Wasserstoff – Neuer Kolonialfeldzug von Entwicklungsminister Müller – Rommel hatte in Afrika nicht gesiegt

Wasserstoff – Neuer Kolonialfeldzug von Entwicklungsminister Müller – Rommel hatte in Afrika nicht gesiegt

Wasserstoff soll “Schlüsselrohstoff” werden

Die Pressekonferenz über die die Tagesschau berichtet heißt aber “Wasserstoff und Energiewende – Stakeholder-Konferenz zur nationalen Wasserstoffstrategie” und sie wird den Inhalten nicht gerecht.

Das ist also die Antwort der Bundesregierung zu einer vergeigten Energiewende, die Flucht in den Wasserstoff oder ist es sogar etwas anderes als eine Flucht? Und schon wieder spricht die Tagesschau in ihrem Bericht von Experten. “Beim Batterieantrieb hat sich Deutschland überholen lassen, bei der Wasserstofftechnologie will die Regierung schneller handeln: Vier Ministerien arbeiten an einem Strategiepapier mit ehrgeizigen Zielen.

“Beim Thema Elektromobilität hat die Bundesregierung nach Meinung von Experten wertvolle Jahre verstreichen lassen, um die entscheidenden Weichen zu stellen [richtig]. Jetzt drängt die Zeit, denn um die Klimaziele 2030 zu schaffen, müssen weitere Verbrennungsmotoren durch Fahrzeuge mit emissionsärmerem Antrieb ersetzt werden.

Eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen – diese Zahl strebt die Große Koalition bis 2022 an. Bis 2030 sollen es sieben bis zehn Millionen E-Fahrzeuge sein. Auf dem “Autogipfel” am Montag wurden dafür weitere Maßnahmen beschlossen – unter anderem höhere Prämien beim E-Auto-Kauf und weitere Ladepunkte.”

Ja zackratürken, Tagesschau und Bundesregierung, Welche Einschläge habt ihr eigentlich alle nicht gehört? Dass wir ein 1,5°-Ziel haben und kein 2°-Ziel? Bis 2030 sieben bis zehn Millionen eAutos? Wir haben 47 Millionen Autos. Wie lang wollt ihr Euch noch Zeit lassen? Oder was sollen diese Wasserstoffträume jetzt? Aber wir erfahren von der Tagesschau weiter:

Deutschland als “Nummer eins in der Welt”

Doch die Bundesregierung hat bei den Antriebstechnologien auch Alternativen im Blick: Sie will in den kommenden Jahren Wasserstofftechnologien fördern. Noch vor dem Jahresende will sie eine “Wasserstoff-Strategie” präsentieren. Deutschland müsse in diesem Bereich “die Nummer eins in der Welt” werden, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier bei einer “Konferenz zur nationalen Wasserstoffstrategie” in Berlin. Wasserstoff könne ohne CO2-Emissionen hergestellt werden, er sei ein “Schlüsselrohstoff einer langfristig erfolgreichen Energiewende”.

In einem Thesenpapier der Ministerien […] heißt es, die Bundesregierung wolle Aktivitäten im Wasserstoffbereich fördern und miteinander verzahnen. “In der Industrie kann perspektivisch bei vielen Prozessen CO2-frei erzeugter Wasserstoff zum Einsatz kommen.” Im Verkehrsbereich stünden der Luftverkehr, die Schifffahrt sowie Schwerlastwagen im Fokus.“, berichtet die Tagesschau weiter.

Nummer eins in der Welt waren wir mal bei der Photovoltaik. Schon vergessen Herr Altmaier? Nun gut könnte man sagen wenn man es nicht besser wüsste, das sind wir halt etwas abgefallen und nicht mehr auf Platz eins. Aber Platz NULL, Herr Altmaier ist kein Platz – das ist beschämend. Und 80.000 Solarjobs samt Firmen die vernichtet wurden, sind eine Negativleistung, die überhaupt nicht nötig gewesen wäre. Wenn Sie Herr Altmaier, sich nachdem die INSM, BDEW, RWI und Konsorten das EEG-Paradoxon erfunden und durchgesetzt hatten, um der Bevölkerung das Märchen zu erzählen, Strompreise wären wegen der Erneuerbaren gestiegen, obwohl das Gegenteil der Fall war und Erneuerbare die Strompreise hätten fallen lassen, Sie, Herr Almaier sich damals aufstellten um die Strompreisbremse zu installieren und der Branche den Strick um den Hals legten um sogleich den Stuhl dann wegzutreten auf dem sie stand, dann ist das nicht nur eine Negativleistung, es ist eine Tat im moralischen Sinne gewesen und eine kontraproduktive Leistung im Sinne von Volkswirtschaft und Energiewende gewesen. Der nächste Schlag geschieht ja grad mit der Vernichtung der Windenergiebranche in Deutschland. Damit will sich der Wirtschaftsminister aber auch nicht beschäftigen. Und die Medienvertreter in der Pressekonferenz sind anscheinend auch nicht auf dem Laufenden, denn sonst hätten in der anschließenden Fragerunde entsprechende Fragen aufkommen müssen.

Interessant an der gestrigen Veranstaltung war ja, vier Unionsministerien wollen die Wasserstoffwende, Wirtschaft, Entwicklung/Verkehr und Forschung sind beteiligt. Die Umweltministerin von der SPD wurde nicht eingeladen. Wenigstens das erfahren wir von der Tagesschau. Bis zum Jahresende soll es aber eine gemeinsame Wasserstoffstrategie der Bundesregierung geben.

Interessant wird es wenn man die Hintergründe und Gerd Müller (Bundesentwicklungsminister, CSU) hört.

Meine Damen und Herren, wir das deutsche Entwicklungsministerium, wir bauen die Energie- und Technologiebrücke zwischen Deutschland und den Entwicklungsländern, insbesondere dem afrikanischen Kontinent. Wasserstoff- und Methanolwirtschaft kann und muss die Zukunft der Energieversorgung Afrikas sein. Wenn sie sich vorstellen, das Afrika den Weg einer kohlebasierten Wirtschaft gehen wird, dann bedeutet dies einen hohen 3-stelligen Milliardenbetrag zusätzlicher Tonnen CO2. Das 2-Gradziel ist nicht annähernd erreichbar. Derzeit sind in den Entwicklungs- und Schwellenländern 950 Kohlekraftwerke in Planung und im Bau – die Bilder aus Dehli haben sie vergangenes Wochenende gesehen (Merkels Besuch in Indien).

Wenn allein die Elektrizitätsversorgung der Haushalte Afrikas auf der Basis von Kohle passiert,  (Anmerkung Energiewende-Rocken: Wie kommt man auf so eine Idee, wenn Der größte Teil des Kontinents mit Sonne gesegnet ist?), bedeutet dies in den nächsten Jahren tausend neue Kohlekraftwerke. (Anmerkung Energiewende-Rocken: Wo bleiben die Zwischenfragen die Journalisten? Fahren die im Urlaub immer in die Ski-Urlaub nach Afrika oder haben die alle eine Geografieschwäche?)

Und deshalb müssen wir diese Wasserstoff- Methanoltechnologien, der Deutschland vorausgeht für den afrikanischen Kontinent nutzen, denn Afrika ist der Kontinent der Sonne zur Produktion klimaneutraler Kraftstoffe. Und dabei aus grünem Wasserstoff unter CO2-Bindung Methanol produzieren. Wertschöpfung für Afrika – aber auch eine Zukunft einer Energiepartnerschaft, die auf beiden Seiten Win-Win-Situationen schafft. Wir werden Konkret mit den Kolleginnen und Kollegen nicht nur in Deutschland sonder im internationalen Verbund, das ist eines der Schwerpunkte unserer Arbeit im Ministerium. 1.) in Ouarzazate (Marokko) haben wir Deutschland mit der KfW das größte Solarkraftwerk der Welt bereits gebaut und in Betrieb. Dort wird heute Strom aus Sonne für 2 ct. die Kilowattstunde produziert. Und damit ist das Thema, mach ich aus Wasserstoff mit CO2 Methanol auch marktfähig. Und deshalb haben wir vergangene Woche mit Marokko ein Abkommen, eine Zusammenarbeitsform vereinbart. Wir starten mit einer Forschungsplattform ganz konkret – unser Ziel ist darüber hinaus schon im Jahr 2020 den Startschuss zu geben mit einem Industriekonsortium – vom Labor zur industriellen Produktion von Wasserstoff und Methanol zu kommen mit deutschen und afrikanischen Partnern. Herzlichen Dank.

Noch ein bisschen mehr Hintergrund bekommen wir über Michael Meister (Parlamentarischer Staatssekretär der Bundesministerin für Bildung und Forschung, CDU):

Aus unserer Sicht ist grüner  Wasserstoff das Erdöl von morgen. Und grüner Wasserstoff und die Technologie zur Erzeugung, Transport, Speicherung, Verteilung und Nutzung ist die Schlüsseltechnologie der Zukunft, wenn uns die Energiewende und der Kampf gegen das Thema Klimawandel gelingen soll. Deshalb muss aus unserer Sicht unser Anspruch sein, dass wir in dieser Schlüsseltechnologie weltweit die Nummer eins sind in der Technologieführerschaft um erneuerbare Energien in allen Bereichen zur Anwendung zu bringen. Das betrifft die Schwerindustrie von Chemie- und Stahlindustrie, das betrifft Nutzfahrzeuge, das betrifft den Schiffsverkehr, es betrifft den Flugverkehr und auch den Wärmesektor. Wir sehen dort eine sehr breite Anwendungsmöglichkeit für Wasserstoff an der Stelle… Ende der Zitate

Der Energhetische ImperativWenn Wasserstoff das neue Erdöl werden soll und Bestandteil der Energiewende im Sinne von zentraler Erzeugung und Verteilung, dann wird Wasserstoff damit auch im Sinne von unveränderten Strukturen genutzt werden. Diese Strukturen führten unweigerlich zu massenhaftem Blutvergießen mit Kriegen ums Öl. Will man jetzt das neue Zeitalter der Kriege um den Wasserstoff einleiten? Nicht um sonst hat Hermann Scheer im Buch über die Energiewende im Buchtitel selbst das Wort energethisch mit zwei “h” geschrieben. Damit wollte er ausdrücken, dass Energie und Ethik das erste Mal in der Geschichte zusammen gehören können. Sorgt dafür liebe Regierende und tut nicht so, als wäre das 1,5-Grad-Ziel längst wieder begraben.

Wasserstoff ist Speicher und keine Rohstoff und dieser Speicher wird mit hohen Verlusten erzeugt. Allein schon deshalb verbietet es sich über aufwendige Vertriebswege die Verluste noch zu erhöhen. Wenn wir aber in Europa eine Energiewende machen, dann werden wir genug Überschussenergie aus Sonne und Wind haben um all die angedachten Aufgaben zu erledigen. Und das geht auch separat in jedem Land. Deutschland sollte hierbei Vorreiter werden.

Hört mal auf Claudia Kemfert.

Sonnige Grüße und Energiewende-Rocken

Euer Klaus Müller

Print Friendly, PDF & Email
Ein Kommentar zu “Wasserstoff – Neuer Kolonialfeldzug von Entwicklungsminister Müller – Rommel hatte in Afrika nicht gesiegt
  1. Avatar Robert Strasser sagt:

    Wer glaubt noch an das Gute, wenn A. Scheuer einen Vertrag unterschreibt?
    Und: es gibt deutschlandweit keine 100 öffentlichen Wasserstofftankstellen. Ich kann also die Hälfte des Wasserstoffs für die Fahrt zur nächsten H2-Tankstelle abschreiben.
    Vereinbart,Absichtserklärungen, blablabla,in größeren Sphären denken, …, ganz konkret (was sonst??). Die Afrikaner werden uns das H2 erzeugen,zu uns transportieren und das alles geschenkt. Sind die blöd? Das war vielleicht mal!!!
    Bislang noch KEINE Antwort habe ich auf die Frage: wenn der IPCC Recht hat und in 11 Jahren (2030)der Punkt erreicht ist, ab dem wir den ZUWACHS des CO2 beschränken können, aber die Kurve wird immer linksgekrümmt nach rechts oben zeigen!?
    Und ihr sprecht von “bald haben wir 100 Ladestellen IN GANZ DEUTSCHLAND!!!”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*