Wie sich Niko Paech für abstruse Dinge hergibt – erstes Update

Wie sich Niko Paech für abstruse Dinge hergibt – erstes Update

Last Updated 28. Mai 2021

Erstes Update

Dieser Artikel hat einige  Fans von Niko Paech empört und eine Kritik hervorgerufen, die in die Richtung geht, “wie kannst du nur das Werk von Niko Paech mit diesem Artikel so herabwürdigen?” Tatsächlich geht dieser Artikel kaum oder sehr wenig auf das Werk Paechs ein. Das war aber auch nicht der Sinn des Artikels. Der Artikel bezieht sich auf die Äußerungen von Paech in einem Werbefilm zum Buch “Geopferte Landschaften“, in dem er Mitautor ist. Darin wird die Windenergie in Deutschland massiv kritisiert und Niko ist mit seiner Kritik vorne dran. Nun kann man Windenergie kritisieren, ein so mächtiger Rundumschlag wie in diesem Werbefilm, der dazu auch noch mit vollkommen halbgaren und halbseidenen Thesen daherkommt, geht dann doch eher in Richtung “Geschwurbele”, und das werfe ich ihm vor.

Man kann das Werk Paechs gut oder schlecht finden, aber die Arbeit, die er in sein Werk zur Wachstumskritik gesteckt hat, zerstört Niko nun durch die Mitautorenschaft in dieser Mitarbeit am Buch selbst, so meine Befürchtung. Äußerstenfalls könnte ich ihm mildernd zugute halten, er hätte zwar an dem Werbefilm mitgewirkt und am Buch mitgeschrieben, ansonsten aber nichts mit den Mitautoren zu tun gehabt und hätte die auch nicht gekannt und von ihnen gewusst.

Das aber wäre naiv und zwar sehr naiv. Das so zu sehen gelingt mir leider nicht, denn Paech äußert sich ja sehr klar und auch detailliert zur Windenergie, und wenn er dann tatsächlich so naiv ist, dann scheint er an seiner Vorarbeit zur Postwachstumsökonomie geschlampt zu haben, denn eine Kritik an der Energiewende, die auf der Kritik an der Windenergie in der dort geäußerten Form aufbaut, zieht sich auch heute noch durch seine Vorträge. Wie auch immer, im Buch, das die Kritik einer massiven Landschaftszerstörung durch Windenergie zum Inhalt hat und vor allem auch im Werbefilm zum Buch, der unten verlinkt ist, und den ich dringend rate anzusehen, zeigt sich eine Seite, die Anlass gibt, sich Nikos Werk genauer anzusehen. Aber das ist nicht der Sinn dieses Artikels. Sinn war  und ist es aufzuzeigen, dass sich Niko Paech durch die Mitarbeit an dem Buch “Geopferte Landschaften” in eine Schar von Windkraftgegnern, Schwurblern und Mitautoren einreit und sich eben nicht von denen distanziert.

Von denen sind sogar einige bereit den anthropogenen Klimawandel ganz offen zu leugnen, und von denen arbeiten etliche seit Jahren in einem konspirativen Netzwerk massiv gegen die Windenergie aber eben ganz klar auch gegen die Energiewende. Sie betätigen sich in Lobbyorganisationen die nah mit der Klimaleugnerorganisation EIKE und damit auch mit der fossilen Lobby in den USA zusammenarbeiten. Um dies zu belegen und genauer zu untersuchen wird es weitere Updates zu diesem Artikel geben.  Update 4.1.2021. Neue Ergänzungen immer am Ende des Dokumentes. Hier aber schon einmal zwei Links die dieses Netzwerk aufdecken.

https://energiewende.eu/netzwerk-gegen-die-energiewende/

https://www.spiegel.de/wirtschaft/windenergie-so-verhindert-die-anti-windkraft-bewegung-neue-anlagen-a-46d88419-3b1d-427d-b6c0-cf696fec283c

Wie sich Niko Paech für abstruse Dinge hergibt. Ein Wissenschaftler auf Abwegen

Niko Paech, ist Nachhaltigkeitsforscher und vehementer Verfechter einer Wachstumskritik und für viele ist er ein Vorbild. Er wird oft bewundert und seine Ansichten bekommen viel Zustimmung. Was die wenigsten wissen – Niko Paech hat aber anscheinend keine Probleme sich mit Klimawandelleugnern, radikalen Energiewendegegnern und sogar AfD-nahen Persönlichkeiten mit ins gleiche Boot zu setzen, zumindest in dem Windkraftgegnerbuch “Geopferte Landschaften”. Darin schrieb er ein eigenes Kapittel “Mythos Energiewende”.

Nun kann man Energiewende kritisieren und man muss sie sicherlich auch kritisieren und durchleuchten und hinterfragen, denn sie wird ja von der Politik seit Jahren berhindert und ausgebremst, statt sie zu befördern. Und das alleine schon gab in meinem Blog viel Stoff für zahlreiche Artikel und mit dieser Kritik bin ich nicht alleine, denn zahlreiche Wissenschaftler z.B. von Scientists 4 Future äußern die in gleicher Form. Aber Paechs Mitautoren, und hier möchte ich erst einmal nur wenige von den 20 nennen, sind die Sperspitze der organisierten Windkraftgegner in Deutschland und sie sind es die die Energiewende mit verhindern. Auch wenn sie ihren Protest ausschließlich gegen Windenergie richten, geht es um die ganze Energiewende. Dr. Nikolai Ziegler, hat in dem Buch das Kapitel “Lastesel, Faultiere und Junk Sciende – ökonomischen und technischen Mythen der Energiewende” geschrieben (weiter unten mehr zu Nikolai Ziegler, der unter Peter Altmaier im BMWi arbeitet und erster Vorsitzender von Vernunftkraft, dem größten deutschen Windkraftgegnerverein ist).

Der Verein Vernunftkraft hat beste Beziehungen zu EIKE und VLAB. Der erste Vorsitzende von EIKE, Michael Limburg, ist Klimaleugner und AfD-Politiker. Bei EIKE lassen sich Beziehungen zu fossilen Lobbyorganisationen und Beziehungen zur amerikanischen Klimaleugnerszene nachweisen. Zu Vernunftkraft, EIKE, VLAB und Nikolai Ziegler findet sich einiges in Lobbypedia.

Und leider hat diese kleine Windkraftgegnerszene auch jede Menge Einfluss auf die Politik. Andere viel größere Protestbewegungen haben Jahrzehnte darum gekämpft gehört zu werden; der jetzigen Bundesregierung aber kommen Vernunftkraft & Co wie gerufen. Und dann ist es natürlich auch nicht verwunderlich, wenn Niko Paech für seine Mitarbeit im Buch von diesen Organisationen wie Vernunftkraft, Gegenwind, VLAB, EIKE und anderen Windkraft- und Energiewendegegnern, z.B. dem Atomlobbyverein Vernunftkraft Beifall erntet.

Niko Paech hat ganz besondere Sichtweisen zur Windenergie und zur Energiewende und die sind bei genauerer Betrachtung nicht nur ein wenig verworren und glänzen leider nicht immer mit Wissen. Einem Wissenschaftler würde das aber gut zu Gesicht stehen. Niko aber verzichtet anscheinend darauf. Eine Aussage, wenn er über Energiewende spricht, lautet in vielen Vorträgen, die Energiewende würde sich eigentlich immer nur um den Sektor Strom kümmern. Die Sektoren Wärme und Mobilität würden nicht betrachtet. Mit solchen Behauptungen oder Auslassungen beginnen oft seine Vorträge und das ist allerdings dann eher die Vorgehensweise von sogenannten Rosinen-Pickern. Aber es gibt auch andere Punkte die man kritisieren kann, denn hier in diesem aktuellen Vortrag zum Beispiel glänzt er mit Nichtwissen zum Thema Emissionshandel, wenn er behauptet, der Emissionshandel wäre ein Nullsummenspiel. Er stellt die Frage auf: Was geschieht eigentlich mit den Emissionslizenzen, wenn wir in Deutschland es schaffen mit Wind- und Solarenergie ein Braunkohlekraftwerk auszuschalten? Und er antwortet dann: “Richtig, die werden verkauft auf dem Markt für Emissionslizenzen”.  Und das heißt für ihn, damit wäre dann die gleiche Verschmutzung nur an anderer Stelle weiterhin möglich.

Wie funktioniert der Emissionshandel?

Das ist natürlich falsch, auch wenn ähnliche Dinge früher leider genau so vorgekommen sind, weil man den Markt nicht nachgeregelt hat. Dass dieser Markt sich aber selbsttätig nachregelt bzw. er nachgeregelt wird, indem man Lizenzen einfach aus dem Markt nimmt, damit die Preise der Emissionsrechte weiter ansteigen, hätte Paech wissen müssen. Jeder, der teure Emissionspapiere kaufen muss, wird es sich zweimal überlegen was billiger ist, teure Papiere kaufen um alte Dreckschleudern weiterbetreiben zu können oder alte Dreckschleudern mit einer besseren Technik nachrüsten. Einem Wissenschaftler darf so etwas nicht passieren. Er hätte hier einfach nur nachschauen können: Wie funktioniert der Emissionshandel? Man kann durchaus über den Emissionshandel unterschiedlicher Meinung sein und auch ich habe da einiges an Kritik, aber im Zusammenhang mit dem Video “Geopferte Landschaften” um das es weiter unten geht, grenzen solche Behauptungen eher schon an Dogmatismus.

Okay werden Sie jetzt möglicherweise sagen, aber man kann doch mit jemandem wie Niko Paech und seiner berechtigten Wachstumskritik und den vielen guten Ansätzen nicht so umgehen. Doch, das kann man, man muss es sogar, denn damit tut man ihm nicht Unrecht, man zeigt seine Fehler auf aber davon gibt es anscheinend mehrere. Man muss dem Mann den Spiegel vorhalten, denn seine Argumente sind an vielen Stellen sehr richtig. Aber bei solchen Themen ist Genauigkeit, auch im Detail gefordert.

Aber lassen Sie mich das einmal genauer ausführen. Nico Paech fiel mir bereits vor ein paar Jahren auf und eigentlich wollte ich diesen Artikel schon damals schreiben. Nun fiel mir wieder dieser Werbefilm für ein Buch mit dem Titel “Geopferte Landschaften” in die Hände. In dem Werbefilm macht Niko Paech, dramatische, vollkommen überzogene Aussagen und die kann man so nicht stehen lassen zumal er auch Mitautor in dem Buch “Geopferte Landschaften” ist. Was ich mir damals gar nicht genauer angesehen hatte war der Abspann des Filmes, in dem die Mitautoren des Buches genannt wurden. Und hier wurde es dann plötzlich sehr interessant, denn das ist eine illustere Mannschaft.

Wachstumskritik

Aber bevor wir auf den Werbefilm zum Buch eingehen, noch ein paar Worte zur Wachstumskritik. Paechs Wachstumskritik ist notwendig und Nachhaltigkeit ein wichtiges Gebot. Aber diese Kritik am Wachstum bei der Energiewende anzusetzen, halte ich für vollkommen falsch und dumm. Damit zeigt er für mich, dass er weder die Dringlichkeit des Klimaschutzes noch die der Energiewende verstanden hat. Er hat sich nach meiner Meinung nicht ausreichend mit dem Thema auseinandergesetzt und versteht anscheinend nicht, dass die Energiewende das wichtigste Mittel ist, den Klimawandel zu bekämpfen. Was er wahrscheinlich auch nicht versteht, die Energiewende ist stark umkämpft, weil sie eigentlich den Stromkonzernen schadet und die wehren sich mit allem Mitteln gegen eine schnelle Durchsetzung. Dazu gehört auch Desinformation, Verkomplizierung von Themen und Astroturfing, woran Niko leider mit seinen Äußerungen im Film teilnimmt. Das die Energiewende bereits seit 10 Jahren verhindert wird, müsste ihm als Wissenschaftler doch klar sein. Wir könnten längst in der Umsetzung und damit bei der Verringerung des CO2-Ausstoßes viel weiter sein. Er versteht anscheinend nicht, dass die Regierung seit 10 Jahren die Energiewende zwar propagiert, sie in Wirklichkeit aber verhindert und ausbremst, statt sie zu forcieren. Mit all dem plappert er aber munter die Argumente von jenen “Energiewendekritikern” nach, die etwas ganz anderes im Sinne haben, nämlich das Fortbestehen der fossil-atomaren Energiewirtschaft.

Das halte ich für sehr naiv, und das muss man ihm auch vorwerfen. Er meint, es wäre besser sich einzuschränken, sonst könnten wir die CO2-Ziele nicht erreichen. In Wahrheit hat er sich aber mit wichtigen Themen wie der Sektorkopplung anscheinend gar nicht auseinandergesetzt, denn sonst könnte er nicht behaupten, man würde sich nur um den Stromsektor kümmern. Tatsächlich ist die Energiewende Und damit man mich nicht falsch versteht, Wachstumskritik ist wichtig, sehr wichtig sogar, und dazu sagt die Politökonomin und Transformationsforscherin  Maja Göpel, Zitat: “Viele meiner Kollegen können nicht verstehen, warum die Politik das Wachstum propagiert und es immer noch unqualifiziert als ein Ziel definiert. In der Theoriebildung ist Wachstum ein Mittel zu einem Zweck. Und das sollten wir uns politisch auch überlegen. Viele der Begriffe, wie Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit, Innovation usw. sind qualitätsbefreit. Man wird sehr viele  Wirtschaftswissenschaftler:Innen finden, die sagen wir müssen dem wieder eine Definition geben, die eine Richtungsorientierung überhaupt erst ermöglicht. Was meinen wir, wenn wir Wachstum sagen, was soll wachsen und was muss eventuell dann auch schrumpfen?”, Zitat Ende.

Aber nun zu dem Video das mir auffiel. Es trägt den gleichen Namen wie das Buch: Geopferte Landschaften. Und der einzige Zweck dieses Videos ist die Werbung für ein Buch, dass Windenergie bekämfen soll. Das Video ist knapp 4 Minuten lang und wurde von Jörg Rehmann gedreht. Rehman ist Journalist und Filmemacher. Interessant an dem Film ist, wie er sich selbst und seinen Stargast Niko Paech in Szene setzt. Unten kann man sich das Video ansehen. Interessant dazu ist die Dramaturgie.

O-Töne im Video “Geopferte Landschaften” und meine Anmerkungen dazu:

Niko Paech: “Das schlimme an der Zerstörung der Landschaften und der Regionen ist, dass dies Ganze jetzt auch einen Überbau hat, nämlich eine Legitimation. Klimaschutz, der mit technischen Mitteln gegen die Natur umgesetzt wird, ist ein Widerspruch in sich.”
Meine Antwort: Nein, das wird er nicht. Der Bau von Windrädern hat sehr strenge Auflagen und Windräder sind ein wichtiger Bestandteil in der Energiewende und damit im Klimaschutz.

Dr. Gerhard Gronauer (Pfarrer): “Dieses Bild, dass die Schöpfung etwas Größeres ist, das ist jetzt durch den Umbau der Landschaft, durch die Energiewende zerstört”.
Meine Antwort: In biblischen Zeiträumen stellen wir fest, das Menschen immer schon Landschaften veränderten.

Jörg Rehmann: “Wenn wir hier auf diesem Planeten überleben wollen, brauchen wir eine Energiewende. Doch das, was die Politik daraus gemacht hat, ist eben keine Energiewende, sondern wahrscheinlich das größte Betrugsprojekt seit Ende des Zweiten Weltkriegs“.
Meine Antwort: Wie bitte, jetzt wird das aber ein sehr starker Tobak, Herr Rehmann?

Nico Paech: “Die deutsche Energiewende ist zu einer Rechtfertigung zur Zerstörung unserer letzten Landschaften geworden. Die Wissenschaft legitimiert einen Amoklauf gegen die Natur. Man zerstört Landschaften und behauptet ernsthaft, dies würde der Ökologie dienen. Ein Kannibalismus der Maßnahmen. Also der Klimaschutz ist das Ziel, das dann alle Mittel heiligt, die dann eben andere Umweltmedien restlos zerstören.”
Meine Antwort: Unsere Landschaften sind Kulturlandschaften. Natürliche Landschaften findet man tatsächlich nur noch sehr, sehr vereinzelt. Wer einmal mit dem Paddelboot auf kleinen Flüssen gefahren ist, der weiß, wovon ich rede. Und ja, man kann in Deutschland auch noch Urwald erleben, aber es sind dann diese Uferstreifen dieser kleinen Flüsse, in die fast nie eingegriffen wird. Hier findet sich eine Artenvielfalt, die wirklich ungewöhnlich groß ist. Unsere Kulturlandschaften sind aber Agrar- und Forstindustrie-Landschaften. Es sind Monokulturen die eine Artenvielfalt, auch in den Wäldern nicht hergeben. Von geopferten Landschaften zu reden ist aus dem Grund vollkommen falsch. Die Windenergie ist nicht der Feind dieser Landschaften.

Jörg Rehmann: “Die Energiewende kann nur in den Grenzen von Marktwirtschaft und Physik umgesetzt werden. Die unabhängige seriöse Wissenschaft hat längst bewiesen, dass die Energiewende ihre Ziele überhaupt nicht erreichen kann. Die Gemeinschaft trägt also Milliarden Kosten, die Energiepreise explodieren schon jetzt, und die Politik treibt uns immer weiter in ein technisches Wolkenkuckucksheim. Die Propheten der Energiewende gaukeln uns im Grunde ein Trugbild eines ökologischen Kapitalismus vor.”
Meine Antwort: Wo hat das eine unabhängige seriöse Wissenschaft bewiesen? Eine unabhängige seriöse Wissenschaft beweist im Moment, dass Politik die falschen Entscheidungen gefällt hat, indem sie auf die Lobby der fossilen Konzerne gehört hat und deren Anweisungen umsetzt.

Nico Paech: “Und die Pointe ist, dass trotz dieser zerstörten Landschaften als Konsequenz dieses technischen Klimaschutzvorhabens die CO2-Emissionen nicht mal sinken.”
Meine Antwort: Da hat Herr Paech mal wieder nicht aufgepasst. Wenn wir über fast ein Jahrzehnt fast rund um die Uhr einen Stromexportüberschuss von ca. 10 Prozent produzieren, der zum größten Teil auf Stein- und Braunkohlestrom basiert, dann kann das auch nichts mit CO2-Einsparungen werden. Und tatsächlich lag das auch daran, dass man viel zu spät damit begonnen hat CO2-Zertifikate aus dem Markt zu nehmen (Mitte 2018).

Jörg Rehmann: “Wir haben also trotz Milliarden-Investitionen bisher nichts fürs Klima erreicht. Aber unter den planwirtschaftlichen Eingriffen wurde ein noch nie dagewesenes Maß an Vetternwirtschaft und Geldverschwendung gefördert. Es ist erschütternd, wie mit der Genehmigungspraxis von Bauvorhaben in der Natur viele öffentliche Verwaltungen in rechtliche Grauzonen abgeglitten sind. Da stinkt es förmlich nach Korruption.”
Das kann man nicht kommentieren, denn gerade bei den Stromkonzernen gehört die Vetternwirtschaft und Lobbybestrebungen in der Politik zum Alltagsgeschäft. Die Erneuerbaren keine Lobby mehr und sie haben kaum Zugang zur Politik. Man hat die Photovoltaik und jetzt auch die Windenergie in die ewigen Jagdgründe geschickt. Welche Vetternwirtschaft könnte da denn gemeint sein und weshalb hat die nichts gegen den Jobverlust von ca. 140.000 Arbeitsplätzen getan? Siehe auch E.ON und Vattenfall in der Lobbypedia

Autoren im Buch, Erläuterungen zu den Personen und deren Funktionen werden ergänzt:
Gerhard Artinger, studierte an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg Maschinenbau und Automatisierungstechnik und forschte einige Jahre im Bereich Qualitätsüberwachung von Schmelz- und Schweißprozessen durch Schallanalyse. Daraufhin war er lange Jahre in der Kraftwerkstechnik tätig. Heute arbeitet er im Umweltschutz mit Schwerpunkt CO2-Monitoring und Energiemanagement.

Johannes Bradtka, studierte Forstwirtschaft und arbeitet als Förster. Er ist zudem Lehrbeauftragter an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Weihenstephan-Triesdorf und seit 2009 ehrenamtlicher 1. Vorsitzender der staatlich anerkannten Umwelt- und Naturschutzvereinigung VLAB (Verein für Landschaftspflege & Artenschutz in Bayern).

Dr. Carsten Brensing, ist Meeresbiologe und Verhaltensforscher. Er hat über die Interaktion zwischen Delfinen und Menschen an der FU Berlin promoviert und war zwischen 2004 und 2014 u.a. wissenschaftlicher Leiter des Deutschlandbüros der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDC sowie viele Jahre Mitglied in TSG11, einer Arbeitsgruppe der europäischen Kommission, die sich mit der Lärmverschmutzung im Rahmen der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSFD) beschäftigt. Derzeit arbeitet Brensing als Consultant für Umweltfragen und als Autor. Sein neues Buch erscheint im Herbst 2017 im Aufbau Verlag.

Prof. Dr. Dirk Dubbers, studierte Physik in Göttingen und Heidelberg. Nach Stationen als Forscher und Professor in Grenoble und München wurde er 1993 ordentlicher Professor an der Universität Heidelberg. Von 1998 bis 2001 leitete er das europäische Forschungszentrum Institut Laue-Langevin (ILL) in Grenoble. Er ist Träger des Stern-Gerlach-Preises der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und Ehrendoktor der Technischen Universität Wien.

Georg Etscheit, ist Autor und Journalist. Er studierte Journalistik, Politische Wissenschaft und Osteuropäische Geschichte, volontierte nach einem Studienaufenthalt in Moskau bei der Deutschen Presseagentur (dpa) und arbeitete für das Unternehmen als Redakteur und politischer Korrespondent in Hamburg und Dresden. Seit 2000 schreibt er freiberuflich für überregionale Medien. Er lebt in München.

Dr. Martin Flade, studierte Landschaftsplanung an der TU Berlin und promovierte über Brutvogelgemeinschaften. Nach Tätigkeiten in der Berliner Naturschutzverwaltung ist er seit 1992 in Brandenburg für Grundsätze und fachliche Koordinierung der Großschutzgebiete verantwortlich. Von 2013 bis 2015 war er zudem Leiter des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin. Ehrenamtlich koordinierte er von 1989 bis 2010 das deutsche Brutvogelmonitoring für den Dachverband Deutscher Avifaunisten.

Dr. jur. Erich Gassner, ist Jurist, war Ministerialrat im Bundesumweltministerium und danach jahrelang als Rechtsanwalt im Bereich des Umweltund Planungsrechts tätig.

Dr. Gerhard Gronauer, stammt aus Mittelfranken. Er studierte evangelische Theologie in Gießen, Marburg, Tübingen und Heidelberg. Als Stipendiat der »Stiftung der deutschen Wirtschaft« promovierte er über ein Thema der Zeitgeschichte. Nach Stationen in anderen Teilen Bayerns kehrte er als Pfarrer in seine Heimat zurück.

Enoch Freiherr zu Guttenberg, ist Dirigent und Naturschützer. Zusammen mit Hubert Weinzierl, Bernhard Grzimek, Herbert Gruhl und Horst Stern hob er 1975 den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) als schlagkräftige bundesweite Naturschutzorganisation mit aus der Taufe. 2012 trat er aus dem BUND aus, weil er dessen Energiewendepolitik, insbesondere den massiven Windkraftausbau zu Lande, nicht mehr mittragen wollte. Seit 2015 ist zu Guttenberg Ehrenpräsident des Verbandes für Landschaftspflege & Artenschutz in Bayern (VLAB). Als Dirigent ist zu Guttenberg international erfolgreich. Auf der Herreninsel im Chiemsee finden alljährlich unter seiner Intendanz die Herrenchiemsee-Festspiele statt.

Gottfried Knapp, ist seit mehr als vier Jahrzehnten als Autor und Redakteur im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung tätig. Neben den Hauptressorts Architektur und Kunst hat er sich auch auf den Gebieten Umwelt, Alltagsdesign und Kulinarik einen Namen gemacht. Eine Auswahl seiner SZ-Texte ist 2013 im Hirmer Verlag München unter dem Titel Grand Tour erschienen.

Sabri Mete, stammt aus Kahramanmaras¸, einer fruchtbaren Region am Rande des Taurusgebirges. Mit 13 Jahren kam er nach Deutschland, wo er heute als Facharbeiter tätig ist. Er ist ehrenamtlich und als Betriebsrat in vielen Vereinen und dem Moscheeverein sozial engagiert. Sabri Mete lebt im Hunsrück, ist verheiratet und hat drei Kinder.

Johannes Müller-Franken, ist Maler. Er studierte an der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität erst Kunsterziehung, dann Freie Bildende Kunst, worin er 1992 abschloss. Heute lebt er als freischaffender Maler in München. Seine Werke wurden u.a. in den Kunsthallen von Emden, München und Rotterdam ausgestellt. Er wird von einer Galerie in New York vertreten.

Harry Neumann,  ist Naturschützer, Bergsteiger und Landschaftsfotograf. Er studierte Politikwissenschaften und Germanistik und bildete sich in Ökologie, Biologie und Zoologie weiter. Er war Schulleiter verschiedener Schulen, zuletzt Rektor einer Realschule (bis 2013). Von April 2013 bis Dezember 2014 war er rheinlandpfälzischer Landesvorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Heute ist er Bundesvorsitzender des neu gegründeten Naturschutzverbandes Naturschutzinitiative e. V.

Dr. Werner Nohl, Prof. Honorarprofessor an der Technischen Universität München, Landschaftsarchitekt und öffentlich bestellter und beeidigter Sachverständiger für Landschaftsästhetik und Erholungswesen, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Grundlagen, der praktischen Anwendung und der Bedeutung der Landschaftsästhetik für die Entwicklung zukunftsfähiger Landschaften.

Dr. Nico Paech, studierte Volkswirtschaftslehre, promovierte 1993, habilitierte sich 2005 und vertrat von 2008 bis 2016 den Lehrstuhl für Produktion und Umwelt an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Derzeit ist er u.a. als Lehrbeauftragter an der Universität Siegen tätig. Er forscht in den Bereichen Klimaschutz, nachhaltiger Konsum, Umweltökonomik, Sustainable Supply Chain Management, Innovationsmanagement und vor allem Postwachstumsökonomik.

Jörg Rehmann, ist Journalist, Autor, Fotograf und Dokumentarfilmer. Er studierte Musik und Pädagogik und arbeitete als hauptberuflicher Journalist beim Wiesbadener Tagblatt und verschiedenen Fach- und Wirtschaftsverlagen. 1988 kam er mit einer Sendung zum damaligen Südwestfunk Rheinland-Pfalz, arbeitete auch für Deutschlandradio und Deutschlandfunk sowie als angestellter Kirchenmusiker. Seine Kinodokumentation Handlauf orange über ein künstlerisches Integrationsprojekt mit Jugendlichen bekam im Jahr 2011 zusammen mit dem iranischen Filmprotagonisten den Staatspreis für Integration des Landes Baden-Württemberg.

Botho Strauß,

Bernd Töpperwien, studierte Maschinenbau an der TH Darmstadt und arbeitete als Konstrukteur für Druckmaschinen. Seit 1984 war er in verschiedenen Unternehmen tätig, zuletzt als Director Quality Management in einem der weltgrößten Werke für elektronische Bremssysteme.

Hubert Weinzierl, ist einer der bekanntesten Köpfe des deutschen Natur- und Umweltschutzes. Er studierte Forstwissenschaft und Landwirtschaft und stand viele Jahre an der Spitze des Bundes Naturschutz in Bayern (BN) und des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Von Dezember 2000 bis 2012 war er Präsident des Deutschen Naturschutzringes. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und seit 2015 Ehrenpräsident des Verbandes für Landschaftspflege & Artenschutz in Bayern (VLAB). Weinzierl lebt im Bayerischen Wald, wo er zusammen mit seiner Frau Beate Seitz-Weinzierl auf Schloss Wiesenfelden ein ökologisches Bildungszentrum unterhält.

Dr. Nikolai Ziegler, ist Wirtschaftswissenschaftler sowie Gründer und 1. Vorsitzender der Bundesinitiative VERNUNFTKRAFT., die von bundesweit rund 600 windkraftkritischen Bürgerinitiativen getragen und als Informationsquelle genutzt wird. Der gemeinnützige Verein bündelt das Wissen unabhängiger Experten der relevanten Fachrichtungen und unterstützt Bürgerinitiativen vor Ort. Gleichzeitig wirken die ehrenamtlich engagierten Verfechter einer »vernünftigen Energiepolitik« mit Stellungnahmen und Expertisen auf die Bundes- und Landespolitik ein.

Macher des Werbefilms für das Buch “Geopferte Landschaften”
Jörg Rehmann

Soweit so gut. Und bevor ich es vergesse: Allen Lesern ein gutes neues Jahr.

Sonnige Grüße
Klaus Müller

Bildquelle: Marcus Sümnick

 

Update 4.1.2021

Zur Person Dr. Nikolai Ziegler

Ziegler ist 1. Vorsitzender von Vernunftkraft, dem größten deutschen Windkraftgegnerverein und arbeitet unter Peter Altmaier beim BMWi. Dazu ein Auszug aus der TAZ:

BERLIN taz | Zur Windenergie hat Nikolai Ziegler eine klare Meinung. Windräder in Deutschland sind für ihn „ökologischer Irrsinn“ und ein „zerstörerischer Rückschritt“, verkündete er schon 2014 in einem Vortrag. Der weitere Ausbau der Windenergie müsse darum sofort gestoppt werden. Für dieses Ziel kämpft der 44-jährige Volkswirt inzwischen als 1. Vorsitzender der bundesweiten Anti-Windkraft-Initiative „Vernunftkraft“.
Dass Deutschland seine Klimaziele ohne den weiteren Ausbau der Windkraft nicht erreichen kann, stört Ziegler nicht. Denn der von ihm geleitete Verein bestreitet nicht nur, dass die deutsche Energiewende irgendeinen Einfluss aufs Klima hat. Er ist auch nicht überzeugt davon, dass der menschengemachte Klimawandel überhaupt existiert. Es gebe auch „Papiere von sehr renommierten Leuten“, erklärte Ziegler kürzlich in einem Interview im ARD-Magazin Monitor, „die das alles sehr kritisch sehen“.
Als „Vernunftkraft“-Vorsitzender und Windkraft-Bekämpfer ist Ziegler in seiner Freizeit tätig. Seine Arbeitszeit verbringt er im Bundeswirtschaftsministerium. Das ist zwar für Energiewende und Windkraftausbau zuständig, aber direkte Berührungspunkte zwischen Hobby und Job gab es in der Vergangenheit nicht: Ziegler arbeitet im Ministerium in der Abteilung „Digital- und Innova­tions­politik“, die mit Energiepolitik nichts zu tun hat.
Doch letzten Sommer soll sich das geändert haben. Nach taz-Informationen hat Ziegler im Ministerium zeitweise den persönlichen Referenten des parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Bareiß (CDU) vertreten – und der betreut unter anderem die Abteilung „Energiepolitik – Strom und Netze“ und hat darum regelmäßig mit dem Thema Windkraft zu tun.
Die Pressestelle des Ministeriums wollte Zieglers neue Aufgabe auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren. „Zu konkreten Personalien oder Personalangelegenheiten gibt das BMWi keine Auskunft“, hieß es lediglich. Zudem seien ehrenamtliche Tätigkeiten von Mitarbeiter*innen außerhalb der Arbeitszeit „nicht anzeige- oder genehmigungspflichtig“.

Niko Paech mit Behauptungen über die Energiewende.

Quelle://DER RABE RALF/ Ausgabe Feb./März 2017 oder grueneliga-sachsen.de/

Niko Paech: Die deutsche Energiewende umfasst ausschließlich den Einsatz erneuerbarer Energieträger im Elektrizitätsbereich. Für die meisten Klimaprobleme existieren aber gar keine praktikablen technischen Lösungen auf Basis der erneuerbaren Energien. [Beide Aussagen sind falsch!].
Außerdem erweist es sich als realitätsfern oder gar unmöglich, alle energieintensiven Bereiche zu elektrifizieren [auch das ist falsch]. Denken wir an Flugreisen, Pkws, Gütertransporte per Lkw, an Schiffe, Heizenergie in Gebäuden, Prozesswärme im Produktionsbereich oder an die immensen Energieverbräuche der industriellen Landwirtschaft. [Siehe dazu die Grafik unten, Aussagen also auch falsch oder eben nicht so relevant].
Und nicht zuletzt an die „graue Energie“, die in die globalisierte Herstellung jener Güter einfließt, die wir in den europäischen Konsumgesellschaften mit steigender Tendenz nachfragen [das ist richtig].
Von all diesen Problemen lenkt die deutsche Energiewende ab. [Ab hier wird es verschwurbelt]. Das führt zu einer symbolischen Kompensation und Gewissensberuhigung. Indem die Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung an technische Innovationen delegiert wird, entsteht ein Alibi für Lernverweigerung – nach dem Motto: „Wind und Sonne werden es schon richten. Über Urlaubsreisen und Konsumgewohnheiten muss dann zum Glück nicht mehr gesprochen werden.“ Weiterhin sind die Probleme der schwankenden Stromproduktion aus Wind und Sonne sowie der fehlenden Übertragungsnetze auf absehbare Zeit völlig ungelöst, und zwar sowohl ökologisch also auch ökonomisch. Vor allem aber beruht die Energiewende auf einer mehrfachen Problemverlagerung. Klimaschutz wird gegen Naturschutz ausgespielt. Auch erneuerbare Energieträger sind niemals zum ökologischen Nulltarif zu haben. [Hier hat Paech mehrere Behauptungen aufgestellt, die er nicht belegt, die untere Grafik belegt größtenteils das Gegenteil. Daraus aber konstruierte er den Widerspruch zwischen Erneuerbaren Energien und der Energiewende und seiner Nachhaltigkeitskritik. Der Methode wird offenbar: Er diskreditiert die Energiewende und Erneuerbare Energien und redtet ihre Wirkung klein, aber er kann es nicht belegen].
Das betrifft nicht nur die Industrialisierung der letzten Landschaften, sondern auch die Ressourcen, die zur Produktion der Anlagen und der zugehörigen Infrastrukturen nötig sind, denken wir an Metalle wie Kupfer und Stahl, aber auch an Neodym, Kunststoffe, Beton und so weiter.

Deutschland CO2-Ausstoß nach Sektoren
Deutschland CO2-Ausstoß nach Sektoren

Update 5.1.2020

Niko Paech zusammen mit dem Klimaskeptiker, Energiewendegegner und Gegenwind-Aktivisten Niko Paech und Jörg Rehmann
Niko Paech zusammen mit dem Klimaskeptiker, Energiewendegegner und Gegenwind-Aktivisten Niko Paech und Jörg Rehmann

Wir sehen hier Niko Paech und Jörg Rehmann, die sich im Werbefilm für das Buch “Geopferte Landschaften” gegenseitig den Ball zuspielen um gegen Windenergie zu wettern. Peach hat sich, aus welchem Grund auch immer, dazu hinreißen lassen, das Buch Geopferte Landschaften in dem er ein Kapitel schrieb zu bewerben. In dem Buch schreiben aber vor allem Protagonisten der Gegenwindbewegung, der fossilen Lobby, Klimaleugner und andere Menschen die im Grunde genommen sehr wenig Ahnung über Windenergie und die Energiewende haben.

Jörg Rehman im Gespräch mit Joachim Weimann
Jörg Rehman im Gespräch mit Joachim Weimann. Braunkohle-Lobbyist trifft Windkraftgegner

Hier finden wir zwei Leute im Gespräch, Prof. Joachim Weimann und Jörg Rehmann. Rehmann hat sich im besagten Werbefilm fürs Buch “Geopferte Landschaften” mit Niko Paech argumentativ die Bälle zugespielt. Joachim Weimann ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und er ist stark umstritten und sehr stark affin zur Nutzung von Braunkohle. Das kann man bei Hans-Josef Fell in einen interessanten Artikel nachlesen. Er ist aber eben auch umstritten in Bezug auf seinen Wissensstand, ich würde aber sagen er weiß mehr, aber verschweigt geschickt und macht klare Lobbyarbeit. Er blendet Dinge in seinen Argumentationen aus, bzw. stellt andere Dinge in den Vordergrund. Das erkennen aber immer mehr Menschen und glücklicherweise wird das auch der Dümmste bald durchschauen. Es ist Lobbytrickserei aber er glaubt das macht er gut. Seine Zahlen sind dann allerdings vollkommen unhaltbar. Aber für unwissende erklärt er die Energiewende für untragbar und gescheitert und sagt damit, Wind- und Solarenergie in Deutschland zu installieren, war die falsche Entscheidung.

Zwei Beispiele: An einer Stelle im Video, aus dem der Screenshot ist, sagt er: “Wir haben im Moment knapp 28.000 Windräder in Deutschland (Anmerkung: Stand Sept. 2017 – Stand 2019 = 29.456 Stück) und wir decken zusammen mit Wind und Solar nur 3,3 % unseres Primärenergiebedarfs damit ab. Wenn wir das tatsächlich aus 85%, die ja angedacht sind, erhöhen wollten, würde das darauf hinauslaufen, dass wir die Anzahl dieser Windkraftanlagen vervielfachen müssen. Das heißt, wir müssten dann mehrere hunderttausend von diesen Windkraftanlagen in Deutschland haben (Anmerkung: An einer anderen Stelle in einem Vortrag spricht er von über 300.000 Windrädern, also der zehnfachen Menge). Und zwar nicht die kleinen, wir bräuchten die großen Anlagen ja, die ganz großen. Und … das geht ja nur wenn man alle Standorte in Anspruch nimmt, die guten, wie die schlechten, wenn man keinerlei Rücksicht nimmt auf Abstandsregelungen zu Ortschaften, wenn man keinerlei Rücksicht nimmt auf Waldbestände, auf Kulturlandschaften oder was auch immer. Da kann man sich vorstellen, dass dieses Land jeden landschaftlichen Reiz verlieren wird…”. Zitat Ende.

Das ist wissenschaftlich natürlich vollkommener Humbug, denn in Wahrheit brauchen wir, wenn es dumm käme insgesamt 60.000 Windräder. Wahrscheinlich werden es aber nur 40.000 bis 50.000 werden.

Wie kann es zu so einer großen Diskrepanz kommen? Das ist das zweite Beispiel, mit dem er hier trickst und diese Tricksereien werden in den Reihen der Windkraftgegner sehr gern als bare Münze weiterverbreitet. Er sagt, “nun würden Vertreter der Windenergie immer sagen, na ja, da gehen ja nicht die Wirkungsgrade ein” und antwortet sich auch gleich selbst: “das ist richtig” Und weiter sagt er: “Aber der Wirkungsgrad einer Windkraftanlage ist, wenn man berücksichtigt, dass man nur mit Speichern weiterkommt, sehr, sehr niedrig…. wenn man die Wirkungsgrade mit einberechnen würde … dann würden die Erneuerbaren noch schlechter abschneiden.

Was er hier vollkommen unterschlagen hat und das grenzt an eine bewusste Lüge und es ist grob irreführend: Mit Wirkungsgraden ist im Zusammenhang mit dem Begriff Primärenergiebedarf der Unterschied von der primär eingesetzten Energiemenge (Primärenergie) und der benötigten Energiemenge (Endenergie) gemeint. Und hier sind die Unterschiede riesig. Das liegt daran, dass wir mit Erneuerbaren Energien keine Wirkungsgradverluste beim Verbrauch der Energie haben. Die treten aber heute in Kraftwerken immer noch auf und das lässt sich auch nicht ändern. Wenn man 100% Kohle in einem Kohlekraftwerk einsetzt, also verbraucht, aber dann nur 30% Strom zurückerhält, dann haben wir damit den technischen Wirkungsgrad des Kohlekraftwerkes beschrieben. Der Rest, also die 70% sind Wärmeverluste und diese Wärme wird über Kühltürme an die Luft oder direkt als Kühlwasser der Turbinen stark erhitzt in die Flüsse geleitet.
Diese Wirkungsgradprobleme haben wir bei Erneuerbaren Energien nicht, denn Wind- oder Solaranlagen können zunächst mal die Sektoren Wärme und Mobilität mitversorgen oder bestehende Speichermöglichkeiten nutzen, wie z.B. Kühlhäuser in denen die Temperatur weiter abgesenkt wird als notwendig wenn es zu Stromüberschüssen kommt. Aber mit den Elektroautos sinken Preise auch für Hausakkus. Und das bedeutet, Speicherkapazitäten bauen sich langsam auf und deshalb brauchen wir uns über die Energiewende keine Sorgen machen.
Es ist also vollkommen klar, dass die Schlussfolgerungen von Prof. Joachim Weimann wirklich dummdreist sind und lange kommt er damit nicht durch. Andere Protagonisten überbieten sich übrigens mit der Anzahl der aufzustellenden Windräder und in einem Vortrag hab ich sogar schon die Zahl eine Million gehört. Jörg Rehmann freut sich über solche Interviewpartner übrigens sehr, denn Jörg betreibt auch einen eigenen Youtube-Kanal in dem er immer mal wieder solche Schwurblervideos raushaut. Und dass er Niko Paech “eingefangen hatte, war ihm sicher eine große Freude.

Quellen:
Vernunftkraft https://lobbypedia.de/wiki/Vernunftkraft
VLAB https://de.wikipedia.org/wiki/Verein_f%C3%BCr_Landschaftspflege_und_Artenschutz_in_Bayern
ARD-Magazin Monitor
Niko Paech mit Behauptungen über die Energiewende: http://gute-geschichten.de/gutegeschichten/wp-content/uploads/2016/11/So-viel-%C3%96kostrom-gibt-es-nicht.pdf

 

 

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9 Kommentare zu „Wie sich Niko Paech für abstruse Dinge hergibt – erstes Update

  1. Warum sich Nico Paech gegen Windkraftanlagen stellt, kann ich nur vermuten. Es passt wohl nicht in eine Postwachstumsökonomie mit WKA und anderen EE-Anlagen Wachstum zu produzieren.
    Den Naturschützern sei gesagt, dass der Wald durch die Klimakrise bei weitem mehr Schaden erleidet als durch den Bau von WKA. Das gilt für die gesamte Flora und Fauna. Auch der Schwarzstorch, der Rotmilan, das Auerhuhn können in sterbenden Wäldern nicht überleben. In Nachbarschaft einer WKA aber sehr wohl, insbesondere wenn rund um die WKA Ruhezonen und Biotope angelegt werden. Naturschutz und Windkraftanlagen schließen sich nicht aus sondern ergänzen sich gegenseitig, nein, bedingen sich sogar gegenseitig. Zudem kann eine WKA ein Vielfaches an CO2 einsparen verglichen mit der gleichen Fläche an Wald, die für ihren Bau benötigt wird. Darum müssen alle Standorte, die irgendwie in Frage kommen, genutzt werden. Wobei diese dann mit großzügigen Ruhezonen für den Artenschutz umgeben werden. Dabei kann es sogar beim Bau der notwendigen Stromleitung zu einer effektiven Biotopvernetzung kommen, was für die Insektenwelt und die wandernden Arten so wichtig wäre.

  2. Die Grüne Liga und ihre Zeitung Rabe Ralf haben Niko Paech damals ein bisschen auf den Zahn gefühlt, auch mit einer konkreten Frage zu dem Buch: “Hier schreiben ältere Herren über ihre Befindlichkeiten und haben entweder gar keine Alternativen anzubieten oder verlangen die nötigen Einschränkungen von den anderen. Fühlen Sie sich wohl als Mitautor in einem Sammelband, der Windräder und Solaranlagen verdammt, aber Tagebaue im Rheinland und in Kolumbien ebenso hinnimmt wie Autobahnen und Zersiedlung?”

    Paech reagiert ziemlich angefressen.
    https://www.grueneliga-berlin.de/publikationen/der-rabe-ralf/aktuelle-ausgabe/so-viel-oekostrom-gibt-es-nicht/

  3. Danke für diese sachlich richtigen Erwiderungen auf die Behauptungen und teilweise frechen Lügen dieser Windkraftgegner. Ich betone: dieser, denn es gibt auch ernstzunehmende Windkraftkritiker. Und natürlich darf man nicht überall Windkraftwerke bauen, und natürlich muss man den Schutz der Fledermäuse, der Vögel und der Landschaft beachten und abwägen. Der Schutz der Menschen vor den Geräuschen usw. ist ohnehin vorgeschrieben.

    Wir haben als Umweltschützer schon seit Jahrzehnten die Energiewende mit 3 x E gefordert: 1. Einsparen 2. Effizienz und 3. Erneuerbare.
    Manche haben gedacht, Effizienz und Einsparen könne man zusammenfassen. Die effiziente LED-Lampe führe automatisch auch zur Energieeinsparung.
    Mir persönlich war immer wichtig, auch das “1. E Einsparen” zu propagieren. Denn selbst wenn jemand ein effizientes E-Auto hat, sollte er nicht hemmungslos durch die Gegend fahren. Und Flugzeugreisen mit effizienten Maschinen sind dennoch eine große Umweltbelastung, so dass man sein Fliegen auf das Nötigste begrenzen sollte.

    Auch für mich war es schwer zu verstehen und zu ertragen, dass unser früherer Mitstreiter Niko Paech sich hier in das Boot der Lobby von Erdgas, Erdöl, Kohle und Atom gesetzt hat.

    Das Bayerische Fernsehen hat übrigens einen langen Film über die Szene der Windkraftgegner gedreht, der noch in der Videothek steht: „Gegen den Wind – Windkraft in der Diskussion“
    https://www.br.de/mediathek/video/dokthema-politische-doku-gegen-den-wind-windkraft-in-der-diskussion-av:5ea195bf212d3c00134e356d Erstausstrahlung war am 17.6.20.

  4. Es wird einleitend behauptet, dass Nico Paech sich mit AFDnahen Menschen und Klimawandelleugnern gemein macht. Ein ganz harter Vorwurf. Der Beleg fehlt aber im Artikel und der Verweis auf Mitautoren hilft nicht, da zumindest ich sie – aufgrund mangelnder Kenntnis – nicht zuordnen kann. Ich finde es nicht seriös, so vorzugehen und bitte um Beleg. Diese Art des Umgangs sollte anderen überlassen bleiben.

    • Hallo, ich hatte das schon angekündigt, und werde das nachholen. Möglicherweise sollte ich die Stelle entschärfen, denn eine Zusammenarbeit mit denen habe ich nicht gemeint. Letztendlich bleibt aber, dass Teile der Gegenwindbewegung gerade von der AfD gekapert werden und Führungspersonen aus wichtigen Gruppen sich inzwischen in diese Richtung bekennen.
      Sonnige Grüße

  5. Kluas Müller: danke für deine klaren Kommentare
    zur Wachstumsthese:
    es wir und muss immer ein weiteres Wachstum geben, einfach darum
    1. Ca alle 12 Jahre sind eine Mrd Menschen mehr auf der Erde
    2. 80% der Menschen hausen noch immer erbärmlich und fristen ihr Leben gerade um irgendwie zu überleben, diesen sei doch ebenfalls ein „Wohlstand“ vergönnt der ihnen wenigstens die Grundvesorgung mit genug Nahrung, Bekleidung ein Dach übern Kopf und ein warmes Bett ermöglicht
    Alleine diese beiden Tatsachen sind unmöglich mit sparen verzichten weniger Konsum,.. was möchtest du diesen Menschen noch alles weg nehmen, wenn sie nicht einmal genug zu futtern haben

    Unser derzeitiges Wachstum so wie wir es kennen, beruht auf gigantischen Ressourcen verbrauch, bei dem wir Rohstoffe abbauen, verbrauchen,konsumieren um dann auf den Müll zu schmeißen,.. das wird sich in dieser Form für keinen Menschen ausgehen

    Was wir brauchen ist eine völlig geschlossene Kreislaufwirtschaft in allen Bereichen, Energie, Rohstoffen, Boden, Wasser,.. mit einem Welt Weiten Wohlstand für alle, und dieser ist nur mit einem gigantischen Wachstum möglich, wie möchtest du denn sonst 10 Mrd Menschen ernähren, von denen erst 20% voll versorgt sind. Potentila haben wir für über 60 Mrd Menschen
    Alleine die Energiewende fordert Mio neue dauerhafte Arbeitsüplätze, die bei einer Dezentralisierung des Energiesystems vor Ort benötigt werden,..
    es ist hier völlig überflüssig über Peach zu diskutieren der praktisch nichts verstanden hat, als würden Veganer einen Fleischermeister zur veganen Ernährung um Rat fragen,..

    • Bei aller Liebe auch die beste aller möglichen Kreislaufwirtschaften wird es nicht möglich machen mit 10 Milliarden Menschen auf diesem Planeten so zu leben wie der Durchschnitt in Deutschland lebt. Und das mit einem gewaltigen Wachstum erreichen zu wollen ist eine Wahnvorstellung.
      Aber was solls wir leben am Anfang vom Ende.

    • Was ist denn das für eine abstruse Vorstellung von Wachstum? Wir brauchen überhaupt kein Wachstum nirgendwo und vorallem kein Wirtschaftswachstum. Was wir brauchen ist eine radikale Umverteilung! Es kann ja wohl nicht angehen, dass genügend Lebensmittel für 10 Milliarden Menschen hergestellt werden, aber die Hälfte davon auf dem Müll landet. Und woanders verhungern sie eben, deshalb Umverteilung. Und auf welches Wohlstandsniveau willst du deinen deutschen Arsch noch klettern lassen? Bis vor jeder Garage der Benz und der Heli auf dem Dach parkt oder wie?
      Wirtschaftswachstum ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht von Ressourcenverbrauch und damit auch nicht von ökologischen Schäden entkoppelbar. Deshalb ist jedes weitere Wachstum nicht nur Mord, sondern Ökozid, also würde ich mir mal gut überlegen, ob ich nicht von meinem hohen Wohlstandsross absteigen wollte.

      • Sorry, eine Wachstumskritik ist auf jeden Fall berechtigt, und darüber schreiben sogar viele Scientists4Future. Eine Wachstumskritik, die aber gekoppelt ist, mit Lügen zur Energiewende, kann nicht der Weg sein. Paech beschreitet den aber konstant. Und er bietet absolut keine Alternative dazu, wie wir den CO2-Ausstoß in Deutschland innerhalb von 10 Jahren auf Null bekommen. Die Energiewende kann das aber zumindest im Bereich bis ca. 90%.
        Maja Göpel sagt dazu einen ganz entscheidenden Satz: “Was meinen wir, wenn wir Wachstum sagen? Was soll wachsen, was muss eventuell dann auch schrumpfen?”. Und sie sagt auch weiter: “In der Theoriebildung ist Wachstum ein Mittel zu einem Zweck. Und genau das sollten wir uns politisch eben auch überlegen. Und das lässt sich für Produktivität, für Wettbewerbsfähigkeit, für Innovation, für viele dieser Begriffe, die wir rumtragen, ansehen. All diese Begriffe als ein Ziel an sich, sind qualitätsbefreit. Und da werden sie sehr viele Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftswissenschaftlerinnen finden, die sagen, wir müssen dem wieder eine Definition geben, die eine Richtungsorientierung überhaupt mit sich bringen kann”. Das kann man sich hier ansehen. https://youtu.be/0kghoHfK1Us
        Insofern ist der Einwand von verhungernden Menschen auf jeden Fall berechtigt. Paech spielt dagegen nur mit dem Wachstumsbegriff um Dinge voranzutreiben, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt sind. Dazu kann man noch viel mehr sagen, was Sie dann meinem zweiten Artikel, den ich gerade zu Paech schreibe, entnehmen werden. Kurzum Paech ist ein Scharlatan, auch wenn er viele Dinge möglicherweise unbewusst macht.

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