Stromblackout wegen Energiewende – Ein Mythos wird zerstört

Stromblackout wegen Energiewende – Ein Mythos wird zerstört

Eines der Totschlag-Argument in der Diskussion um die Energiewende lautet:

Wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, gehen die Lichter aus”.

Aber man ahnt es schon. Hier haben wir einen Mythos, der mit der Realität der Energiewende nichts zu tun hat. Und auch wenn noch so viele, klug wirkende Menschen erklären und warnen, das wäre doch eine einfache Gleichung: Sie setzen dabei nur ihren guten Ruf aufs Spiel, die Gleichung stimmt so nicht und sie ist ein Mythos.

Tatsächlich bestätigt die Realität diesen Mythos nicht und Techniker, Ingenieure und Physiker hätten sich längst drum gekümmert, wäre da etwas dran. Es ist sogar anders, mit zunehmender Versorgung durch Erneuerbare Energie sinken die Zeiten mit Stromausfällen. Würde die These stimmen, wäre es umgekehrt, je mehr Erneuerbare Energie im Netz ist, umso mehr Stromausfälle hätten wir in Deutschland haben müssen. Die Riege der Techniker und Ingenieure hätte uns längst gewarnt und zurückgepfiffen.

Diese Warnungen gibt es nicht. Es gibt aber diejenigen, die aufklären und es gibt jede Menge Studien [1] [2] [3], die belegen, dass 100% Erneuerbare Energie auf allen Energiesektoren (Strom, Wärme, Mobilität) machbar ist. Und es gibt diejenigen, die mit der Behauptung des Gegenteils ihr Geschäft machen wollen und sogar auch die, die nachhaltig keine technische Expertise haben und so tun, als hätten sie Sachverstand, die aber nachhaltig ihren Ruf dabei schädigen, wie z.B. ein Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinnder nun schon zum dritten Mal ansetzt und auch dieses Mal widerlegt wurde. Genau genommen setzte er sogar zu einem vierten Male an. Aber eben ohne Erfolg. Wenn gestandene Fachleute und Physiker ihm bescheinigen, dass er zum wiederholten Mal mit  unwissenschaftlicher Methodik ans Werk geht, so verliert sein Wort an Gewicht. 

Von Sinn nur wenig Sinnvolles

Pressemitteilung von S4F München zum Weihnachtsvortrag “Wie retten wir das Klima – und wie nicht?” von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinn am 16. Dezember in der Aula der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Professor Hans-Werner Sinn, ehemaliger Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München a.D., gilt als Koryphäe der Wirtschaftswissenschaft. Wir, Münchner Wissenschaftler*innen aus diversen Disziplinen, sind hinsichtlich der wissenschaftlichen Qualität seiner Aussagen skeptisch und haben sie einem Faktencheck unterzogen, den wir Ihnen beiliegend übermitteln.

Es ist wissenschaftlicher Konsens, dass die Erderwärmung auf 1,5 bis maximal 2 Grad Celsius gegenüber dem Beginn des Industriezeitalters begrenzt werden muss, um nicht Gefahr zu laufen, dass weite Teile der Erde unbewohnbar werden. Es ist ebenso Konsens, dass dazu die Emissionen von Treibhausgasen innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahre drastisch gesenkt werden müssen. Und es ist ein im Pariser Übereinkommen von 2015 festgehaltener globaler politischer Konsens, dass entsprechend zu handeln ist.
Es herrscht darüber hinaus ein weitgehendes wissenschaftliches und politisches Einvernehmen, dass zur Bekämpfung der Klimakrise die Energieversorgung zu 100% auf erneuerbare Energien umgestellt werden muss.
Prof. Sinn sieht all dies offensichtlich anders, und stellt damit sogar in IPCC-Berichten, also auf global höchster Ebene festgehaltene Fakten in Frage. Er belächelt die Erneuerbaren und plädiert stattdessen für die Weiternutzung der Kernenergie.
Bedauerlicherweise stützt sich Prof. Sinn in großem Umfang auf falsche, veraltete oder tendenziöse Berechnungen. Die von ihm vorgeschlagenen Lösungen existieren vielfach nur als Prototypen oder noch gar nicht.
Zwei der wenigen Lichtblicke in Sinns langem Vortrag bleiben eine “Koalition der Willigen” aus Nationen, die beim Klimaschutz vorangehen, sowie ansatzweise sinnvolle Vorschläge zum Schutz des Waldes.
Herr Prof. Sinn mag in der Vergangenheit respektable Forschung in der Ökonomie betrieben haben, heute legt er nur eine zu großen Teilen fehlerhafte Einzelmeinung dar – mit unwissenschaftlicher Methodik.
Wir als Scientists for Future, die sich – abgesehen vom Berufsethos – einer ausgewogenen fachlichen Beurteilung verschrieben haben, können uns nur weit von den Aussagen des Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinn distanzieren.

Pressekontakt: Dr. Miriam Noa // 0176 22 64 69 35 // presse@s4f-muenchen.de

Andere sehen ihr Geschäft als Prepper mehr oder weniger sinnvolle Dinge als Vorbeugemaßnahme gegen den drohenden Blackout, der natürlich von den Erneuerbaren Energien verursacht wird, zu verkaufen. Dabei wird sogar das THW (Technisches Hilfswerk) instrumentalisiert. Der Youtuber-Kanal Outdoor Chiemgau schrecken nicht mal davor zurück den anthropogenen Klimawandel zu leugnen oder anzuzweifeln. Damit bedient er natürlich seine gläubigen Fans, denn auch er gibt vor Fachmann zu sein und bedient seine “Kunden” letztendlich doch nur mit Halbwissen. Auch wenn er in Kommentaren mehrfach widerlegt wird, bleibt er bei seinen Behauptungen und leugnet Fakten.

Aufklärung über das Argument “Wenn die Sonne nicht scheint…” liefert die sehr gewissenhafte Plattform EE-Mythen mit einem sehr Verständlichen Artikel,

Was wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint? Müssen Windkraft und Solarstrom kontinuierlich verfügbar sein?

Damit stirbt der Mythos Stromblackout wegen Erneuerbarer Energie dann hoffentlich bald aus.

Sonnige Grüße

Klaus Müller
Blogger in Sachen Energiewende und Klimaschutz

Energiewende-Rocken und eeMag


[1] Über 50 Studien. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1364032118303307
[2] Erste weltweite Studie http://energywatchgroup.org/globales-energiesystem-mit-100-erneuerbaren-energien
[3] Eine sehr wichtige Arbeit dazu das Kombikraftwerk2 vom Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE, vormals IWES). Hierbei ist man sowohl theoretisch als auch praktisch vorgegangen. http://www.kombikraftwerk.de/

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