500.000 – auf zu neuen Ufern – wie kann es weitergehen?

500.000 – auf zu neuen Ufern – wie kann es weitergehen?

Es steht eine Zahl im Raum: 500.000 Lesezugriffe auf Energiewende-Rocken.

Am 11. August 2020 passierte es. Der Besucherzähler auf meinem Blog Energiewende-Rocken sprang ca. gegen 14:07 (hab es nicht genau notiert) von 499.999 auf 500.000 um.

500.000 – Dafür bedanke ich mich bei meinen Lesern

500.000 Leser auf Energiewende-Rocken

Was aus Hoffnungslosigkeit, Wut, Trotz und Willen zur Veränderung entstanden ist, mein Blog Energiewende-Rocken, und in den ersten Jahren nicht leicht war, feiert nun einen Zwischenerfolg: 500.000 Lesezugriffe.
Und sicherlich gibt es sehr regelmäßige Leser, die sich immer freuen, wenn ein neuer Artikel erschienen ist. Aber über die neuen Leser freue ich mich natürlich auch und es werden ständig mehr.

Die Schwerpunkte in meinem Blog

Energiewende, Klimaschutz, Sektorkopplung, Aufklärung darüber was in den Medien schief läuft, Aufklärung über Desinformation und #LeisePR, Elektromobilität, Energiewende-Wissen, Beschleunigung der Energiewende  usw.

Klimaschutz ist das wichtigste Thema der Weltbevölkerung und wird keineswegs mit der erforderlichen Ernsthaftigkeit betrieben. Im Gegenteil, er wird von verantwortlicher Seite torpediert. Man kann leider kein anderes Urteil darüber fällen, denn die Wissenschaft warnt seit Jahren und im Bundesministerium für Wirtschaft weicht man den Anforderungen aus, verwässert die Anstrengungen, torpediert die Arbeit und informiert die Bürger nicht so, dass wir Klimaschutzziele den jetzigen Anforderungen anpassen, geschweige, die alten überhaupt erreichen.

Harald Thielen-Redlich schreibt: “Die Zeit für langfristig koordinierte Maßnahmen läuft ab, mit jedem Tag des Zögerns werden die notwendigen Maßnahmen zum Einhalten des Pariser Abkommens von 2015 gravierender.
Die aktuelle Klima- und Biosphärenforschung prognostiziert für eine Verschleppung von Klimaschutz eine +4°-Welt, die nur noch eine [sic!] Milliarde Menschen ernähren kann.

Noch einmal: eine +4°-Welt kann nur eine Milliarde Menschen ernähren. Eine einzige Milliarde.

Wieviel Auseinandersetzung, Kampf, Tod und Elend das bedeutet, scheint sich von den Verantwortlichen niemand auch nur ansatzweise vorstellen zu können oder zu wollen.”

Klimaschutz und Energiewende

Wenn das Bundesministerium dem Stichwort Solarpleitewelle regelmäßig ausweicht aber keinen neuen Startschuss für den Solarausbau gibt und auch nicht für neue Solarfabriken in Deutschland sorgt (Stichwort Kreditgarantien), sich bei Windenergie nicht eindeutig positioniert und nun in den Vordergrund die neue Wasserstoffstrategie stellt, bei der im Hintergrund die heimliche Behauptung steht, Deutschland könne nicht genügend erneuerbare Energie aufbauen, man müsse die Energie aus dem Ausland beziehen, dann läuft vieles schief.

Und an dieser Handschrift sieht man auch, dass mehrere Interessengruppen der alten Energie längst mit den Hufen scharren. Sie haben den Direktzugang zu den Ministerien. Erneuerbare Energie hat keinen Zugang. Die Alten wollen ihr Geschäftsmodell nicht aufgeben.

Aber man drückt sich vor allem um eines, man will einen der wichtigsten Hinderungsgründe, der zugleich beschreibt, dass das alte Energiesystem mit dem neuen nicht zusammenpasst, nicht wahrhaben. Hermann Scheer nannte diesen Hinderungsgrund, den Energie-Systemkonflikt oder Strukturkonflikt.

Das habe ich in zwei Artikeln beschrieben, hier und hier. Ich konnte darüber bisher in den Medien nichts lesen oder sehen und sehe doch dass es der Schlüssel ist um überhaupt vernünftige Entscheidungen in der Energiepolitik treffen zu können. Dazu ein kleiner Auszug:

Energiesystemkonflikt

Der Konflikt der nie ausgetragen wurde

In vielen seiner engagierten Vorträge erklärte Hermann Scheer die Grundlagen und die Konsequenzen unseres Energiesystems und demaskierte die Energiedebatten, die mehr verschleiern als sie enthüllen. Von der Prämisse ausgehend, dass Energie eben nicht gleich Energie ist, veranschaulichte er deutlich und immer noch hochaktuell, welchen Einfluss die Wahl des Energieträgers auf die Entwicklung des gesellschaftlichen Energiesystems hat und dass der Wechsel zu Erneuerbaren Energien notwendigerweise einen Systemkonflikt erzeugt. Die Politik hat sich aber bisher geweigert diesen Konflikt zu thematisieren noch ihn auszutragen oder zu lösen. Die Folgen dieses unbearbeiteten Konfliktes sind vielfältig, verzögern und verteuern die Energiewende unnötig und deshalb lässt man es so aussehen als müsse man noch etliche technische Probleme lösen bevor es weitergehen kann.

Hermann Scheer sagt dazu in einem Vortrag:

“Die Frage aber, welche Energie … eingesetzt wird, hat … (und das ist wenigen Leuten bewusst – vor allem nicht den Energiewissenschaftlern), …. eine entscheidende Prägung für alles was geschieht. Für die wirtschaftliche Entwicklung, für die kulturelle Entwicklung, für die Art und Weise der industriellen Ausprägung, für die Frage der internationalen Politik. …. Die Energiedebatte ist im Kern …. eine Debatte zwischen atomaren und fossilen Energien einerseits und Erneuerbaren Energien anderseits. Viele wollen diese Debatte verschweigen in dem sie so tun als wäre Energie gleich Energie. Damit beginnt der große Irrtum und auch die große Vernebelung. ….

Energie ist nicht gleich Energie

Zwischen diesen beiden Grundenergien … den konventionellen Energien …. und den Erneuerbaren Energien … liegen Welten. Und es sind nicht nur ökologische Welten, es sind soziologische Welten, es sind politische Welten. Und diejenigen die dieses nicht wahrnehmen wollen, weil sie in der alten, in der gewohnten Energiewelt haften bleiben, lenken davon systematisch ab, durch … sehr vordergründige Debatten über Energiemärkte über Energiepreise. Das sind Debatten die von Grund auf verlogen sind weil sie noch nicht einmal im entferntesten die ökonomische Wahrheit sagen….“

Sehr freuen tu ich mich übrigens auch über meine Gastautoren, die eine absolute Bereicherung sind. Und natürlich freue ich mich über das neue Projekt der FB-Gruppe Europaeische Energiewende, das Onlinemagazin eemag, zu dessen Gründung ich beitragen durfte.

In so einem Artikel müsste eigentlich mehr Rückblick gehalten werden, die vielen kleinen Meilensteine beschrieben und Höhepunkte besonders erwähnt werden. Das werde ich ein anderes Mal machen. Wichtig ist nach vorn zu schauen, denn wir haben nur ein kleines Zeitfenster, sagen die Klimawissenschaftler, und sie finden kein Gehör. Aber in diesem Zeitfenster muss entscheidendes passieren. Und je mehr wir davon hören, dass doch auch die anderen Staaten gefordert wären und je mehr sich das wie ein plumpes Ablenkungsmanöver anhört, was es auch ist, umso mehr müssen sich die Institutionen und Vereinigungen an einem Tisch zusammenfinden um ein gemeinsames Vorgehen zu vereinbaren. Bisher krepeln alle vor sich her und jeder ist enttäuscht, dass zu wenig geschieht.

Leider hat Corona alle Aktivitäten ausgebremst und damit wurde auch Fridays for Future ausgebremst, die überhaupt erst dafür gesorgt hatten, das Thema Klimaschutz erst wieder zu einem Thema werden zu lassen. Was klar ist, man kann der Politik das Thema nicht überlassen, denn die Medien haben leider auch nicht begriffen wie wichtig es wirklich ist. Sie haben mit Sicherheit auch Angst, dass man dann in einen Panikmodus verfällt. Nur mit Panik kommen wir nicht weiter, soviel sollte klar sein.

Wenn das schnelle Stoppen der CO2-Emissionen gefordert ist, dann ist die Energiewende die erste Baustelle. Und die hat weder technische noch finanzielle Probleme, was aber gern so dargestellt wird, denn damit kann man Zeit gewinnen – Zeit um alles erst einmal so weiterlaufenzulassen wie bisher.

Dass die Energiewende eher sogar ein Geschäftsmodell ist zeigt diese Grafik. Volkswirtschaftlich ist sie unschlagbar günstig. Sie würde Arbeitsplätze schaffen und das Land unabhängig machen und dabei die Kosten für jeglichen Energiegebrauch senken.

Geschäftsmodell Energiewende
Quelle: Geschäftsmodell Energiewende – Eine Antwort auf das “Die-Kosten-der-Energiewende” -Argument
https://www.fraunhofer.de/content/dam/zv/de/forschungsthemen/energie/Studie_Energiewende_Fraunhofer-IWES_20140-01-21.pdf

Und dass wir technisch die Probleme längst gelöst haben und die wenigen, die noch bestehen auch sehr schnell zu lösen sind findet man in vielen Studien. Die bekannteste ist das Kombikraftwerk2. Und hier gibt es eine Untersuchung die gleich 50 Studien listet, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1364032118303307.

Alles was fehlt ist der politische Wille.

Aber es gibt einige hoffnungsvolle Entwicklungen und daran haben viele mitgewirkt die sich immer besser beginnen zu vernetzen. Wir werden die alten und die neuen Protagonisten des Umweltschutzes und der Energiewende zusammenbringen. Und es wird Zeit darüber in Energiewende-Rocken und eemag zu berichten.

Sonnige Grüße

Klaus Müller
Energiewende-Rocken und eemag


Unser Service, wenn Du diesen Artikel teilen möchtest: einfach den nachfolgenden Text kopieren:

Heute keine Lobhudelei, wir müssen nach vorn schauen. Es gibt einige hoffnungsvolle Entwicklungen, wir werden darüber berichten in Energiewende-Rocken und eemag. https://energiewende-rocken.org/500-000-auf-zu-neuen-ufern-wie-kann-es-weitergehen/

 

 

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*