Die Sonne – der Wind – was geht…

Das bekannteste Totschlag-Argument gegen die Energiewende lautet:

Wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, gehen die Lichter aus.”

Und in der Folgerung muss es dann heißen wir müssen dann immer Strom aus Atom- und dreckigen Kohlekraftwerken aus dem Ausland importieren. Das hören wir nun seit einigen Jahren. Aber – alles völliger Quatsch. Und deshalb heißt unser heutiges Lord have Mercy: Die Sonne – der Wind – was geht…

Der Blackout ist also angesagt und wird immer wieder herbei geschrieben. Aber genau das ist bisher nicht passiert und manchmal haben wir sogar Tage wo fast 100% Strom aus Sonne und Wind produzieren werden. Aber es gibt auch die Tage wo es die Erneuerbaren sehr wenig saubere Energie ins Netz schicken. Im Jahresschnitt produzieren die Erneuerbaren bereits 40 Prozent Strom aus Erneuerbaren Energien.

An den Tagen wo wir sehr wenig saubere Energie erzeugen, also dann wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, dann schlägt die Stunde der Energiewende-Kritiker. Dann heißt es: Dann importiert Deutschland Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland. Tatsächlich stimmt auch das nicht und ist ebenso Mythos, wie viele andere Geschichten die so über die Energiewende verbreitet werden.

Energieblogger

Thorsten Zoerner

Thorsten Zoerner

Thorsten Zoerner, ein Energieblogger, der sich seit Jahren mit den Erneuerbaren Energien beschäftigt, hatte bereits vor einigen Jahren relevante Daten aus erster Quelle, von den Netzbetreibern, Erzeugern und von der Strombörse analysiert.

Torsten Zoerner: “Wir haben in diesem Beitrag in einem Zeitraum von mehr als einem Jahr, genau an 410 Tagen, alle wichtigen Daten des Strommarktes erfasst und ausgewertet und den 17.10.2015 als Referenztag ausgewählt, weil es der Tag war, an dem Sonne und Wind den wenigsten Strom lieferten…” und er kommt zu einem ganz anderen Ergebnis.

An diesem Tag hatten wir einen Stromexport und was noch wichtiger ist: Die Auslastung aller an diesem Tage laufenden Kraftwerke (Atom, Kohle und Gas) betrug zwischen 12% und 70%. “Selbst wenn man die 63.231 MWh Strom aus Windkraft und Solarstrom vollständig ignorieren würde, also die Erzeugung am 17.10.15 mit dem Wert von “0” annimmt, dann gibt es in Deutschland zurzeit eine Überkapazität bei der Stromerzeugung…”, so Zoerner.

screenshot“Von daher, ist es falsch, dass wir schmutzigen Strom von unseren Nachbarn importieren oder fehlender Sonnen/Windstrom zu extrem hohen Preisen an der Börse führt und konventionelle Kraftwerke am Limit gefahren werden müssen, wenn es keinen Sonnen/Windstrom gibt. Auch die Annahme, dass mit langen Zeiträumen ohne Erzeugung aus Erneuerbaren zu rechnen sei (sogenannte Dunkelflauten), ist völlig abwegig.”

Damals habe ich mit Torsten Zoerner ausgiebig zu dem Thema telefoniert und kam aus dem Staunen  nicht heraus, nachdem er mir erklärte welchen Zugang er zu den Daten hat. Leider ist der Blog-Artikel, aus dem die Zitate hier stammen,  in seinem Blog nicht mehr zu finden. Also Torsten, wenn mal Zeit ist, dann stelle ihn bitte wieder ins Netz.

aus technischer Sicht

Wenn die Sonne nichtDas bedeutet aus technischer Sicht, wir können  die Energiewende ohne Einbußen beschleunigen und dass müssen wir auch wenn wir den Klimawandel ernst nehmen, denn die jetzige Ausbaugeschwindigkeit, die die Bundesregierung für die Energiewende vorgibt, reicht bei weitem nicht aus das 1,5°-Ziel beim Klimaschutz einzuhalten.

Einen Schönen Herbst all unseren Lesern. Vielleicht treffen wir uns im Hambacher Forst.

Sonnige Grüße
Klaus Müller

2 Kommentare zu “Die Sonne – der Wind – was geht…
  1. Das einzige Problem ist, dass diese Totschlagargumente, die man mal schnell irgendwo in die Kommentarspalten kritzeln kann bei den Leuten eher hängenbleibt, als die wissenschaftliche Gegendarstellung.

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