzung durch die Akzeptanz z.B. von Car-Sharing Konzepten oder Sammelruftaxis und damit die Effizienz des eingesetzten Materials gesteigert wird. Gleichzeitig reduziert sich die Bevölkerung Deutschlands von derzeit knapp 81 Millionen Einwohner auf etwa 79 Mio. Personen im Jahr 2040.

Auch der Energieverbrauch der Fahrzeuge wird sich durch geeignete konstruktive Verbesserungen reduzieren. Eine Reduzierung des Energieverbrauchs um 10-15% kann daher bis 2040 getrost angenommen werden.

Somit kann man auch hier den Energieverbrauch sowie die benötigte Kraftwerksleistung recht gut berechnen:
200 * (79 Mio/1000) = 15,8 Mio Fahrzeuge. Fahrleistung: 14200km *1,20= 17.040km:
Energieverbrauch: 19 kWh/100km * 0,875 = 16,625 kWh/100km
Energieverbrauch 15,8 Mio PKW * (16,625*170,4) = 44.759.820.000 kWh = 44,76 TWh.

Die benötigte Kraftwerksleistung sinkt demzufolge auf 5,1GW!

In einem Feldversuch des Stromversorgers EnBW in Ostfildern bei Stuttgart stellte man fest, dass von 10 Autos nie mehr wie 5 Fahrzeuge gleichzeitig laden. Also ist die Gleichzeitigkeitsquote 50%.

Eine Million Ladesäulen für 15,8 Millionen Autos heißt eine Belegungsquote von knapp 16 Autos pro Säule.

17.000 km durchschnittliche Fahrleistung pro Jahr bedeutet eine tägliche Strecke von unter 50km, die jedes Auto künftig zurücklegen wird. Durch die fortschreitende Verbesserung der Batterietechnologie ist eine signifikante Reichweitensteigerung zu erwarten. Im Durchschnitt werden 2040 Elektro-PKW eine Reichweite von mindestens 250-300 Kilometern haben. Damit muss ein Auto alle fünf bis sechs Tage an die Säule.
Deshalb sinkt die Belegungsfrequenz jeder Säule noch einmal drastisch. Jeden Tag muss jede Säule im Durchschnitt 3,2 Ladevorgänge bedienen! Diese dauern dann etwa zwei bis vier Stunden, so dass eine tägliche Belegungsdauer von etwa zehn bis elf Stunden pro Säule herauskommt.

Fazit:

Prof. Lesch irrt hier ganz gewaltig! Er geht davon aus, dass die Anschlussleistung der Ladesäulen immer und überall zu jedem Zeitpunkt zur Verfügung stehen muss. Dabei macht er einen verhängnisvollen Fehler: Er setzt voraus, dass an allen Punkten die Schnellladeleistung von 350kW zur Verfügung gestellt werden muss. Wie oben gezeigt, ist dies nicht richtig und zielführend. Ähnlich wie die Steckdosen in der Wohnung fungieren Ladesäulen als Schnittstellen für den Anschluss von Elektrogeräten. Genau wie in der Wohnung werden auch nie alle Ladesäulen gleichzeitig belegt sein. Und wenn man die zukünftige Entwicklung der Elektromobilität sieht, so stellt man fest, dass einzig und allein die erforderliche Stromaufnahme der einzelnen Fahrzeuge für die Stabilität der Stromnetze relevant ist.

Und wenn die Bundesregierung gemeinsam mit den Energieversorgern den Weg hin zu einem intelligenten Lastmanagement (Smart Grid) findet, so wird auch die notwendige Ertüchtigung des Netzes in engen Grenzen bleiben, da die Investitionen nur auf das unbedingt Notwendige beschränkt werden können.

Bindlach, 19.11.2019, Axel Evers

Harald Lesch mit seinen Falschaussagen zur Ladung von E-Autos

Anmerkung Redaktion Energiewende-Rocken. Prof. Lesch wirbt in dem Video ebenfalls für die Brennstoffzelle in PKWs. Dass das der falsche Weg für die Energiewende ist, ergibt sich aus der mehrfach höheren Energiemenge zur Herstellung des Wasserstoffs. Zusätzlich aber ergibt sich ein Effekt, den viele nicht kennen. Die Brennstoffzelle im PKW wird sich in Deutschland und vermutlich auch in der Welt nicht durchsetzen rein aus preislichen Gründen, zumindest nicht in den nächsten 10 Jahren. Dass bedeutet aber, dass in dieser Zeit das E-Auto, bzw. die Akkus sehr große Fortschritte erreichen werden, denn hier steckt das große Entwicklungspotential, dass sie letztendlich doch wesentlich billigere Alternative darstellen. Hierzu unser Artikel:

Die vorläufig endgültige Abrechnung mit der Brennstoffzelle

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13 Kommentare zu „Prof. Lesch, Elektrotechnik und die Ladesäulen

  1. Die Liebe Doktorin, und der Professor mögen bitte erst ein Mal das Rechnen lehrnen , denn wenn man einfach Daten weglässt, oder dazu erfindet, dann kann das Ergebnis halt auch nicht stimmen.
    Wie sagt der Liebe Prof. Immer? „ Forschung ist das Ergebnis vom scheitern“, und in diesem Fall, ist er mit Bravour gescheitert.

  2. Warum nur wird bei suuuuuupervielen Kapazitätsberechnungen der Gleichzeitigkeitsfaktor einbezogen?!
    Weil es die REALITÄT besser abbildet. Und daher muss never ever für jedes BEV 350kW Ladeleistung jederzeit bereitstehen.

    Und jetzt singen wir es zusammen zur Verinnerlichung:
    Gleichzeitigkeitsfaktooooor, gleichhhhhhzeitigkeitsfaktoooooooor. Gleichzeitigkeitsfaktooooor.
    Kapische?

  3. “Stop! Was sagt uns diese Zahl? Diese Leistung müssten wir zur Verfügung stellen, wenn ALLE Ladesäulen gleichzeitig benutzt werden! Das ist schon einmal sehr unwahrscheinlich!”
    Diese Aussage ist nicht korrekt:
    Die Leistung müsste bereit stehen, ob alle Ladesäulen belegt sind oder nicht.
    Man kann Strom nicht “bestellen”. Er muss jetzt und gleich zur Verfügung stehen, ob er gebraucht wird oder nicht.Wenn man sich eine Zukunft mit Elektroautos im Mehrfachmillionenbereich vorstellt, das erklärte Ziel, dann ist es vollkommen gerechtfertigt, über den dann notwendigen Strombedarf vorab zu diskutieren.
    Nehmen wir nur 50 KW Leistung und eine Million schnellladende Autos an, liegen wir
    bei 50 GW ( Tagesbereitstellung aktuell ca. 68)! Absolut klar: Zu power to gas und anderen Speicheroptionen aus Strom: Alle Umwandlungsverluste ( hier von 70%!)gehen als Restwärme in die Atmoshäre. Wer bedenkt dies! Verlieren wir hier nicht das Ziel aus den Augen und müssen wir wissenschaftlich neu und fundiert überlegen?
    Wer kann außerdem beim Problem Lithium guten Gewissens die Augen verschließen, vor dem Disaster, das wir mit dieser sog “grünen” Antriebstechnik wirklich anrichten in unserer Welt. Wie verlogen ist das. Es hat nichts zu tun mit einer ökologischen Gesamtbilanz!!

    • @ Ursula Bellut: “Nehmen wir nur 50 KW Leistung und eine Million schnellladende Autos an, liegen wir bei 50 GW ( Tagesbereitstellung aktuell ca. 68)!”
      Die allermeisten Autos werden relativ langsam mit max. 11kW geladen. Ich lade mein Auto einmal pro Woche mit 11kW. Die meisten Menschen laden mit weniger, also 3-7kW, was auch der Leistung eines Kochherdes entspricht. 50kW und mehr lädt man nur auf der Langstrecke, nicht im Alltagsbetrieb. Ausserdem vergisst Du hier den Gleichzeitigkeitsfaktor: Wieso sollten 1 Million Fahrzeuge gleichzeitig an die Steckdose? Ich lade mein Fahrzeug einmal pro Woche für 2 Stunden an 11kW. Das reicht.
      Ich finde das Disaster das wir mit unserer Kohlenstoffbasierten Antriebstechnik anrichten wesentlich grösser. Denke mal an die ganze Umweltverschmutzung durch die Ölförderung. Da werden grosse Gebiete unbewohnbar gemacht um das Zeugs aus dem Boden zu holen. Ganze Bevölkerungsgruppen werden durch Verteilungskriege vertrieben. Und Du schickst guten Gewissens jedes mal beim Tanken Dein Geld in diese Krisenregionen? Ganz abgesehen dem Klimawandel der durch das Verbrennen von fossilen Stoffen stattfindet.
      Und da nennst Du die Lithiumgewinnung ein Disaster, eine Gewinnung die in einer sehr dünn besiedelten Wüste stattfindet? Da werde keine Leute getötet wie beim Öl, keine Vertrieben. Ausserdem wird Lithium für viele Dinge des täglichen Lebens benötigt. Aber da war es nie ein Problem. Es ist erst ein Problem seit man damit die E-Mobilität schlecht reden muss.
      Ich bin mit Dir einer Meinung dass Power to Gas keine so gute Option ist solange wir nicht massiv Überschussenergien haben, da die Energieverschwendung gross ist. Aber Deine Begründung lässt doch sehr zweifeln: Power to Gas wird aus Erneuerbaren gemacht. Auch wenn da 70% der Energie in die Atmosphäre gelangen ist dies egal, da diese Energie sowieso in die Atmosphäre gelangt (Energieerhaltungssatz). Ganz im Gegensatz um Auto mit Verbrennungsmotor. Da werden 75% der Energie dazu benutzt um CO2 zu erzeugen das das Klima anheizt. (Die Wärmeerzeugung durch das Verbrennen hat sowieso nur einen kleinen Einfluss auf die Erderwärmung)

    • Kein Energieversorgungssystem der Welt ist darauf ausgelegt, jederzeit die komplette rechnerische Anschlussleistung aller zu erwartenden Verbraucher zur Verfügung stellen zu können.
      Das geht technisch gar nicht!
      Wir haben immer einen Kompromiss zwischen Netzverfügbarkeit und Produktionskapazität, die z.B. auf jahrelangen Erfahrungswerten und sicherlich auf belastbare Zukunftsprognosen besteht.
      Schon heute regeln das die Netzbetreiber ausgewogen und fahren bei Bedarf Kraftwerke hoch und herunter.
      Genau diese festgelegte, gesicherte Leistung entscheidet unter anderem ganz wesentlich, wie belastbar die Stromversorgung in den einzelnen Ländern ist.
      Deutschland ist, war und wird auch in Zukunft ein Land sein, in dem sehr hohe Sicherheitsreserven aufgebaut sind und werden. Schon alleine, um auch im europäischen Kontext die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

      Deshalb ist auch das Thema Grundlastfähigkeit obsolet, wenn ein dezentrales, aber dennoch vernetztes erneuerbares Energiesystem es ermöglicht, jederzeit Kapazitäten (natürlich bis zu einer definierten Höchstsumme) zu- oder abzuschalten.
      Dabei können, ja müssen, Speichertechnologien eine immer größere Rolle spielen. Schon alleine, um die Netze stabil zu halten.

    • Frau Doktor Bellut,
      Sie geben an einen akademischen Titel zu haben. Das bedeutet doch das sie einen Hauch Ahnung von Wissenschaft und Forschung haben sollten.
      Also selbst wenn wir 1 Millionen Landestellen mit 350kW Leistung haben passiert was?
      Richtig, wir könnten mit 1 Millionen Fahrzeugen theoretisch gleichzeitig laden.
      Wir haben auch 47 Millionen Fahrzeuge der Kategorie pkw mit Verbrennungsmotor, aber nur 14000 Tankstellen. Warum wohl muss man selten länger als 5-10 Minuten (1-2 Fahrzeuge) warten bis man dran ist?
      Richtig, das nennt sich Gleichzeitigkeitsfaktor und der ist so genial das wir nicht alle um 17:30 nach Feierabend zur Tankstelle fahren sondern manche morgens, manche mittags und andere abends oder nachts.
      Warum sollte sich das denn beim BEV ändern?
      Dazu kommt noch etwas total geniales im Bereich der elektrischen Energieversorgung, man kann die Belastung am trafo messen und entsprechend die Leistung begrenzen bevor der jeweilige Anschluss überlastet wird.
      Das ganze führt dazu das der derzeit größte Ladeplatz in Hilden am Autobahnkreuz trotz theoretisch etwa 30MW bedarf für alle Ladestationen nur einen 6 MW Netzanschluss bekommt. Denn dort nutzt man Puffer um Spitzen abzuregeln.
      Noch besser wäre es allerdings wenn man Ahnung von der ladecharakteristik eines Akkus hätte, denn dieser kann nicht von 0-100% mit voller Leistung geladen werden!
      Je nach füllstand wird der Akku langsamer oder schneller geladen.
      Dazu noch die Tatsache das derzeitige Fahrzeuge max 100kWh Kapazität und max etwa 250kW ladeleistung verarbeiten könnten.
      Es ist also dank intelligenter Steuerung kein Problem selbst wenn alle Fahrzeuge gleichzeitig an allen Ladestationen angeschlossen werden würden.
      Jeder Punkt begrenzt sich und in Summe wird der Landeplatz begrenzt.

      Was ich mich aber viel mehr frage, sie sind doch bestimmt schon mal an einem eHerd gestanden, davon gibt’s eigtl in jedem Haushalt 1nen. Also etwa soviele wie Autos im Land. Das wären dann um 47 Millionen eherde a 11kW. Warum bricht denn bei etwa 500GW bedarf für diese Geräte nie das Stromnetz zusammen?
      Haben sie sich mal Gedanken dazu gemacht?
      Vermutlich nicht!
      Muss man nicht verstehen, könnte man aber!

    • “Dr. Ursula Bellut” Hören sie bitte auf mit der Lithium-Heuchelei. In der Atacamawüste, wo nur 36% des weltweiten Lithiums herkommen wird Salzwasser verdunstet. Früher wurde das für Kaliumchlorid gemacht, jetzt auch für Lithium. Das meiste Lithium kommt aus Australien aus dem Bergbau. Und 70% des Lithiums ist gar nicht in Autoakkus. Es wird für alles mögliche verwendet. Glas, Keramik, Medikamente etc. Der Rückgang des Grundwassers am Atacamasee und anderen Salzseen der Region erfolgte schon in den 1960er Jahren. Die damalige Ursache wurde mit Buntmetallabbau (v.a. Kupfer) mit dessen Wasserverbrauch und der Quecksilberbeimengung in dieser Gegend klar festgestellt. Der Buntmetallabbau vorwiegend für die metallverarbeitende Industrie, sprich Verbrennermotoren wurde zwischenzeitlich ausgebaut. Das Grundwasser sank entsprechend dem Ausbau dieser Industrie. Ein Einfluß der Entnahme von Lithium ist nicht nachgewiesen worden. Dadurch dass weniger konzentriertes Brauchwasser wieder zurückgepumpt wird, erhöht sich das Trinkwasserreservoir. Die zur schnelleren Lösung von Lithium verwendeten Eisensalze sind nicht giftig und werden rückgewonnen, ganz im Gegensatz zum Quecksilber der Buntmetallgewinnung in der gleichen Gegend. Chile hat das Problem jedoch erkannt und baut nun Pipelines um Meerwasser dorthin zu transportieren, damit die Kupferförderung sauberer wird.
      https://im-mining.com/2018/04/07/bhp-opens-escondida-water-supply-largest-desalination-plant-latin-america/
      https://www.reuters.com/article/us-chile-lithium-analysis/chile-once-the-worlds-lithium-leader-loses-ground-to-rivals-idUSKCN1T00DM
      https://www.reuters.com/article/us-chile-lithium-water-exclusive/exclusive-chile-says-to-clamp-down-on-water-rights-in-lithium-rich-salar-de-atacama-idUSKCN1L827G
      https://eandt.theiet.org/content/articles/2019/08/lithium-firms-are-depleting-vital-water-supplies-in-chile-according-to-et-analysis/
      https://www.forbes.com/sites/marekkubik/2019/09/24/this-breakthrough-lithium-extraction-technology-could-accelerate-the-sustainable-energy-transition/#2b121cbd75fc
      https://edison.media/erklaeren/lithium-aus-lateinamerika-umweltfreundlicher-als-gedacht/24022826.html
      https://www.youtube.com/watch?v=Qm15qlkLHiU
      Überleg mal, es geht immer nur um das kleinere Übel. Die Ölförderung vergiftet TÄGLICH 40 Milliarden Liter Wasser!!! In Kanada wird gerade eine Fläche in der grösse Englands vernichtet und das Wasser mit zahlreichen Fracking-Chemikalien vergiftet. Nigeria ist ein einziger giftiger Dreckpfuhl. In Ecuador ist das Wasser in vielen Gebieten nicht mehr trinkbar, genauso im Golf von Mexiko, wo täglich seit 14 Jahren etliche Ölbohrplattformen auslaufen. Oder in Sibirien, Alaska. Die vielen Tankerunglücke, Kriege etc. habe ich noch nicht einmal aufgezählt. Dann machen wir aus der Brühe Benzin und stinken damit unsere Mitmenschen voll. 20-30.000 Liter und mehr pro Autoleben… Das soll harmloser sein als 3-10 kg Lithium in einen Akku zu packen, der dann 15-20 Jahre verwendet wird (erst im Auto, danach als stationärer Speicher) und dann schon zu 96% recycelt wird (Fa. Duesenfeld)? Ernsthaft???

    • Nein, Frau Bellut, Sie sind hier leider offenkundig Opfer des Marketings der Energiewendegegner und Klimaleugner geworden.
      In der Elektrotechnik spricht man von Gleichzeitigkeit, wenn man betrachtet, dass man nie alle elektrischen Verbraucher gleichzeitig betreibt, weil weder die bereitgestellte elektrische Infrastruktur noch die eigene Hausverkabelung das hergibt. Gilt für Waschmaschine, Fön, Gitarrenverstärker, Elektroauto und jedes andere elektrische Gerät.
      Bitte keine Unwahrheiten verbreiten. Danke.

  4. Ein wichtiger technischer Punkt wird immer vergessen: Schnellladesäulen sind gepuffert.
    Man sieht das gut bei den Ionity: es gibt pro Ladesäule im Hintergrund immerveinen weissen Kasten.
    Die ziehen niemals 350kW aus dem Netz.

  5. Ich habe mir das Video – was sie ja freundlicherweise hier eingebettet haben – von Prof. Harald Lesch nochmal genau angeguckt, und kann darin nicht erkennen, was sie ihm vorwerfen.

    Herr Lesch macht eine hypothetische Kalkulation für den Fall, dass alle Fahrzeuge, die wir heutzutage haben (ca. 54 Mio.), Akku-betriebene Autos wären. Und davon würden 1 Mio. Autos gleichzeitig eine Schnelladung durchführen (ab 7:10 im Video zu sehen).

    Damit wollte er vermutlich ein Problem verdeutlichen, dass nicht völlig aus der Luft gegriffen ist. Aber was Sie daraus machen, ist eine Verdrehung dessen, was Prof. Lesch gesagt hat. Das ist unredlich!

    • Ich kann Ihnen da nicht zustimmen. Meiner Meinung nach hat Herr Lesch über ein Thema gesprochen, über das er zu wenige Informationen besessen hat.

      Einige Punkte wurden noch gar nicht angesprochen:
      – Akkus haben beim Schnellladen eine Ladekurve. D.h. die Ladung startet nicht bei voller Ladeleistung und bei etwa 50-60% Akkufüllung wird die Maximalleistung auch schon wieder langsam heruntergeregelt, um den Akku zu schonen.
      – Schnellladesäulen sind nicht einfach nur Steckdosen. Die haben einen Akku, um die Ladespitzen zu puffern.

      Grundsätzlich aber ist die Wahrscheinlichkeit, das alle E-Autobesitzer zur gleichen Zeit an einer Schnelladesäule laden, so gross wie die Wahrscheinlichkeit, das alle Verbrenner gleichzeitig tanken. Ich wüsste nicht, dass das schon mal in der Geschichte des Automobils vorgekommen wäre.

      Der Austausch von Verbrennern zu E-Autos wird langsam geschehen. Da ist locker Zeit genug die Säulen im Notfall regelbar zu machen.

    • Herr Lesch möchte dramatisieren!
      Wir haben bestimmt ähnlich viele Haushalte wie Fahrzeuge im Land.
      Jeder Haushalt hat einen Elektroherd, dieser hat 11kW Leistung in den allermeisten Fällen. Das wären dann im 500GW Anschlussleistung…da funktioniert das Netz seit Jahrzehnten stabil. Warum nur?
      Ah Richtig, es kocht nicht jeder täglich zur identischen Zeit mit voller Leistung.
      Beim Laden von Fahrzeugen ist das übrigens ähnlich

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