Klimaschutz und Journalismus – 100% Erneuerbare Energie bis 2030

Klimaschutz und Journalismus – 100% Erneuerbare Energie bis 2030

Journalisten berichten auch über den Klimawandel. Aber wie sie es machen, ist gelinde gesagt skurril. Müssten Klimawandel und Klimaschutz nicht mehr und viel genauer in den Medien behandelt werden? Angesichts der drohenden Klimakatastrophe und der wenigen Zeit die uns bleibt, hat Journalismus diese dringende Aufgabe. Die Bedrohung des anthropogenen Klimawandels sprach die Klimawissenschaft seit Jahrzehnten aus. Nur in der Vorstellung, auch der Journalisten, war alles ja noch so weit weg. Nun hat sich die Bedrohung so eindeutig verstärkt, dass ein sofortiges Handeln unumgänglich ist.

Uns bleibt nur noch ein kleines Zeitfenster zum Handeln. Nun sind die Klimaschutzziele, die über 30 Jahre abgearbeitet hätten werden müssen, schlichtweg veraltet. Die Scientists4Future hatten das am 12 März 2019 auf ihrer Bundespressekonferenz angemahnt. Trotzdem ist alles weitergelaufen wie bisher. Währenddessen tauen jetzt Permafrostböden auf und damit ist ein wichtiger Klima-Kipppunkt erreicht. Aber genau damit verkleinert sich das Zeitfenster, das uns bleibt. 2050 ist tot – es muss bis 2030 alles erledigt sein.

Dazu ist ein Artikel von Dr. Christfried Lenz erschienen. KLIMASCHUTZ – 100 PROZENT ERNEUERBARE ENERGIE BIS SPÄTESTENS 2030.

Schlechter Journalismus – guter Journalismus – Klimaschutz

Mitte Februar 2020 habe ich in Energiewende-Rocken einen Artikel zum Thema geschrieben. Bildungsnotstand Journalismus – Die Klimafrage. Der gleiche Artikel erschien auch im eemag unter dem Titel WENN MEDIEN IHRE AUFGABEN GRÜNDLICH VERSEMMELN – BILDUNGSNOTSTAND BEI JOURNALISTEN.Und darin habe ich versucht zu beschreiben, was im Journalismus in Sachen Kimawandel, Klimaschutz und Energiewende falsch läuft.

Und nun steht die Frage im Raum, hat sich etwas verändert? Die Antwort muss leider heißen – nein. Dabei ist allerdings zu fragen, weshalb nicht. Aber auch hier kann heute noch lange keine zufriedenstellende Antwort gegeben werden.

Mindestvoraussetzung für ernst zu nehmenden Klimaschutz, ernst zu nehmenden Journalismus.

Dass Klimaschutz zuallererst Energiewende heißt, ist vielen Lesern meines Blogs klar. Wir müssen aufhören CO2 auszustoßen, und das eben in kürzester Zeit. Die Politik hat mindestens 10 Jahre verspielt und dabei eine der wichtigsten Zukunftstindustrien zerstört, die Photovoltaik. Dass dabei 100.000 Arbeitsplätze zerstört wurden war egal. Nun hat sie auch die Axt an die Windindustrie gelegt. So aber kann Klimaschutz nicht funktionieren. Aber Altmaiers Ministerium und die Bundesregierung basteln bereits an weiteren Verzögerungtaktiken, indem der Ausbau von Photovoltaik für die Bürger weiter erschwert wird, anstatt den Ausbau zu forcieren. Dieser Ausbau schafft nämlich Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum und nicht das Festhalten an alten Konzernen, die mitgemacht haben bei der Vernichtung zukunftsorientierter Arbeitsplätze. Sie haben in Wahrheit gar kein Interesse an der Energiewende und können das auch nicht haben.

Die Forderung des Runden Tisch

Inzwischen hat sich der Runde Tisch gebildet und deren Forderung ist zwar gewaltig aber keinesfalls unrealistisch, was wir in weiteren Artikeln erfahren werden. Und das ist die Forderung (Dr. Christfried Lenz):

Wenn unsere Bemühungen zur Begrenzung der Klimaerwärmung mit auch nur einer Spur Realismus ausgestattet sein sollen, dann muss bis spätestens 2030 die Energie in allen Sektoren auf 100% Erneuerbar umgestellt werden. MetropolSolar, Bündnis Bürgerenergie (BBEn), Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV), Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS), Energy Watch Group (EWG), Europäische Energiewende Community und weitere Organisationen am „Runden Tisch“ der Erneuerbaren Energien sind gemeinsam zu dieser Einsicht gelangt und arbeiten an ihrer Verbreitung.

Neuer Leitsatz: 100% Erneuerbare Energien bis spätestens 2030

Hier geht es zum Solar-Förderverein

Sehr begrüßenswert ist in dem Zusammenhang eine weiterer Aufruf und offener Brief. Es lohnt ihn zu lesen. Und liebe Journalisten und Medienmachende: unterschreibt den Aufruf bitte. Diesmal von der Journalistin an ihre Kollegen. Daraus ein paar Zitate:

Wir berichten nicht, was die Klimakrise für uns und unsere Kinder bedeuten wird

Kinder, die heute zur Welt kommen, werden oft noch zur Grundschule gehen, wenn wir im schlimmsten Fall schon 2030 die 1,5-Grad-Marke dauerhaft durchbrechen.
Lassen Sie mich das übersetzen: Sie haben einen dreijährigen Sohn? Er wird dann knapp 13 Jahre alt sein. Sie haben eine fünfjährige Enkelin? Sie wird etwa 15 sein. Sie könnten sich vorstellen, in fünf Jahren ein Kind zu bekommen? Ich denke, Sie haben den Punkt verstanden.
Wenn diese Kinder alt genug sind, um Ihnen zu erklären, wie ernst unsere Lage ist, wird es zu spät sein, um unter 1,5 Grad zu bleiben.

Aber die Klimakrise betrifft nicht nur unsere Kinder, sie betrifft auch uns selbst. Sie sind 42? Dann werden Sie knapp 52 sein, wenn wir unsere Chance auf eine Welt mit einem stabilen Klima vielleicht schon endgültig verspielt haben werden. Sie haben der aktuellen Lebenserwartung zufolge dann rein rechnerisch noch knapp 30 Jahre, in denen Sie die immer dramatischer werdenden Folgen der Klimakrise hautnah erleben dürfen.

Wir machen uns nicht bewusst, dass wir bereits mitten in der Klimakrise stecken

In diesem Sommer stand ein Viertel von Bangladesch unter Wasser, wochenlange Regengüsse haben weite Teile Nord- und Südkoreas überflutet, darunter Seoul. Kriege und Konflikte werden schon heute von klimabedingter Knappheit angeheizt, sie töten Menschen und zwingen andere, ihre Heimat zu verlassen. Und sie werden sich in den nächsten Jahren noch verschärfen.
Im Iran und Irak herrschten in den letzten Monaten mehrfach tödliche Temperaturen von mehr als 50 Grad und auch in Deutschland sterben bereits seit Jahren immer wieder tausende Menschen während der Hitzewellen. Das wird nicht mehr aufhören, es wird nur noch schlimmer.

Einen sehr guten Bericht vom Deutschandfunk kann man sich hier anhören. Ich würde ihn so betiteln: Was ist der Unterschied zwischen dem schlimmsten Fall und schlimm? Es besteht nur ein gradueller Unterschied.

Sonnige Grüße
Klaus Müller

Wir haben viel zu tun – Packen wir es an – Energiewende-Rocken

 

 

 

 

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