Mercy#006 – Alterssenilität

Lord have mercy – Atomlobby Alterssenilität? Dies ist ein Artikel der

TU Clausthal – Pressemitteilungen – das Original hier

Otto Schily tadelt Energiewende – und erntet Kritik

20.04.2018

Clausthal-Zellerfeld. Otto Schily, als Kritiker der aktuellen Energiepolitik bekannt, nahm kein Blatt vor den Mund: „Alle Ziele der Energiewende werden verfehlt”, behauptete der ehemalige Bundesinnenminister in der Aula der TU Clausthal vor 150 Gästen. Schily sprach im Rahmen der Vortragsreihe „Wissenschaft – Technik – Ethik” zum Thema „Wie weiter mit der Energiepolitik? – Denkverbote oder offene Debatte”. Eingeladen dazu hatte die Evangelische Studentengemeinde (ESG).

Schily

Hob in der Aula der TU Clausthal mahnend den Zeigefinger in Hinblick auf die Energiewende: Otto Schily, der ehemalige Bundesinnenminister (1998 bis 2005). Foto: Ernst

Der 85-Jährige, einst Gründungsmitglied der Partei „Die Grünen” und seit 1989 in der SPD, kritisierte die Energiewende in seiner knapp einstündigen Rede unter finanziellen, ökologischen und sozialen Gesichtspunkten. So habe Deutschland die höchsten Strompreise für private Haushalte in der Europäischen Union, dazu kämen zahlreiche Insolvenzen in der Solarbranche. Neben den finanziellen Nachteilen sei die Energiewende „alles andere als ökologisch”. Nach Schilys Worten benötigen Windräder, die er Windmonster nannte, zu viel Fläche, zerstören die Landschaft und verursachen Umweltprobleme. Gerade die Vogelwelt werde geschädigt und die Menschen beeinträchtigt. Auch unter sozialen Aspekten sei die Energiewende „eine krasse Fehlkonstruktion”, sie bewirke eine Umverteilung von unten nach oben. Weil hierzulande Millionen Menschen die Energierechnung nicht mehr bezahlen können, würde ihnen angedroht, dass der Strom abgestellt wird. Sein Fazit: Die Energiewende ist zu teuer, mit zu vielen Schwierigkeiten behaftet und muss vom Steuerzahler finanziert werden. Die deutsche Wirtschaft floriere nicht wegen, sondern trotz der Energiewende.

Aber vielleicht lohnt sich der Aufwand ja

„Aber vielleicht lohnt sich der Aufwand ja, weil man sich der Risiken der Kernenergie entledigt”, fragte Schily rhetorisch das Plenum. Seine Antwort: Was nützt es auf die Atomkraft zu verzichten, wenn im Nachbarland Frankreich weiter auf Kernkraftwerke gesetzt wird und im Osten Europas sogar neue Meiler gebaut werden. Sein Vorschlag: „Warum wird nicht vorurteilsfrei diskutiert, moderne Nukleartechnik in die Energiewende einzubeziehen?” Hier verwies der Jurist und einstige Anwalt verschiedener RAF-Mitglieder auf das Forschungsthema Dual-Fluid-Reaktor.

Auf den zugespitzten Vortrag folgte erwartungsgemäß eine lebendige Diskussion mit Gegenrede. Professoren und Studierende der Universität – in der Energieforschung beschäftigt sich die Wissenschaft in Clausthal insbesondere mit Speichertechnologien für regenerative Energien, aber auch mit Entsorgungsoptionen für radioaktive Reststoffe – hinterfragten kritisch die Aussagen und vorgelegten Zahlen. Hochschulpfarrer Heiner Wajemann, der Schily mit Unterstützung des Ingenieurs Volker Eyssen (Mitglied im Verein von Freunden der TU Clausthal) für die ESG-Vortragsreihe hatte gewinnen können, sagte: „Herr Schily, in meinen Augen war Ihr Vortrag eine Energiewende-Wende-Predigt.”

Bereits im August 2010 hatte der Berliner Politiker zusammen mit 41 namhaften Herren aus Wirtschaft und Politik einen Appell unterschrieben, der sich für längere Laufzeiten der Kernkraftwerke einsetzte (die letzten Meiler gehen in Deutschland Ende 2022 vom Netz). Dies hatte TU-Präsident Professor Hanschke in seiner einordnenden Begrüßung angesprochen. Das Schlusswort gehörte nach 90 Minuten Otto Schily: „Wir sollten nie mit dem Denken aufhören und immer auch die eigene Position überdenken. Sollte mit meinem Vortrag die Diskussion über die Energiewende wiederbelebt worden sein, dann bin ich zufrieden.”

Kommentar von Energiewende-Rocken

Es ist unfassbar, was der alte Mann da von sich gibt. Er gehörte zu den Gründern der Grünen und ist heute wohl eher den Atomfreunden zuzurechnen, Atomlobby? Hat er die Manipulationen beim Strompreis nicht mitbekommen und die Machtspielchen der Konzerne? Hier nachzulesen unter

Das Verliererspiel – Nachhilfe für Politiker und Medien

 Ganz einfache ganz simple Frage, Otto Schily. Weshalb herrscht denn auch in anderen Ländern, die nichts bzw. wenig mit der Energiewende am Hut hatten Stromarmut?
 
https://energiewende-rocken.org/die-grosse-stromluege-stro…/ hier könnten sie sich kundig machen, Herr Schily.
 

In meinen Augen, mit Verlaub, Otto Schily, sind sie ein altes riesengroßes Arschloch. Das ist so ein schöner Spruch von einem der ehemaligen Parteikollegen bei den Grünen, denn sie sich nun anhören müssen.

Soweit das heutige Lord have Mercy#006

Sonnige Grüße
Klaus Müller

 

 

3 Kommentare zu “Mercy#006 – Alterssenilität
  1. Ja, es wird Zeit für neues Atom, scheinen deren Propheten zu denken. Mit Schily sendet man auch offenbar inkompetente Enegiepolitiker.
    Erst wurde die EE-Alternative so behindert, dass nur noch der Konzernprofitgenehme, zentralistische EE-Meereswindstrom voll ausgebaut wird. Dort gibt es Vergütungen bis 2025 ohne jede Degression und wird doch ständig Produktionseinsatzgewinn gemacht.
    (Zum Vergleich die noch günstigste Landwindkraft wurde 2017 überstürzt schon ab 750 kW in Ausschreibungen gezwungen, wo im Meer 7 MW-Anlagen frei genehm sind.)

    Die immer unsinnig höhreren Netzzuleitungskosten lassen die Grokos die Stromkunden bezahlen, obwohl sie klar Teil des Meereswindstromabstzes sind. Und wo kann der für KWK genutzt werden? Ja, nur, wenn es chemische Wärmespeiher gäbe, die zudem auch wieder transportiert werden müssten.

    Und sonst arbeitet man (wer genau?) an einer erneuten Atomstromverlängerung mit neuen kleinen nun sicheren KWs, wie auch Hajo Fell kürzlich bei Altmaiers Wirtschaftsminsterium wahrnahm.
    Für wie blöd müsssen die die Öffentlichkeit halten in ihre demokratiefeindlichen Selbstbemächtigung?

    Nur dass Schily überhaupt irgend eine Kompetenz in Energiefragen haben soll, verstehe ich nicht.
    Geld hat er auch genug verdient. Wofür nur wurde er dort von der ESG eingeladen. Arme evangelishe Studentenvertretung CZ – sorry, wenn das Predigt sein soll, dann gute Nacht …

  2. Klaus Rabba sagt:

    Der Mann hat Recht.
    Erst Kohleausstieg, gleichzeitig EE, dann AKW abschalten.
    So geht es schneller mit der Reduktion von CO2 und nur darauf kommt es an.
    Wie EE geht, kann man mannigfach diskutieren, richtig ist, das Wind nicht alles schaffen kann, es bedarf intelligenter Verbundsysteme.
    Wer alter Mann sagt, diskrimminiert, wohl aus Argumentationsmangel.
    Wer Arschloch sagt, ist selber eins.
    Und seine Position ständig zu überdenken ist weise.

    • Klaus Müller Klaus Müller sagt:

      Hallo Herr Rabba,
      ich gebe Ihnen den Vorwurf gern zurück. Klar, dass ich das alles so nicht sehe. Klar ist vor allem Braunkohlestrom wesentlich dreckiger in beim CO2 als Atomstrom. Nur, zum einen war es sehr nötig nach den Fukushima-Desaster endlich einen Strich unter das Kapitel Atomenergie zu ziehen, weil man ja bereits in 2000 aus der Kernenergie ausgestiegen war. Erst durch starke Lobbyaktivitäten, an deren Erfolg aber auch die knallharten CDU-Atomfans um Michael Fuchs nicht geglaubt haben, und eben einen “glücklichen Zusammenfall” von unangenehmen Ereignissen, war es gelungen die den Ausstieg aus dem Ausstieg durchzusetzen, und damit in die Laufzeitverlängerung einzusteigen. Normalerweise wäre das bei eine wachen Bevölkerung nicht möglich gewesen, die auch heute noch mehrheitlich gegen Atomenergie ist. Erst die Finanzkrise überschattete alles und damit bekamen die Betreiber der AKWs das riesengroße Geschenk in den Schoß gelegt. Einnahmen aus längst abgeschriebenen AKW, was besseres kann man sich nicht wünschen.
      Die Kanzlerin war sich aber mit ihrem sicheren Gespür für den eigenen Machterhalt klar, wenn sie jetzt nicht aussteigen würde, würden das die Menschen nicht verstehen.
      Dass dann aber ausgerechnet das Zugeständnis an die Braunkohle kam und mit der Zwangsvermarktung der Erneuerbaren an der Börse die Gaskraftwerke immer unrentabler wurden und die Kohle natürlich bei sinkenden Börsenstrompreisen gegenüber den Gaskraftwerken immer Sieger sein musste, war vorhersehbar, aber leider auch so gewollt, denn es galt zu dem Zeitpunkt eines zu beweisen (was eine große manipulative Lüge war): Erneuerbare machen den Strompreis teuer. Siehe unser Kapitel EEG-Paradoxon.
      Wenn man darauf bestanden hätte, dass Gaskraftwerke in der Reihenfolge vor Braunkohle zählen, dann wäre eine bessere CO2-Senkung gelungen. Denn dann hätten wir wesentlich weniger dreckigen Kohlestrom erzeugen müssen, um ihn obendrein fast rund um die Uhr, ins Ausland zu verklappen. Bekanntlich können Gaskraftwerke ganz herunter gefahren werden im Gegensatz zu Kohlekraftwerken. Auch das alles hätte Schily wissen können und müssen. Ob er es wissentlich verschwiegen hat, weiß ich nicht, die Stoßrichtung die er aber anschlug, scheint mir die altbekannte zu sein, die aus Richtung der Atomlobby, auch heute immer wieder, kommt.

      Herr Rabba, aus vielen Facebook-Diskussionen mit Ihnen kam ja immer ganz klar rüber: Sie sind ein Anhänger der Atomenergie. Das können nun die Leser hier nicht wissen und nachvollziehen. Deshalb wäre es von mir sehr vermessen und für die Leser sehr verwirrend, wenn ich sie jetzt auch ein Arschloch schelten würde, so wie sie das mit mir tun. Tue ich nicht, keine Angst. 😉

      Aber es bleibt dabei. Atomenergie ist großer Mist, und wer glaubt, dass hier ein Argumentationsmangel zu der “Beleidigung” Schilys führte, der irrt gewaltig. Ich bleibe dabei: Mit Verlaub, sie sind ein riesengroßes Arschloch, Herr Schily.

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