Last Updated 15. Februar 2023
Veröffentlicht am: 11. Dez. 2022
Fehler, die man hätte vermeiden können – Die Strompreisbremse oder der Strompreisdeckel…
Wie funktioniert die Strompreisbremse? Wer profitiert von der Strompreisbremse?
Wie hoch ist die Entlastung?
Die Strompreisbremse entlastet alle Stromkundinnen und Stromkunden mit sehr hohen Strompreisen. Sie sparen durch die Strompreisbremse im Vergleich zu den extrem hohen Energiekosten, die durch hohe neue Vertragspreise entstehen. Dabei gilt: Es lohnt sich trotzdem, Strom einzusparen, weil die Entlastung nicht vom aktuellen Verbrauch abhängt. Jede mehr oder weniger verbrauchte Kilowattstunde schlägt mit dem vollen hohen Preis aus dem Versorgungsvertrag zu Buche. Alle von hohen Energiepreisen betroffenen Haushalte und Unternehmen profitieren also weiterhin stark, wenn sie Strom einsparen. Stromkundinnen und -kunden, die bisher weniger als 30 000 kWh Strom im Jahr verbraucht haben, also vor allem Haushalte und kleinere Unternehmen, erhalten 80 Prozent ihres bisherigen Stromverbrauchs zu einem garantierten Bruttopreis von 40 ct/kWh. Niemand muss für diesen Anteil also mehr bezahlen. Für Verbräuche oberhalb dieses „BasisKontingents“ gilt jeweils der vertraglich vereinbarte Preis. Wenn die Stromkundinnen und – kunden weniger als 80 Prozent des bisherigen Verbrauchs verbrauchen, erhalten sie trotzdem die Entlastung in voller Höhe. So bleibt der volle Einsparanreiz erhalten. Stromkundinnen und -kunden mit einem Stromverbrauch von mehr als 30 000 kWh im Jahr, vor allem mittlere und große Unternehmen, erhalten 70 Prozent ihres bisherigen Stromverbrauchs zu einem garantierten Netto-Arbeitspreis von 13 ct/kWh. Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen fallen zusätzlich an. Da der Preis nur für 70 Prozent des Verbrauchs aus dem Jahr 2021 begrenzt wird, bleibt für Unternehmen ein starker Anreiz, Strom einzusparen. Denn für jede Kilowattstunde, die zusätzlich verbraucht wird, gilt der neue, hohe Marktpreis für Strom. Wenn die Stromkundinnen und -kunden weniger als 70Prozent des bisherigen Verbrauchs verbrauchen, erhalten sie trotzdem die Entlastung in voller Höhe. So bleibt der volle Einsparanreiz erhalten…. Quelle: https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Downloads/F/faq-strompreisbremse.pdf?__blob=publicationFile&v=4
Sehr viele Menschen sagen mir, dass sie die obige Beschreibung nicht hilfreich finden oder nicht ganz verstehen. Klar ist folgends: Der Strompreis soll bei 40 ct. für die Kilowattstunde gedeckelt werden. Egal was der Stomversorger für die Kilowattstunde verlangt, alles was über den 40 ct. liegt zahlt der Staat. Konkret an einem Beispiel würde das heißen, wer im Jahr 3000 kWh verbraucht zahlte zuvor bei einem Strompreis von 30 ct./kWh = 900 EUR. Nach der Strompreiserhöhung die angenommen nun einen Preis von 49 ct./kWh hat wären das nun 1.470 EUR. Die Mehrkosten betragen dann 570 EUR im Jahr. Der Preis würde aber gedeckelt und wir müssen dann mit 40 ct./kWh rechnen = 1.200 EUR. Dann betragen die Mehrkosten nur 300 EUR. Der Staat übernimmt in dem Fall die 270 EUR.
Es gibt aber eine Einschränkung, es werden nur 80% der Mehrkosten übernommen und das soll einen Anreiz ergeben Strom zu sparen. Und hier entsteht bereits für einen Großteil ärmerer Haushalte ein Problem. Aufgrund der stark gestiegenen Lebensmittelpreise werden viele nun mehr selber kochen und weniger Fertiggerichte kaufen. Selber kochen bedeutet einen höheren Stromverbrauch und höhere Kosten für den Abwasch. Alles in allem ist das also keine gute Idee, zumal damit auch der CO2-Ausstoß steigt, wenn nicht schnell der Ausbau von mehr Erneuerbaren Energie vorangetrieben wird. Darüber hinaus haben die Stromanbieter mit der Strompreisbremse aber auch keinen Anreiz selber die Kosten zu senken, der Staat kümmert sich ja. Unten werden wir ein anderes Beispiel mit der besseren Strompreisbremse rechnen.
Hier jetzt ersteinmal die Beschreibung weshalb die Strompreise überhaupt steigen. Und vorweg schon mal die wichtige Nachricht, sie steigen nicht wegen der Erneuerbaren Energien und das müssen sie auch zukünftig nicht, im Gegenteil sie würden fallen, wenn wir alle dafür sorgen und endlich das #EnergySharing forden und umsetzen. Dazu ein Artikel: #EnergySharing macht Energie deutlich billiger.
Merit Oder, Übergewinne und anderes Gedöns – Wir hätten den besseren Hebel
Wie funktioniert der Strommarkt und was ist der Hebel beim Merit Order?
Wir haben also jetzt also einen Strompreisdeckel über den in den Medien nicht richtig berichtet wurde, und bei dem am eigentlichen Ponkt, dem viel zu großen Hebel durch den zu hohen Gapreis überhaup nicht gedacht wird, man kann ihn nämlich verändern. Und bereits im Nov. 22 traten die ersten Schwierigkeiten auf. So erfahren wir aus der Tagesschau vom 30.11.22:
Solarwirtschaft warnt vor Klagewelle
Der Bundesverband Solarwirtschaft hält die geplante Strompreisbremse für rechtswidrig und fordert die Politik zu Nachbesserungen auf. Andernfalls könnte es zu einer Klagewelle kommen.
Weshalb gibt es den Merit Order?
Daneben muss auch betrachtet werden, dass Strom aus Erneuerbaren Energien, der über die EEG-Umlage vergütet wird, an der Strombörse gar keine Erlöse erzielen kann. Denn dort wird er immer mit Null EUR gerechnet. Das Merit-Order-System hat aber noch einen weiteren Aspekt. Kraftwerksbetreiber bieten ihren Strom möglichst immer am unteren Limit an, damit garantiert ist, dass er auch verkauft wird. Das würde als Einnahme übers Jahr nicht reichen. Weil sie aber sicher gehen können, dass bei steigendem Strombedarf immer sichergestellt ist, dass teurere Kraftwerke dazugeschaltet werden müssen, kommen sie am Ende des Tages oder des Jahres doch auf ihre Kosten durch die höheren Einnahmen. Das ist der oben beschriebene Ausgleich. Soviel zur Theorie und Praxis an der Strombörse.

Wenn Brennstoffkosten – hier der Gaspreis – plötzlich zum Hebel der Strompreise an der Strombörse werden…

Wenn Brennstoffkosten – hier der Gaspreis – plötzlich zum Hebel der Strompreise an der Strombörse werden, steigen die Gewinne für alle anderen Stromerzeuger und der Strompreis explodiert. Dieses Vermarktungsmodell ist also für solche Ausnahmesituationen nicht mehr geeignet.

Prof. Eicke R. Weber im Freitags Talk: Die Aufgabe ist es jetzt durch eine einfache Maßnahme die Stromkosten zu senken.
Wenn man also die Gaskraftwerksbetreiber gesondert vergütet, also nicht über den Markt an der Strombörse, ist dieser Betrag klar definiert und andere Stromerzeuger können dann keine Übergewinne einstreichen. Damit spart man sich den Weg diese nachher auch wieder holen zu müssen. Gleichzeitig kann man aber einen kleinen Zuschlag zum Gasstrompreis an der Börse manchen, sodass sich dann immer noch ein Anreiz für die Verbraucher ergibt Strom zu sparen. Damit ergäbe sich aber der weitere Vorteil, die Bürger die ja zusätzlich auch bei den Heizkosten stark gefordert werden, bei den Stromkosten stärker zu entlasten. Und man spart sich einiges an Bürokratie ein. Nehmen wir also die besseren Werkzeuge in die Hand.
Deshalb schaut Euch bitte den kurzen Vortrag von Eicke Weber an.
Das EEG-System an der Strombörse war ja, wie gesagt nur ein Umlagesystem, aber es war auf die Vorkriegspreise ausgelegt. Würde man also diese große Hebelwirkung über den Gaspreis an der Strompreisbremse entschärfen, dann entspräche das auch nur eine Anpassung aber eben mit einer sehr positiven Wirkung. Tatsache ist, diese großen Übergewinne eintzutreiben und verwerten zu können, bedeutet auch einen enormen verwalterischen Aufwand. All das würde eine Menge Kosten sparen und am Ende sogar für die Stromkunden
Mein obiges Beispiel könnte dann wie folgt aussehen. Mein ursprünglicher Strompreis könnte z. B. von 30 auf 33 ct./kWh steigen. Dann würde mein Strompreis lediglich von 900 EUR auf 990 EUR im Jahr steigen. Daraus ergäbe sich für mich eine Einsparung von 210 EUR gegenüber der jetzigen Regelung. Gerade ärmere Haushalte würden sehr davon profitieren und man würde damit auch dem Protest gegen die Regierung ein wenig Wind aus den Segeln nehmen.
Sonnige Grüße
Klaus Müller
Energiewende-Rocken