Klimadiplomatie oder das Ende von allem 1


Last Updated 16. April 2022

Der traurige Krieg – Klimadiplomatie oder das Ende von allem

Dies ist der kürzeste Artikel, den ich je geschrieben habe.

Und ich habe Wochen gebraucht ihn gedanklich zu formulieren, um am Ende komplett alles über den Haufen zuschmeißen, was ich dazu vorher überlegt hatte. Wir leben in einer neuen Zeit oder Zeitenwende, wie es viele sagen, und alle verstehen etwas anderes unter dieser Zeitenwende.

In Zeiten, wo wir alle glauben den wirklichen (einzigen) Feind gefunden zu haben, und eine Gesellschaft sich zu einem “Wir” formiert und weiß, wer dieser Feind, Wladimir Putin genau ist, muss man aufpassen. Aber es gibt keine Frage, ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg, mit vielen zivilen Opfern bleibt ein sehr schweres Verbrechen.

Aber wovon lenken wir uns da wirklich ab oder werden abgelenkt? Die größte Gefahr für unsere Demokratie, unsere Kultur, unsere Freiheit und unser Leben geht von den Folgen eines nicht rechtzeitig “behandelten” Klimawandels aus. Diese wirkliche Zeitenwende kann das Ende der Menschheit bedeuten. Mit sich immer weiter verstärkenden feedback loops werden wir unsere Kulturen vor unlösbare Aufgaben stellen.

Unlösbare Aufgaben bedeutet in der Konsequenz aber eine sich radikal gebärdende Auflösung aller menschlicher Kultur. Es bedeutet eine radikale Vernichtung menschlicher Lebensräume, die sich auch nicht wiederherstellen lassen. Uns erwartet Massentod, Massenleid, Massenhilflosigkeit und die Auflösung allen humanen Handelns, verdrängt durch die Handlungsunmöglichkeit, wenn es auf allen Ebenen an Ressourcen fehlt. Es wird am Ende nur unlösbares Leid stehen, weil die Übriggebliebenen traumatisiert, um das eigene kärgliche Leben und Überleben kämpfen. Kulturelle Werte wie Gerechtigkeit, Mitgefühl oder Nächstenliebe und Hilfe werden Vergangenheit aus alten Romanen und Filmen sein, ohne dass sich diese Entwicklung irgendwie stoppen ließe.    

Jetzt…

Junge Leute kleben ihre Handflächen mittlerweile auf Straßen fest, um darauf aufmerksam zu machen, dass die neuesten Ergebnisse des IPCC viel erschreckender sind und uns zum Handeln zwingen. Und wir wissen anscheinend alle, was getan werden müsste. Aber die Energiewende ist wohl immer noch eine zu große Aufgabe oder Kraftanstrengung, oder was hindert uns, das zu tun, was JETZT getan werden muss? Ist sie das wirklich, diese Aufgabe uns einfach vom Verbrennen von Öl, Gas und Kohle zu lösen und es besser zu machen? Erneuerbare Energien sind längst viel billiger als fossil/atomare Energieerzeugung und Versorgung.

Wenn wir vom Ende her denken, ergibt sich ein ganz anderer Blick für alle.  Was wäre, wenn wir die Energiewende so erledigen, wie es uns der neuste IPCC-Bericht aufträgt? Wir haben nur noch 10 Jahre, dann muss die Energiewende zum allergrößten Teil abgeschlossen sein. Aber welche Folgen hätte das für den Wert von fossilen Energieträgern? Am Ende der 10 Jahre bräuchten wir weder Gas, Öl noch Kohle. Stoffe, die nicht mehr gekauft werden, haben keinen Wert. Mit ihnen kann man kein Geld mehr verdienen. 

Würden wir jedes Jahr 10 % weniger dieser fossilen Energieträger benötigen, dann ergäben sich im zweiten Jahr ein Einkauf von 90%, im dritten Jahr 80%, usw. und im 10. Jahr 0%. Aufsummiert entspräche die Liefermenge nur noch insgesamt 5,5 Volljahren. 

Klimadiplomatie

Wir haben einen schrecklichen Krieg, den wir hätten vermeiden müssen und wir hätten ihn verhindern können. Wir hatten einmal gute Beziehungen zu Russland und zu Putin, und das ist inzwischen lange her. Geopolitische und geostrategische Gründe haben das wohl verhindert. Und wir sind dabei nicht ganz unschuldig, denn Transatlantiker in allen Parteien haben eher etwas mit strategischen Überlegungen am Hut als mit dem Überleben der Menschheit. 

Wenn wir in 10 Jahren die Energiewende geschafft haben, was wir unbedingt sollten, dann sind wir nicht mehr auf fossile und Atomenergie angewiesen. Bis dahin wäre Erdgas wichtig gewesen, denn das brauchen wir, um schnelle Gaskraftwerke zu betreiben. Kohle- oder Atomkraftwerke sind zu langsam auszuregeln und würden die Energiewende tatsächlich auch verlangsamen.

Aber was würde das für Russland, aber auch ebenso für die anderen Staaten bedeuten? Und in dem Fall nicht nur für deren Gas- und Öllieferungen? Ich sag das gern immer wieder, weil es bisher nie ausgesprochen wurde.

Für Putin und alle anderen Lieferanten, auch für die USA oder die vereinigten arabischen Emirate, bedeutet das, sie können die Dinge nicht mehr verkaufen, sie sind dann wertlos. 

Das ist unser Ausstieg und wir können das in Europa schnell vermitteln. Dann machen sehr schnell alle mit. Unsere Medien sind zwar noch lange nicht imstande, das zu verstehen und zu vermitteln, aber ich habe da große Hoffnung.

Das Klima kümmert sich nicht um uns, aber wir kümmern uns um Geostrategie und Wettrüstung. Es wird Zeit, dass wir den Medien und Medienverantwortlichen die Klimakipppunkte beibringen, dann versteht sich Klimadiplomatie von ganz allein. Man muss es den Staaten in allen Verhandlungen sagen. Man muss es aber über die Medien auch allen Bürgern sagen. Dann sind alle Lieferstaaten angehalten, sich etwas Besseres einfallen zu lassen.

Wenn wir es richtig machen, dann machen die Bürger die Energiewende. 

Sonnige Grüße

Klaus Müller


 

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Ein Gedanke zu “Klimadiplomatie oder das Ende von allem

  • Felix Werker

    Willkommen im Kapitalismus?!

    Wenn man wie ich einfach mehr PV-Strom erzeugt oder weniger verbraucht bekommt man vom Grundversorger ein Schreiben mit Preisanpassungen. Die Grundgebühr wird einfach mal Grundlos um 50€ pro Stromzähler angehoben. Damit allein wäre der Ertrag eines Balkonkraftwerkes dahin. Die Verbrauchspreise steigen trotz gestrichener EEG-Umlage der Regierung. Offshore Umlage steigt, Netzgebühren steigen etc. Vielleicht muss man sich einfach bei solchem Geschäftsgebahren immer mehr Orte zum Aufstellen von Solarmodulen wie Zaun, Hauswand, Carport suchen? Andere Anbiete haben fast das Doppelte an Verbrauchspreisen im Angebot.