Faktencheck Die Anstalt – Energiewende-Rocken ist mit dabei

Faktencheck Die Anstalt – Energiewende-Rocken ist mit dabei
Dr. Dietrich Krauß - der dritte Man in "Die Anstalt"

Die Satiresendung des ZDF, DIE ANSTALT, macht regelmäßig einen Faktencheck zu ihren Sendungen. Die Letzte Sendung behandelte das wichtigste Thema der Energiewende, das EEG-Paradoxon, das immer noch weitgehend unbekannt ist. Im Faktencheck zu Sendung wurde auch unser Blog Energiewende-Rocken als Quelle aufgeführt, was uns natürlich mächtig freut.

Wie letztens berichtet, hatte Die Anstalt vom ZDF am 1.10.2019 erstmals als großes Medium über das EEG-Paradoxon berichtet. Das Gesamtthema der Sendung war Energiewende und das aktuelle Klimaschutzkonzept der Regierung. Die Anstalt ist eine Satiresendung und vielen ist dabei im Hinterkopf, dass Satire von Überspitzung lebt. Es gibt viele Abhandlungen darüber was Satire ist und was Satire darf. Klaus von Wagner und Max Uthoff, die die alte Sendung Neues aus der Anstalt von von Urban Priol und Frank-Markus Barwasser (alias Erwin Pelzig) übernommen hatten, verfolgen wie auch ihre Vorgänger ein sehr stringentes Konzept, das ein wenig davon abweicht. Ihnen ist der Aspekt der Aufklärung sehr wichtig.

Dass sie dabei natürlich Feinde haben, wenn Dinge an die Öffentlichkeit gezerrt werden die unangenehm sind, und man sich dementsprechend wehrt, kann uns nicht verwundern. Und natürlich werden dann alle Register gezogen. Hier ein Auszug aus Wikipedia:

Kontroverse um Medienkritik

In der dritten Episode stellte von Wagner auf dem Whiteboard Mitgliedschaften einer Reihe prominenter deutscher Journalisten in NATO-freundlichen Elitenetzwerken wie z. B. der Atlantik-Brücke dar, wodurch insbesondere hinsichtlich der Ukraine-Krise ein Interessenkonflikt in der Berichterstattung bestünde. Zur Vorbereitung dieses Beitrages war Uwe Krüger konsultiert worden, der mit seiner Studie Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten – eine kritische Netzwerkanalyse das Thema wissenschaftlich analysiert hatte.

In einem Interview der HNA erwiderte Uthoff auf den Vorhalt, seine Kritik an den Massenmedien erinnere an „die Kritik der Pegida-Demonstranten an der angeblich gleichgeschalteten Mainstream-Presse“, dass es „die Arbeit der Journalisten“ sei, „fein zu differenzieren“, sein Job als Kabarettist hingegen, „Missstände anzuprangern und sie satirisch zu überhöhen, manchmal bis zur Schmerzgrenze“. Der Vorwurf durch Journalisten an Die Anstalt sei deshalb nicht gerechtfertigt. Vielmehr fehle „die Differenzierung in der Ukraine-Krise […] etwa in der ‚Süddeutschen Zeitung‘ und der ‚Zeit‘“. Man habe in der Anstalt „nie gesagt, dass Putin ein Engel wäre. Es geht darum, dass ein Bürgerkrieg angezettelt wird […] an dem NATO und Amerikaner ganz bestimmte Interessen haben.“

Josef Joffe

Der Zeit-Mitherausgeber Josef Joffe und der Zeit-Journalist Jochen Bittner erwirkten zunächst beim Landgericht Hamburg einstweilige Verfügungen gegen sie betreffende Aussagen der Sendung. Dem ZDF wurde untersagt, zu behaupten oder zu verbreiten, Joffe sei Mitglied, Beirat oder Vorstand von acht statt wie tatsächlich sieben und Bittner von drei Organisationen, die auf dem Whiteboard genannt wurden. Dies führte auch zur Entfernung der Sendung aus der ZDFmediathek. Die einstweiligen Verfügungen wurden vom LG Hamburg am 6. Oktober 2014 im Fall von Joffe ganz und im Fall von Bittner teilweise wieder aufgehoben.

Im Hauptsacheverfahren wurden dagegen gerichtete Klagen von Joffe und Bittner zunächst vom LG Hamburg im Hinblick auf den satirischen Charakter der Sendung zurückgewiesen. Am 9. September 2015 hob das Oberlandesgericht Hamburg im Berufungsverfahren diese Urteile auf und untersagte der Anstalt die weitere Verbreitung oder Wiederholung der strittigen Aussagen. Zudem untersagte es die Aussage, Bittner habe an der Rede von Bundespräsident Joachim Gauck auf der Münchner Sicherheitskonferenz mitgeschrieben. Am 10. Januar 2017 verwarf der Bundesgerichtshof das Urteil des OLG Hamburg und folgte der Auffassung der ersten Instanz, dass die satirische Darstellung eines Sachverhalts auch Ungenauigkeiten enthalten dürfe.

Demokratie braucht solche Korretive

Damit wird aber offensichtlich, unsere Demokratie benötigt solch Korrektiv. Wenn Medien, die die vierte Gewalt in unserer Demokratie sind und an bestimmten Stellen versagen, muss das aufgezeigt werden. Und weil Medien, egal ob Print-, Online, oder Fernseh- und Rundfunkmedien einem, inzwischen immer mehr grassierenden Kostendruck unterliegen und viel zu oft die Nachrichten der kommerziellen Nachrichtenagenturen wie dpa, APP usw. ungeprüft und unkommentiert einfach nur durchreichen, entsteht oftmals ein Wissensvakuum. So ist auch das EEG-Paradoxon zu einem solcher “schwarzen Löcher” geworden, das nie entdeckt wurde und in dem alles an wissenswerten Informationen verschwand.

Die Anstalt besteht übrigens in ihrer Hauptzusammensetzung aus einem Dreier-Team. Normalerweise kennt man nur die Protagonisten der ZDF-Satire-Sendung “Die Anstalt”, die Kabarettisten Max Uthoff und Claus von Wagner. Aber es gibt noch einen Dritten im Team, Dr. Dietrich Krauß. In diesem Interview stellt er sich vor und berichtet von seiner Arbeit.

Professionelles Konzept

Um einer Gegenwehr der Angegriffenen weitgehend aus dem Weg zu gehen, hat man in der Sendung Die Anstalt ein professionelles Konzept. Alle Inhalte der Folgen werden vorher genauestens recherchier und Behauptungen die in den Folgen aufgestellt werden müssen nachprüfbar und integer sein. Deshalb gibt es hinterher auch einen ausgiebigen Faktencheck. Der zieht sich dann auch mal einige Wochen hin. So geschehen in der aktuelle Oktoberfolge. Derzeit liegt die fünfte Überarbeitung des Faktenchecks zu dieser Folge vor.

Sie ist hier zum Download verfügbar: https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/fakten-im-check-der-anstalt-118.html. Während die erste Ausgabe noch ca. 20 Seiten hatte ist die aktuelle nun bei 90 Seiten. In den ersten vier Ausgaben hatte man das Thema EEG-Paradoxon ausgespart. In der fünften ist es nun drin. Der ganze Faktencheck zur Sendung enthält hunderte Quellenangaben. Zum Thema EEG und EEG-Paradoxon sind es allein schon 114. Und Energiewend-Rocken wurde auch drei mal als Quelle erwähnt. Da kommt dann doch große Freude beim mir auf, dann war meine Arbeit doch nicht ganz um sonst.

Hier ein ganz aktueller Beitrag von Dietrich Krauß, Ausschnitt aus einer Podiumsdiskussion, nur 5 Min.

Hier die letzten beiden Beiträge von uns zum Thema:
In aller Freundschaft, liebe Tagesschau
Aufruf zum gesellschaftlichen Ungehorsam – Schafft Aufklärung und beschleunigt die Energiewende

Also, Klimaschutz und Energiewende-Rocken

Sonnige Grüße

Euer Klaus Müller

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2 Kommentare zu “Faktencheck Die Anstalt – Energiewende-Rocken ist mit dabei
  1. Avatar Tobiko sagt:

    Dauervergütungssenkung ist gemeint.

    Und ich hätte mehr einteilen sollen und mit Spiegelstrichen, z. B. vor § 49 EEG 2017 , dann vor Sondersenkungen usw
    Könntest du das nch ändern, Klaus?

    Sorry!

  2. Avatar Tobiko sagt:

    Schade mein Kommentar per Smartphon vor 2 Tagen scheint verloren gegenagen zu sein.

    Zum vorbildlichen Anstaltbeitrag bleibt zu ergänzen: EEG 2017 § 49 wo die Dsuervergütungssenkung auch bis fast 800 MW unter nun 1,9 GW a keine Vergütungserhöhung. Sondersenkung bei trotzdem erfolgreich gesteigertem Aufbau, wie 2018 (hatten die Weltmarktpreise gewirkt oder was machte es möglich) versteckt mit Energiesammel Gesetz kamen 2011 zu über 40% dazu. Von FDP Rösler + CDU Röttgen, die auch in 2012 ab April monatliche Senkungen einführten.
    Der Altmeierabbruch des Umweltministers ab Maiwar also geerbt und wurde fortgeführt und um den Festdeckel 52 GW = 0 Vergütung ergänzt.
    Die Sigmar-Senke wurde auch durch die Sonnensteuer für Anlagen ab 10 kWp und die Abschreibungen schon ab 750 kWp bedingt.
    UND, und so viles gibt es an organisierten EW-Behinderungen, dass ich nicht alle nennen kann. Die htw Berlin listete über 54 Punkte, die noch ergänzt werden.

    Ich ergänze mal die Wuchergebühr von 130 € Gebühr für 7 kWh Netzstrom im Jahr, die gebührenlois mit den vielen solaren verrechenbar wären. Die BN west das aber nicht an.

    Doch was unbedingt noch zu nennen ist: Bis 2009 hatten wir Echtzeitwälzung der EE-Einspeisungen und deren Wert wurde summativ und vorOrt zugeteilt über die Übertragungsmnetzbetreiber per Bänder berechnet, was zu ca. 4-5 Mrd € Gutschrift bei den EEG-Kosten führte, während der Zwangsverkauf an der Tagesbörse, deren Verkaufswert auf 2 Mrd minderte und die physische vor Ort Einspeisung nötigenfalls mit Abschaltungen der Anlagen beantwortet wird, was abermals unsinnig unnötige Kosten schafft.

    Aber der Börsenverkauf würde den Strompreis angeblich senken. Eine Behauptung zur Einführung 2009, die nie gestimmt hat, sondern das Gegenteil!Doch die Grokos änderten nichts an allem, sondern verschärften es noch mit den Ausschreibungszwängen uw

    Schönen Gruß soweit schnell zum Reformationstagende!

    Und danke Klaus auch hierfür. Wie bekomme ich denn am besten mal persönlichen Kontakt zu den die Anstaltmachern?

    Tomas von http://www.sunon.org

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